Shopify oder WooCommerce? Der Vergleich für Ihren Online Shop 2026*

Shopify vs WooCommerce ist für kleine und mittlere Händler in Deutschland selten eine Frage der Funktionen, sondern eine Frage von Gesamtkosten, Rechtssicherheit, Zahlungsarten und Pflegeaufwand. Wir vergleichen beide Shopsysteme aus der Agentur-Praxis und sagen am Ende klar, wann Shopify die richtige Wahl ist und wann WooCommerce auf WordPress die bessere.

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Die Kurzfassung für Eilige

  • Gesamt-Verdict: Shopify gewinnt für die meisten kleinen und mittleren Händler ohne eigene Technik, weil Betrieb, Aktualisierungen und Zahlungsabwicklung im Preis stecken. WooCommerce gewinnt, wenn Sie bereits mit WordPress arbeiten, Content und SEO im Zentrum stehen oder Sie volle Kontrolle über Server und Daten brauchen.
  • Kosten: Shopify ab 27 Euro im Monat bei Jahreszahlung plus Kartengebühren. WooCommerce ist als Plugin kostenlos, kostet aber Hosting, Rechts-Erweiterung, Pflege und Arbeitszeit.
  • Recht in Deutschland: WooCommerce mit Germanized oder German Market ist für den DACH-Markt gebaut. Shopify braucht dafür Erweiterungen und etwas Sorgfalt, ist aber inzwischen sauber lösbar.
  • SEO: Shopify hat eine feste URL-Struktur und wenig Spielraum bei Technik. WooCommerce lässt Ihnen alle Freiheiten, dafür tragen Sie die Verantwortung für Performance und Sicherheit.
  • Wartung: Bei Shopify null Aufwand. Bei WooCommerce planen Sie ein bis zwei Stunden im Monat oder einen Dienstleister ein.

Wie wir Shopify und WooCommerce bewerten

Wir bewerten beide Plattformen aus der Perspektive eines Händlers in Deutschland mit etwa 20 bis 2.000 Produkten: Gesamtkosten über zwölf Monate, Zahlungsanbieter und Rechnungskauf, Rechtssicherheit, SEO, Skalierung, Pflegeaufwand und Migration. Preise stammen von den offiziellen Preisseiten (Stand September 2026, laut Anbieter). Was wir nicht tun: Ladezeiten oder Conversion-Raten erfinden. Beides hängt von Themes, Server und Ihrem Team ab, nicht vom Logo des Shopsystems.

Shopify vs WooCommerce: beide Plattformen im direkten Vergleich

Testsieger
Shopify Logo
01 · Gehostetes Shopsystem

Shopify

ab 27 € / Monat bei Jahreszahlung · 36 € monatlich · 3 Tage Test
8.6
Score

Shopify ist eine gehostete E-Commerce-Plattform: Sie mieten den Store, Shopify betreibt Server, Sicherheit, Updates und die Zahlungsabwicklung über Shopify Payments. Sie richten den Shop an einem Wochenende ein, wählen ein Shopify Theme und verkaufen. Der Preis dafür ist ein Abonnement, Kartengebühren und ein System, in dem Sie nicht alles anpassen können. Für Händler ohne Technik im Haus ist genau dieser Rahmen der Vorteil.

Stärken

  • Hosting, Sicherheit und Aktualisierungen inklusive, kein Pflegeaufwand
  • Shopify Payments mit Klarna und Rechnungskauf in Deutschland verfügbar
  • Schneller Checkout, der ohne Entwickler funktioniert
  • Wächst von 20 auf 20.000 Bestellungen ohne Umbau

Schwächen

  • Zusatzgebühr von 0,2 bis 2 Prozent bei fremden Zahlungsanbietern
  • Feste URL-Struktur (/collections/, /products/), begrenzte technische SEO
  • Rechtstexte und GoBD-Rechnungen nur über kostenpflichtige Apps
  • Datenverarbeitung außerhalb der EU, DSGVO nur über Vertragsklauseln lösbar
ModellSaaS, gehostet
Recht DEüber Apps
Best fürHändler ohne Technik
Shopify testen
WooCommerce Logo
02 · Open Source, selbst gehostet

WooCommerce

0 € Lizenz · Webspace ab rund 5 € / Monat · Rechts-Erweiterung 65 bis 87 € / Jahr
8.3
Score

WooCommerce ist ein kostenloses Plugin für WordPress und macht aus dem CMS einen vollwertigen Online-Shop. Sie besitzen die Software, wählen Hoster, Zahlungsanbieter und Erweiterungen selbst und können jede Zeile anpassen und erweitern. Das ist die größte Stärke und zugleich der Haken: Niemand außer Ihnen kümmert sich um Aktualisierungen, Backups und Sicherheit. Wer das einplant, bekommt ein System, das bei Content, SEO und individueller Anpassung mehr kann als jede Miet-Lösung.

