Zapier vs n8n vs Make 2026

Zapier, Make oder n8n? Wir vergleichen die drei Automatisierungsplattformen aus der Sicht eines Marketing- und Vertriebsteams: Preise (Pricing) pro Task, Operation oder Workflow-Ausführung, Integrationen, Lernkurve, KI-Agenten, Fehlerbehandlung und Self-Hosting in Deutschland. Am Ende sagen wir Ihnen klar, welches Tool für welchen Fall die bessere Wahl ist und wann der Vergleich für Sie gar keine Rolle spielt.

tl;dr

Die Kurzfassung für Eilige

  • Gesamt-Verdict: n8n gewinnt knapp für Teams mit technischem Ansprechpartner, weil es Datenhoheit, KI-Agenten und das günstigste Pricing bei hohem Volumen verbindet. Make ist der Preis-Leistungs-Sieger für komplexe Szenarien, Zapier bleibt die richtige Wahl, wenn niemand im Team Technik anfassen will.
  • Pricing: Zapier rechnet pro Task, Make pro Operation, n8n pro Workflow-Ausführung. Bei langen Workflows mit vielen Schritten ist n8n deshalb fast immer am günstigsten, self-hosted sogar kostenlos.
  • Integrationen: Zapier führt mit über 8.000 Apps, Make liegt bei über 3.000, n8n bei rund 1.000 nativen Nodes plus HTTP-Request für jede API.
  • KI-Agenten: n8n hat die reifsten Agenten-Bausteine (Tools, Memory, Vektorspeicher), Zapier die einfachsten (Copilot, Agents), Make liegt mit Make AI Agents dazwischen.
  • Datenschutz: Nur n8n läuft komplett auf Ihrem eigenen Server in Deutschland. Make bietet ein EU-Rechenzentrum, Zapier verarbeitet Daten in den USA mit Standardvertragsklauseln.

Wie wir bewerten

Wir vergleichen n8n vs Zapier vs Make entlang von acht Kriterien, die in Kundenprojekten den Ausschlag geben: Preismodell (Pricing), Integrationen, Lernkurve, KI-Agenten, Datenschutz und Self-Hosting, Fehlerbehandlung, Grenzen der Free-Pläne und Betriebsaufwand. Alle Preise sind Listenpreise, Stand September 2026, laut Anbieter. Wir bewerten aus der Perspektive eines Marketing- oder Vertriebsteams, das Lead-Übergaben, Reporting und KI-Workflows automatisieren will. Für Entwicklerteams, die Automatisierung als Teil ihrer Software-Infrastruktur betrachten, fällt das Urteil zum Teil anders aus, darauf weisen wir an den entsprechenden Stellen hin.

Zapier, Make oder n8n: die drei Tools im direkten Vergleich

Testsieger
n8n Logo
01 · Datenhoheit und KI-Agenten

n8n

ab 20 € / Monat (n8n Cloud) · self-hosted kostenlos
8.9
Score

n8n ist die Workflow-Automation-Plattform aus Berlin, die Sie entweder als n8n Cloud mieten oder auf dem eigenen Server betreiben. Sie gewinnt diesen Vergleich knapp, weil sie als einzige der drei Plattformen echte Datenhoheit bietet, weil die Abrechnung pro Workflow-Ausführung bei komplexen Workflows deutlich günstiger ist und weil die KI-Agenten-Bausteine am weitesten entwickelt sind. Der Preis dafür ist eine steilere Lernkurve: n8n richtet sich an Menschen, die mit JSON, Ausdrücken und dem Begriff Webhook etwas anfangen können.

Stärken

  • Self-hosted n8n läuft kostenlos auf Ihrem eigenen Server, etwa bei Hetzner
  • Abrechnung pro Ausführung, nicht pro Schritt
  • KI-Agenten mit Tools, Memory und Vektorspeichern direkt im Editor
  • Code-Nodes in JavaScript und Python ohne Plan-Grenzen

Schwächen

  • Weniger native Integrationen als Zapier und Make
  • Self-Hosting bedeutet Updates, Backups und Monitoring in Eigenregie
  • Für Nicht-Techniker in den ersten Wochen anstrengend
  • Business-Plan mit SSO springt auf 667 € pro Monat
Abrechnungpro Ausführung
HostingCloud oder eigener Server
Best fürDatenhoheit, KI-Agenten
Zur Website
Make Logo
02 · Preis-Leistungs-Sieger