Stärken

  • Keine Lizenz, keine Transaktionsgebühren an das Shopsystem
  • Germanized und German Market decken deutsches Recht seit Jahren zuverlässig ab
  • Volle Kontrolle über URLs, Server, Daten und Serverstandort in der EU
  • Blog, Ratgeber und Shop in einem CMS ohne Brüche

Schwächen

  • Pflege, Aktualisierungen und Sicherheit liegen bei Ihnen
  • Performance hängt am Server und an der Zahl der Erweiterungen
  • Checkout und Zahlung brauchen mehr Einrichtung und eigene Verträge
ModellOpen Source, selbst gehostet
Recht DEGermanized / German Market
Best fürContent und Kontrolle
Zur Website

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E-Commerce-Beratung

Vergleichstabelle: Shopify und WooCommerce

KriteriumShopifyWooCommerce
PreismodellAbonnement (SaaS)Open Source, kostenlos, Kosten über Server und Erweiterungen
Einstiegspreis27 € / Monat (Jahr), 36 € (Monat)0 € Lizenz, Webspace ab rund 5 € / Monat
Enterprise-StufeShopify Plus ab 2.100 € / Monatfrei skalierbar über Server und Agentur
Hostingenthaltenselbst gewählt, EU-Standort möglich
ZahlungsanbieterShopify Payments, PayPal, Klarna; fremde Anbieter mit AufschlagPayPal, Mollie, Stripe, Klarna, WooPayments; kein Aufschlag
Rechnungskaufüber Klarna in Shopify Paymentsüber Germanized, German Market, Klarna oder Mollie
Rechtstexte / AbmahnschutzErweiterungen, etwa von der IT-Recht KanzleiGermanized (kostenlos / Pro) oder German Market
ErweiterungenShopify App Store, viele Erweiterungen kostenpflichtig im MonatErweiterungen aus dem WordPress-Ökosystem, meist einmalig oder jährlich
DSGVO / ServerstandortServer außerhalb der EU, StandardvertragsklauselnEU-Server frei wählbar, dsgvo-konform per Konfiguration
SEO-Spielraumfeste URL-Struktur, Theme-Code editierbarvollständig frei, Yoast SEO oder Rank Math
Pflege und Sicherheitdurch Shopifydurch Sie oder eine Agentur
Support24/7 Chat und Hilfe-CenterCommunity, Hoster, Erweiterungs-Anbieter
ZielgruppeHändler ohne Technik, D2C-Marken, schnelles WachstumContent-getriebene Händler, bestehende Websites, individuelle Anforderungen

Empfehlung nach Use-Case

wenn Sie verkaufen wollen und keine Technik im Haus haben

Shopify

Sie richten den Shop ein, aktivieren Shopify Payments mit Klarna und PayPal, installieren eine Rechtstexte-App und sind produktiv. Keine Aktualisierung, die Ihren Shop bricht, kein Hoster, der um drei Uhr nachts anruft. Die Gebühren sind der Preis für diese Ruhe.

wenn Content, SEO und Kontrolle im Zentrum stehen

WooCommerce auf WordPress

Ratgeber, Landingpages, Shop und Blog aus einem CMS, jede URL frei, jeder Server in der EU. Wer schon eine Website auf dem CMS betreibt oder mit Inhalten Kunden gewinnt, bekommt hier das flexiblere System. Voraussetzung ist, dass jemand die Pflege übernimmt.

wenn der Umsatz bereits sechsstellig im Monat liegt

Rechnen statt raten

Ab einem gewissen Volumen entscheiden Transaktionsgebühren und eigene Zahlungsverträge, nicht die Lizenz. Shopify Plus, WooCommerce mit eigener Infrastruktur oder ein System wie Shopware: Wir rechnen die Gesamtkosten für Ihr Volumen durch, bevor Sie sich festlegen.

Shopify oder WooCommerce im Detail: der Ratgeber

Was ist der Unterschied zwischen Shopify und WooCommerce?

Der grundlegende Unterschied liegt im Betriebsmodell. Shopify ist Software as a Service: Sie mieten ein fertiges Shopsystem inklusive Server, Sicherheit und Aktualisierungen und zahlen dafür ein Abonnement. WooCommerce ist Open Source und läuft als Plugin in WordPress, dem meistgenutzten CMS der Welt. Die Software kostet nichts, aber Sie betreiben sie selbst, auf einem Server Ihrer Wahl, mit Erweiterungen, die Sie selbst auswählen und pflegen.

Daraus folgen fast alle weiteren Unterschiede. Shopify entscheidet für Sie, wie URLs aussehen, wo Daten liegen und welche Zahlungsanbieter ohne Aufschlag laufen. WooCommerce entscheidet nichts für Sie, was Freiheit und Verantwortung zugleich bedeutet. Wer den Vergleich auf das gesamte CMS ausweiten möchte, findet in unserem Artikel WordPress vs Shopify die Perspektive jenseits des reinen Shopsystems.

Was kostet ein Shop wirklich? Gesamtkosten über zwölf Monate

Shopify kostet Stand September 2026 laut Anbieter im Basic-Tarif 36 Euro monatlich oder 27 Euro im Monat bei Jahreszahlung, Grow 105 beziehungsweise 79 Euro, Advanced 384 beziehungsweise 289 Euro. Shopify Plus beginnt bei 2.100 Euro im Monat. Neukunden testen drei Tage kostenlos und zahlen danach drei Monate lang einen Euro pro Monat. Dazu kommen die Kartengebühren von Shopify Payments und, sofern Sie mehr brauchen, monatliche Kosten für Erweiterungen aus dem Shopify App Store.

WooCommerce ist ein kostenloses Plugin, aber ein WooCommerce-Shop ist nicht kostenlos. Realistisch fallen an: Webspace zwischen rund 5 und 45 Euro im Monat je nach Leistungsklasse, eine Rechts-Erweiterung wie Germanized Pro (65 bis 89 Euro im Jahr) oder German Market (ab 87 Euro im Jahr), oft ein Premium-Theme, gelegentlich kostenpflichtige Plugins für Versand oder Buchhaltung, und vor allem Arbeitszeit für Aktualisierungen und Pflege. Welcher Hoster für Onlineshops taugt, zeigen wir im Vergleich der besten WordPress-Hosting-Anbieter.

Posten pro JahrShopify BasicWooCommerce
Software / Abonnement324 € (Jahreszahlung)0 €
Hostingenthalten60 bis 540 €
Rechtstexte / RechnungenApp, je nach Anbieter0 bis 89 €
Themes0 bis rund 350 € einmalig0 bis rund 100 €
Transaktionsgebühren an das System2 % bei fremdem Zahlungsanbieter0 €
Pflege und Aktualisierungenenthalteneigene Zeit oder Dienstleister

Unter dem Strich ist ein kleiner WooCommerce-Shop meist günstiger, solange jemand im Haus die Pflege übernimmt. Sobald Sie diese Stunden einem Dienstleister bezahlen, liegen beide Plattformen nah beieinander. Bei wachsendem Umsatz kippt die Rechnung erneut, diesmal wegen der Gebühren.

Zahlungsanbieter in Deutschland: Shopify Payments, PayPal, Klarna, Rechnungskauf

Shopify Payments berechnet in Deutschland je nach Tarif 2,1, 1,8 oder 1,6 Prozent plus 30 Cent pro Kartenzahlung, bei Plus ab 1,3 Prozent. Der wichtigere Punkt ist die zweite Gebühr: Wer stattdessen einen anderen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt an Shopify zusätzlich 2 Prozent im Basic-Tarif, 1 Prozent bei Grow, 0,6 Prozent bei Advanced und 0,2 Prozent bei Plus. Bei 30.000 Euro Monatsumsatz im Basic-Tarif sind das 600 Euro im Monat, nur weil Sie Ihren bestehenden Zahlungsvertrag behalten wollen. Wer Shopify Payments nutzt, spürt davon nichts, und Klarna mit Rechnungskauf und Ratenzahlung lässt sich direkt darüber aktivieren. PayPal läuft parallel ohne Aufschlag.