Make

ab 9 $ / Monat · Free-Plan mit 1.000 Operationen
8.6
Score

Make (früher Integromat) sitzt in Prag und ist die Plattform für alle, die Zapier zu teuer und n8n zu technisch finden. Der visuelle Szenario-Editor zeigt Verzweigungen, Router und Schleifen als Diagramm, und die Abrechnung pro Operation ist bei mittlerem Volumen erheblich günstiger als Zapier. Make ist die richtige Wahl für Marketing-Teams, die komplexe Szenarien ohne Programmierung bauen wollen und ein EU-Rechenzentrum brauchen, ohne selbst einen Server zu betreiben.

Stärken

  • Günstigstes Cloud-Pricing bei mittlerem Volumen
  • Visueller Editor mit Router, Iterator und Aggregator
  • Über 3.000 Apps, EU-Rechenzentrum wählbar
  • Feingranulare Fehlerbehandlung je Modul

Schwächen

  • Free-Plan nur alle 15 Minuten und mit 2 aktiven Szenarien
  • Jeder Modulschritt kostet eine Operation, lange Szenarien werden teuer
  • Kein Self-Hosting, Custom Functions erst im Enterprise-Plan
  • Operationen-Logik ist für Einsteiger schwer zu kalkulieren
Abrechnungpro Operation
HostingCloud (EU oder US)
Best fürkomplexe Szenarien, kleines Budget
Zur Website
Zapier Logo
03 · Standard ohne Technik

Zapier

ab 19,99 $ / Monat · Free-Plan mit 100 Tasks
8.2
Score

Zapier ist der Marktführer und das Tool, das jeder Marketing-Mitarbeiter schon einmal gesehen hat. Über 8.000 Apps, ein Editor, der in fünf Minuten erklärt ist, und ein Ökosystem aus Tables, Interfaces, Chatbots und Agents, das Zapier zu einer kleinen App-Plattform macht. Was Zapier nicht kann: günstig sein, sobald das Volumen steigt, und Daten in Europa halten. Für einfache zweistufige Automationen, die schnell laufen müssen und von niemandem gewartet werden, ist Zapier trotzdem oft die vernünftigste Wahl.

Stärken

  • Größte App-Bibliothek, über 8.000 Integrationen
  • Flachste Lernkurve, gut für nicht-technische Nutzer
  • Copilot baut Zaps aus Textbeschreibungen
  • Trigger und Zapier-eigene Tools kosten keine Tasks

Schwächen

  • Task-basiertes Pricing wird bei Volumen schnell teuer
  • Free-Plan nur zweistufige Zaps
  • Datenverarbeitung in den USA, kein EU-Rechenzentrum
  • Code by Zapier ist für komplexe Logik nur ein Notbehelf
Abrechnungpro Task
HostingCloud (USA)
Best fürschnelle Standard-Automationen
Zur Website

Lieber von Profis aufsetzen lassen?

Wir bauen Lead-Übergaben, Reporting-Pipelines und KI-Workflows für Kunden in allen drei Plattformen. Sagen Sie uns, was automatisiert werden soll, wir sagen Ihnen, welches Tool passt.