WooCommerce kennt diesen Aufschlag nicht. Sie binden PayPal, Mollie, Stripe, Klarna oder WooPayments per Plugin an und zahlen genau die Konditionen des jeweiligen Anbieters. Der Kauf auf Rechnung, im deutschen Handel nach wie vor eine der wichtigsten Zahlungsarten, ist in Germanized und German Market als eigene Zahlungsart enthalten, wahlweise mit Bonitätsprüfung über Klarna oder Mollie. Der Preis dafür ist mehr Einrichtung und in der Regel eigene Verträge mit jedem Anbieter.

Rechtstexte und Abmahnsicherheit: Apps gegen Germanized und German Market

Der deutsche Markt hat Anforderungen, die ein kanadisches System nicht von Haus aus kennt: Grundpreisangaben, Lieferzeiten am Produkt, Widerrufsbelehrung und AGB im Checkout, Button-Lösung, Double-Opt-in, Rechnungen mit fortlaufender Nummer nach GoBD. WooCommerce ist hier im Vorteil, weil Germanized und German Market seit über einem Jahrzehnt genau dafür gebaut werden. Germanized deckt in der kostenlosen Version bereits Lieferzeiten, Preisauszeichnung, Rechtsseiten, Rechnungs-PDFs und Double-Opt-in ab; German Market liefert zusätzlich Rechnungskauf, SEPA-Lastschrift, Lexware- und sevdesk-Anbindung sowie die Synchronisation mit der IT-Recht Kanzlei.

Shopify hat aufgeholt. Grundpreise und Lieferzeiten sind heute nativ möglich, und für Rechtstexte gibt es Apps von IT-Recht Kanzlei oder Trusted Shops, die AGB, Widerruf und Datenschutz automatisch aktuell halten. Für GoBD-konforme Rechnungen und den Export in die Buchhaltung brauchen Sie eine weitere App oder eine angebundene Buchhaltungssoftware. Das funktioniert in Kundenprojekten zuverlässig, verlangt aber, dass jemand beim Einrichten weiß, was fehlt. Bei WooCommerce ist der Weg vorgezeichnet, bei Shopify müssen Sie ihn kennen.

Tipp: Lassen Sie den Checkout vor dem Start von einem Anwalt oder über einen Abmahnschutz-Dienst prüfen, egal welches System Sie wählen. Die meisten Abmahnungen, die wir bei Händlern sehen, betreffen fehlende Grundpreise und veraltete Widerrufsbelehrungen, nicht die Plattform.

SEO: die Grenzen von Shopify gegen die Freiheit von WordPress

Shopify gibt die URL-Struktur vor: Kategorien liegen unter /collections/, Produkte unter /products/, Inhalte unter /pages/ und /blogs/. Diese Pfade lassen sich nicht entfernen, und Produkte in Kategorien erzeugen zusätzliche Varianten-URLs, die Shopify per Canonical zusammenführt. Die robots.txt ist inzwischen editierbar, Theme-Code und strukturierte Daten auch. Für den Großteil der Händler reicht das aus. An Grenzen stoßen Sie, wenn Sie große Filter-Landingpages, mehrsprachige Strukturen mit eigener Logik oder ein sehr tiefes Content-Silo brauchen. Wie weit Sie mit den Bordmitteln kommen, zeigen wir in unserem Leitfaden zu Shopify SEO und in einer Case Study aus einem Shopify-Projekt.

WooCommerce lässt Ihnen jede Freiheit: Permalinks ohne Präfix, Kategorien als echte Verzeichnisse, Yoast SEO oder Rank Math für Meta-Daten und Schema, Ratgeber und Produkte im selben System verlinkt. Die Kehrseite ist, dass diese Freiheit auch Performance-Probleme erlaubt. Ein WooCommerce-Shop mit vierzig Plugins auf günstigem Shared Hosting verliert gegen jeden Shopify-Shop bei den Core Web Vitals. Wer die Freiheit nutzt, braucht jemanden, der technische SEO und Caching im Griff hat.