Projekt anfragen

Vergleichstabelle: n8n vs Zapier vs Make

KriteriumZapierMaken8n
Preismodellpro Task (jede erfolgreiche Aktion)pro Operation (jeder Modulschritt)pro Workflow-Ausführung, unabhängig von der Schrittzahl
Einstiegspreis (Jahreszahlung)19,99 $ / Monat, 750 Tasks9 $ / Monat, 10.000 Operationen20 € / Monat, 2.500 Ausführungen (n8n Cloud)
Free-Plan100 Tasks, nur zweistufige Zaps1.000 Operationen, 15-Minuten-Intervall, 2 Szenarienkein Cloud-Free-Plan, Community Edition self-hosted kostenlos
HostingCloud, Server in den USACloud, EU- oder US-Rechenzentrumn8n Cloud (Frankfurt) oder eigener Server
Self-Hostingneinneinja, Docker, npm oder Kubernetes
Integrationen (laut Anbieter)über 8.000 Appsüber 3.000 Appsrund 1.000 Nodes plus HTTP-Request-Node
Eigener CodeCode by Zapier (JavaScript, Python, mit Limits)Custom Functions nur EnterpriseCode-Node JavaScript und Python in allen Plänen
KI-AgentenZapier Agents, Copilot, AI by ZapierMake AI AgentsAI-Agent-Node mit Tools, Memory, Vektorspeichern
FehlerbehandlungZap History, Autoreplay ab Team-PlanError Handler je Modul, unvollständige AusführungenError Trigger, Retry je Node, Error-Workflows
SSO / SAMLab Team-PlanEnterpriseab Business-Plan (667 € / Monat)
DSGVO / DatenstandortUSA, StandardvertragsklauselnEU-Region wählbarkomplett auf eigenem Server möglich
Zielgruppenicht-technische Teams, schnelle StandardfälleMarketing-Ops mit komplexen SzenarienTeams mit technischem Ansprechpartner, Datenschutz-Anforderungen
Score8.28.68.9
LinkWebsite ↗Website ↗Website ↗

Alle Preise Stand September 2026, laut Anbieter, ohne Steuern. Zapier und Make rechnen in US-Dollar ab, n8n in Euro. Bei monatlicher Zahlung liegen alle drei Anbieter rund 15 bis 20 Prozent über den genannten Jahrespreisen.

Empfehlung nach Use-Case

wenn niemand im Team Technik anfassen will

Zapier

Zapier ist die bessere Wahl für nicht-technische Nutzer, die eine Handvoll Standard-Automationen brauchen: neuer Lead im Formular, ab ins CRM, Nachricht in Slack. Der Copilot baut den Zap aus einer Textbeschreibung. Solange Sie unter 2.000 Tasks im Monat bleiben, ist der Preisunterschied zu Make vernachlässigbar.

wenn Sie komplexe Szenarien bei kleinem Budget bauen

Make

Make ist die richtige Wahl, wenn Ihre Workflows Verzweigungen, Schleifen und Datenaufbereitung enthalten, Sie aber keinen Server betreiben wollen. 10.000 Operationen für 9 $ im Monat sind ein Preis, den Zapier nicht annähernd erreicht, und das EU-Rechenzentrum löst die meisten Datenschutzfragen im Mittelstand.

wenn Datenhoheit und KI-Agenten zählen

n8n

n8n ist die Plattform für Teams mit einem technischen Ansprechpartner, die Kundendaten nicht an US-Anbieter geben wollen oder dürfen und die mit KI-Agenten ernsthaft arbeiten. Self-hosted auf einem Hetzner-Server kostet der Betrieb einen einstelligen Eurobetrag im Monat, egal wie viele Workflows laufen.

Ratgeber: Zapier vs n8n und Make im Detail

Preismodelle (Pricing) im Vergleich: Task, Operation oder Ausführung?

Der wichtigste Unterschied zwischen den drei Plattformen ist nicht der Einstiegspreis, sondern die Abrechnungseinheit. Zapier nutzt ein Task-based Pricing: Jede erfolgreich abgeschlossene Aktion in einem Zap zählt als Task, der Trigger selbst und Zapier-eigene Werkzeuge wie Filter oder Formatter kosten nichts. Ein Zap mit fünf Aktionen verbraucht also pro Durchlauf fünf Tasks. Make rechnet pro Operation, und dort zählt jeder Modulschritt, auch Router, Iteratoren und Datenaufbereitung. Make nennt die Einheit inzwischen Credits, gemeint ist dasselbe. n8n rechnet pro Workflow-Ausführung: Ein Durchlauf ist ein Durchlauf, egal ob der Workflow drei oder dreißig Nodes hat und wie viele Datensätze er verarbeitet.

PlanZapierMaken8n Cloud
Free100 Tasks / Monat, zweistufige Zaps1.000 Operationen / Monat, 15-Minuten-Intervallnur Testphase, danach Community Edition self-hosted
EinstiegProfessional ab 19,99 $ (750 Tasks), monatlich 29,99 $Core 9 $ (10.000 Operationen), Intervall 1 MinuteStarter 20 € (2.500 Ausführungen, 5 gleichzeitig)
MittelProfessional-Stufen bis 2 Mio. TasksPro 16 $ (10.000 Operationen, priorisierte Ausführung)Pro 50 € (10.000 Ausführungen, 20 gleichzeitig)
TeamTeam ab 69 $ (2.000 Tasks, 25 Nutzer, SAML SSO)Teams 29 $ (Rollen und Rechte)Business 667 € (40.000 Ausführungen, SSO, Git)
Enterpriseauf Anfrageauf Anfrage, Custom Functions, 24/7-Supportauf Anfrage, auch self-hosted mit Lizenzschlüssel

Stand September 2026, laut Anbieter, Jahreszahlung. Die Preisstufen von Make sind Basisstufen mit 10.000 Operationen, höhere Kontingente werden in jedem Plan zugebucht. Der Pricing Comparison zeigt das Muster: Bei kurzen Workflows mit wenigen Schritten liegen alle drei nah beieinander. Sobald Workflows länger werden oder viele Datensätze pro Durchlauf bewegen, öffnet sich die Schere zugunsten von n8n, weil dort die Schrittzahl keine Rolle mehr spielt.

Rechenbeispiel: Was kostet eine Lead-Übergabe pro Monat?

Nehmen Sie einen typischen Vertriebs-Workflow: Ein Formular auf der Website feuert einen Webhook, der Workflow prüft die E-Mail-Adresse, reichert den Kontakt über eine Firmendatenbank an, legt ihn im CRM an, weist ihn einem Vertriebler zu und schickt eine Slack-Nachricht. Das sind ein Trigger und fünf Aktionen. Bei 1.000 Leads im Monat ergibt das nach den Abrechnungsregeln der Anbieter:

  • Zapier: 5.000 Tasks, weil der Trigger nicht zählt. Das erfordert eine Professional-Stufe oberhalb der 2.000-Task-Basis, laut Preisseite deutlich über dem Einstiegspreis von 19,99 $.
  • Make: rund 6.000 Operationen, weil Trigger und jeder Modulschritt zählen. Das passt in den Core-Plan für 9 $ im Monat.
  • n8n Cloud: 1.000 Ausführungen. Das passt in den Starter-Plan für 20 € im Monat mit 1.500 Ausführungen Reserve.
  • Self-hosted n8n: 0 € Lizenz, dazu ein Server bei Hetzner für etwa 5 bis 10 € im Monat.

Das Beispiel ist bewusst einfach gerechnet und ersetzt keine Kalkulation für Ihren Fall. Es zeigt aber, warum Zapier bei Volumen so oft in der Kritik steht: Nicht der Listenpreis ist das Problem, sondern die Multiplikation mit der Zahl der Schritte. Wenn Sie Ihre Vertriebsprozesse digitalisieren und mehrere solcher Workflows parallel betreiben, entscheidet die Abrechnungseinheit über einen dreistelligen Betrag im Monat.

Integrationen und Konnektoren: Wer verbindet mehr Apps?

Zapier hat mit über 8.000 Apps die größte Bibliothek und ist damit das Tool, bei dem die Frage nach einer Integration fast immer mit Ja beantwortet wird. Auch Nischen-Tools aus dem deutschen Mittelstand, etwa Buchhaltungs- oder Newsletter-Software, sind häufig vertreten, weil die Hersteller selbst eine Zapier-Integration pflegen. Make liegt bei über 3.000 Apps und deckt damit alles ab, was im Marketing-Stack üblich ist: HubSpot, Pipedrive, Salesforce, Google Ads, Meta, Google Sheets, Slack, Notion, Airtable.

n8n hat rund 1.000 native Nodes, was auf dem Papier nach einem klaren Rückstand aussieht. In der Praxis ist die Lücke kleiner, weil n8n einen HTTP-Request-Node mit vorgefertigten Authentifizierungen mitbringt, mit dem Sie jede REST- oder GraphQL-API ansprechen können. Für ein Marketing-Team bedeutet das: Wenn ein Tool keine n8n-Integration hat, aber eine dokumentierte API, bauen Sie die Verbindung in einer halben Stunde selbst. Wenn Ihr Team das nicht kann oder nicht will, ist genau das der Punkt, an dem Zapier oder Make die bessere Wahl bleiben. Bei CRMs ist die Abdeckung übrigens in allen drei Tools gut; welches CRM sich für Sie lohnt, zeigt unser Vergleich der besten CRM-Tools.

Lernkurve: Wer braucht wie viel Technik?