Skalierung: von 50 auf 5.000 Bestellungen im Monat

Shopify skaliert, ohne dass Sie etwas tun. Server, Lastspitzen an Aktionstagen, Sicherheit und Checkout sind Sache des Anbieters, und der Wechsel von Basic zu Grow oder Advanced ist ein Klick. Shopify Plus ergänzt ab 2.100 Euro im Monat B2B-Funktionen, Checkout-Anpassungen und Automationen. Der Shop, den Sie mit 50 Bestellungen einrichten, trägt auch 5.000. Diese Ruhe kann nur ein gehostetes System wie Shopify bieten.

WooCommerce skaliert ebenfalls, aber die Arbeit liegt bei Ihnen: mehr Datenbankleistung, Object-Caching, ein Hoster, der PHP-Worker versteht, und Erweiterungen, die mit Tausenden Produktvarianten umgehen können. Große WooCommerce-Installationen existieren und laufen stabil, sie haben nur alle einen Entwickler oder eine Agentur im Hintergrund. Für Onlineshops mit sehr individuellen Prozessen, etwa Konfiguratoren oder komplexer B2B-Preislogik, ist diese Offenheit ein Vorteil, den ein SaaS-System nur mit Umwegen bietet.

Wartung und Updates: wer arbeitet im Hintergrund?

Bei Shopify gibt es keine Wartung im klassischen Sinn. Aktualisierungen passieren serverseitig, Sicherheitslücken schließt der Anbieter, Backups sind Teil des Dienstes. Bei WooCommerce erscheinen das CMS, WooCommerce selbst, das Theme und jede Erweiterung in eigenem Rhythmus. Wer Aktualisierungen monatelang aufschiebt, riskiert Sicherheitslücken; wer sie ungeprüft einspielt, riskiert einen kaputten Checkout. In Kundenprojekten rechnen wir mit ein bis zwei Stunden im Monat für Aktualisierungen, Tests und Backup-Kontrolle, verwaltet über eine Staging-Umgebung. Dieser Posten fehlt in jeder Rechnung, die WooCommerce als kostenlos bezeichnet.

Migration: von WooCommerce zu Shopify und zurück

Beide Richtungen sind machbar, beide brauchen Sorgfalt. Der Wechsel von WooCommerce zu Shopify ist der häufigere Fall und über Import-Werkzeuge oder Dienstleister wie Cart2Cart gut abgedeckt: Produkte, Kunden und Bestellungen wandern, Passwörter nicht, und jede alte URL braucht eine Weiterleitung auf die neue Struktur unter /products/ und /collections/. Wer das vergisst, verliert Rankings, die Jahre gebraucht haben. Die Migration von Shopify zurück nach WooCommerce ist seltener, läuft aber technisch genauso über CSV-Exporte und Redirect-Listen. In beiden Fällen gilt: Erst die Redirect-Tabelle, dann der Umzug, dann die Kontrolle in der Search Console.

Vor- und Nachteile: das Endergebnis in sieben Kategorien

KategorieGewinner
Gesamtkosten kleiner ShopWooCommerce
Gesamtkosten ohne eigene TechnikShopify
Zahlungsanbieter und GebührenWooCommerce
Rechtssicherheit DeutschlandWooCommerce, knapp
SEO und ContentWooCommerce
Skalierung ohne AufwandShopify
Pflege und SicherheitShopify

Auf dem Papier gewinnt WooCommerce 4:3. Trotzdem empfehlen wir Shopify für die Mehrheit der Händler, die uns anfragen, weil die drei Shopify-Kategorien genau die sind, an denen kleine Teams scheitern: Technik, Wartung, Skalierung. Shopify ist die richtige Wahl, wenn Sie verkaufen wollen und niemand im Haus WordPress pflegt. WooCommerce ist die bessere, wenn Sie das CMS bereits nutzen, mit Inhalten Kunden gewinnen, eigene Zahlungsverträge halten oder Prozesse brauchen, die kein App-Katalog abbildet. Egal ist der Vergleich übrigens, wenn Ihr Sortiment noch nicht steht: Dann ist das Shopsystem nicht Ihr Engpass.

Häufig gestellte Fragen zu Shopify und WooCommerce

Für wen lohnt sich Shopify?

Shopify lohnt sich für Händler, die verkaufen wollen, ohne sich um Server, Aktualisierungen und Sicherheit zu kümmern: Gründer mit einem klaren Sortiment, D2C-Marken, Ladengeschäfte mit Online-Ableger und Unternehmen, die schnell wachsen wollen. Weniger lohnt es sich, wenn Sie bereits eine WordPress-Website mit viel Content betreiben, eigene Zahlungsverträge halten oder sehr individuelle Prozesse brauchen.