Zapier ist für nicht-technische Nutzer gebaut. Der Editor ist eine lineare Liste aus Trigger und Aktionen, jede App hat vordefinierte Felder, und der Copilot erstellt Zaps aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache. Ein Marketing-Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund baut seinen ersten funktionierenden Zap in einer Viertelstunde. Die Grenzen erreichen Sie, sobald Verzweigungen, Schleifen oder Datenumformungen nötig werden: Zapier Paths und Loops gibt es, aber sie fühlen sich angeschraubt an, und Code by Zapier ist ein Textfeld mit Ausführungslimits, kein Entwicklungswerkzeug.

Make zeigt Szenarien als Diagramm mit Modulen, Routern und Verbindungen. Das ist anfangs ungewohnt, macht komplexe Logik aber sichtbar. Wer einmal verstanden hat, wie Bundles durch ein Szenario laufen und was ein Iterator von einem Aggregator unterscheidet, arbeitet mit Make deutlich schneller als mit Zapier. Die Lernkurve liegt bei ein bis zwei Tagen konzentrierter Beschäftigung.

n8n ist die technischste der drei Plattformen. Der Editor ähnelt Make, aber n8n zeigt Ihnen die Daten als JSON, arbeitet mit Ausdrücken in JavaScript-Syntax und erwartet, dass Sie mit Begriffen wie Webhook, API-Schlüssel und Umgebungsvariable umgehen können. Für Entwickler und technisch versierte Marketing-Ops ist n8n deshalb angenehmer als Zapier, weil es nichts versteckt. Für alle anderen ist die erste Woche anstrengend. Unser ehrlicher Rat: Wenn niemand im Team mindestens einmal eine API-Dokumentation gelesen hat, starten Sie nicht mit n8n.

KI-Agenten und LLM-Workflows: Wer ist am weitesten?

Alle drei Anbieter haben 2024 und 2025 stark in KI investiert, aber mit unterschiedlichem Ergebnis. Zapier bietet Copilot zum Bauen von Zaps, AI by Zapier für Textaufgaben innerhalb eines Zaps und Zapier Agents als eigenständige Assistenten, die auf Ihre Apps zugreifen. Das ist für Einsteiger sehr zugänglich, aber die Kontrolle über Modell, Prompt und Speicher ist begrenzt. Make hat mit Make AI Agents einen ähnlichen Ansatz und lässt Agenten Szenarien als Werkzeuge aufrufen, was sauber gelöst ist.

n8n hat den reifsten Baukasten. Der AI-Agent-Node verbindet ein beliebiges Sprachmodell, von OpenAI über Anthropic bis zu lokal gehosteten Modellen, mit Tools, einem Gedächtnis und Vektorspeichern wie Pinecone oder Qdrant. Sie können einen Agenten bauen, der eingehende Anfragen liest, im CRM nachschlägt, eine Antwort formuliert und zur Freigabe in Slack legt, und Sie sehen bei jedem Schritt, welche Daten das Modell bekommen hat. Für Marketing-Teams, die mit ChatGPT und anderen Sprachmodellen mehr tun wollen als Texte generieren, ist das der entscheidende Vorteil. Für unsere Arbeit als KI-SEO-Agentur laufen Content-Analysen und Sichtbarkeits-Checks in genau solchen Workflows, weil wir Modell und Prompt jederzeit tauschen können.

Datenschutz, DSGVO und Self-Hosting in Deutschland

Hier ist der Vergleich am klarsten. Zapier verarbeitet Daten in den USA und stützt die Übermittlung auf Standardvertragsklauseln und das EU-US Data Privacy Framework. Für viele Unternehmen ist das ausreichend, für Steuerberater, Arztpraxen, Anwälte und alle, die Auftragsverarbeitung nur innerhalb der EU zulassen, nicht. Make bietet ein EU-Rechenzentrum, das Sie beim Anlegen der Organisation wählen. Damit bleiben die Workflow-Daten in Europa, der Anbieter selbst sitzt in Tschechien. Das löst die meisten Fragen im Mittelstand.

n8n kann self-hosted betrieben werden, und das ist für viele deutsche Unternehmen der eigentliche Grund für die Wahl. Ein n8n-Instance läuft per Docker auf einem virtuellen Server bei Hetzner in Falkenstein oder Nürnberg, bei IONOS oder auf einem eigenen Rechner im Firmennetz. Kundendaten verlassen dann nie Ihre Infrastruktur, es gibt keinen Auftragsverarbeiter außer dem Hoster, und die Lizenzkosten liegen bei null. n8n Cloud ist die Alternative für alle, die den Betrieb nicht selbst übernehmen wollen: Die Instanzen laufen in Frankfurt, der Anbieter ist eine GmbH in Berlin, der Auftragsverarbeitungsvertrag ist deutsch. Beides ist aus Datenschutzsicht besser als alles, was Zapier anbietet.