Wie viel kostet ein WooCommerce Shop?

Die Software ist kostenlos. Realistisch zahlen Sie für einen kleinen Shop in Deutschland Webspace zwischen rund 5 und 45 Euro im Monat, eine Rechts-Erweiterung wie Germanized Pro oder German Market für 65 bis 89 Euro im Jahr, optional ein Premium-Theme und einzelne kostenpflichtige Plugins. Dazu kommt die Arbeitszeit für Pflege und Aktualisierungen, die Sie entweder selbst leisten oder einer Agentur bezahlen. Für einen professionell aufgesetzten Shop mit Agentur liegt der Aufbau meist im vierstelligen Bereich.

Ist Shopify oder WooCommerce besser für SEO?

WooCommerce bietet mehr Spielraum: freie URLs, Yoast SEO oder Rank Math, Blog und Shop in einem System. Shopify hat eine feste URL-Struktur mit /collections/ und /products/, dafür läuft die Technik von Haus aus stabil. Für die meisten kleinen Händler entscheidet nicht das System über Rankings, sondern Produkttexte, Kategorieinhalte und Backlinks. Der Unterschied wird erst bei großen Content-Strategien und komplexen Filterseiten relevant.

Sind Shopify und WooCommerce DSGVO-konform nutzbar?

Beide lassen sich rechtskonform betreiben. Bei WooCommerce wählen Sie einen Server in der EU und konfigurieren Cookie-Einwilligung und Datenschutzhinweise selbst, etwa über Germanized. Shopify verarbeitet Daten außerhalb der EU und stützt sich auf Standardvertragsklauseln und das EU-US Data Privacy Framework; Sie müssen das in der Datenschutzerklärung abbilden und Tracking hinter eine Einwilligung legen. Prüfen Sie im Zweifel mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Kann man von WooCommerce zu Shopify wechseln?

Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich per CSV oder über Migrations-Werkzeuge übertragen, Kundenpasswörter nicht. Entscheidend ist eine vollständige Weiterleitungstabelle von den alten URLs auf die neue Struktur, damit Rankings und Backlinks erhalten bleiben. Der umgekehrte Weg von Shopify zu WooCommerce funktioniert ebenso, nur seltener automatisiert.

Kann man mit Shopify 10.000 Euro im Monat verdienen?

Viele Shopify-Shops erreichen und übertreffen diesen Umsatz, aber das liegt am Produkt, an der Marge und am Marketing, nicht an der Plattform. Shopify nimmt Ihnen Technik ab und skaliert problemlos, verkauft aber nichts von selbst. Ein WooCommerce-Shop mit demselben Sortiment und derselben Nachfrage erzielt denselben Umsatz. Wer diese Frage stellt, sollte zuerst Nachfrage und Deckungsbeitrag prüfen, dann das Shopsystem wählen.

Welche Alternative zu Shopify ist die beste?

Für den deutschen Markt sind WooCommerce und Shopware die naheliegenden Alternativen: WooCommerce, wenn Sie WordPress und Content im Zentrum haben, Shopware, wenn Sie ein deutsches System mit B2B-Stärke und eigenem Server wollen. Wix und Squarespace sind für kleine Sortimente denkbar, stoßen aber bei Rechtstexten und Zahlungsarten schneller an Grenzen. Eine Übersicht mit allen Systemen finden Sie in unserem Vergleich der besten E-Commerce-Plattformen.

Was sind die größten Nachteile von Shopify?

Die Zusatzgebühr von bis zu 2 Prozent bei fremden Zahlungsanbietern, die feste URL-Struktur, laufende Kosten für Erweiterungen, die bei WooCommerce oft kostenlos wären, und die Datenverarbeitung außerhalb der EU. Dazu kommt die Abhängigkeit: Ihr Shop existiert nur, solange Sie das Abonnement zahlen. Für viele Händler wiegen diese Nachteile weniger als der entfallende Pflegeaufwand, aber sie gehören in jede ehrliche Rechnung.

Joshua Stark
Joshua Stark
Geschäftsführer STARK

Joshua leitet bei STARK die SEO- und Performance-Praxis. Über 150 Projekte für Mittelstand, SaaS und E-Commerce seit 2016.

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