Tipp: Self-Hosting ist kein Selbstläufer. Wer n8n auf dem eigenen Server betreibt, ist für Updates, Backups der Datenbank, HTTPS-Zertifikate und Monitoring verantwortlich. Planen Sie zwei bis vier Stunden im Monat für den Betrieb ein oder lassen Sie die Instanz von einer Agentur oder einem Hosting-Partner betreuen. Wenn diese Zeit nicht vorhanden ist, ist n8n Cloud oder Make mit EU-Rechenzentrum die ehrlichere Wahl.

Fehlerbehandlung, Logging und Debugging

Automationen laufen nachts, am Wochenende und in dem Moment, in dem eine API des Partners ausfällt. Wie ein Tool damit umgeht, entscheidet über den Vertrauensverlust im Team. Zapier zeigt in der Zap History jeden Durchlauf mit Ein- und Ausgabedaten, sendet E-Mail-Benachrichtigungen bei Fehlern und kann ab dem Team-Plan fehlgeschlagene Durchläufe automatisch wiederholen. Für einfache Zaps reicht das, bei komplexen Zaps fehlt die Möglichkeit, an einer bestimmten Stelle anders zu reagieren.

Make hat die feinste Fehlerbehandlung: An jedem Modul können Sie einen Error Handler anhängen und entscheiden, ob das Szenario abbricht, den Fehler ignoriert, fortsetzt, zurückrollt oder den Durchlauf als unvollständige Ausführung ablegt, den Sie später manuell oder automatisch weiterführen. Das ist für Buchungs- oder Bestellprozesse wertvoll. n8n bietet einen Error Trigger, mit dem ein separater Error-Workflow bei jedem Fehler anspringt, Wiederholungsversuche je Node, ein vollständiges Ausführungsprotokoll mit den Daten jedes Schritts und die Möglichkeit, Ausführungen aus dem Protokoll heraus neu zu starten. Beim Debugging ist n8n am transparentesten, weil Sie Testdaten an einem Node festpinnen und den Workflow Schritt für Schritt durchspielen können, ohne echte Daten zu bewegen.

Grenzen der Free-Pläne: Was bekommen Sie kostenlos?

Der Free-Plan von Zapier umfasst 100 Tasks im Monat und erlaubt nur zweistufige Zaps, also einen Trigger und eine Aktion. Damit testen Sie das Tool, betreiben aber nichts Ernsthaftes. Make ist im Free-Plan großzügiger: 1.000 Operationen, alle Apps, Router und Filter. Die Einschränkungen liegen im 15-Minuten-Intervall für geplante Szenarien und in der Begrenzung auf zwei aktive Szenarien. Für einen einzelnen Lead-Workflow mit geringem Volumen reicht das dauerhaft.

n8n hat für die Cloud keinen dauerhaften Free-Plan, nur eine Testphase. Der Free-Anteil von n8n ist die Community Edition: Der Quellcode liegt auf GitHub, Sie installieren n8n selbst und zahlen nichts, egal wie viele Workflows und Ausführungen laufen. Die Lizenz ist die Sustainable Use License, die interne Nutzung uneingeschränkt erlaubt, aber den Weiterverkauf von n8n als Dienst untersagt. Für Ihr eigenes Marketing-Team ist das ohne Bedeutung. Einige Funktionen wie Umgebungen, SSO und Git-Versionierung bleiben Business- und Enterprise-Kunden vorbehalten, die Workflow-Funktionen selbst sind vollständig.

Migration: Von Zapier zu n8n oder Make wechseln

Die Frage nach dem Wechsel stellt sich meist, wenn die Zapier-Rechnung eine Schmerzgrenze überschreitet. Einen automatischen Import gibt es nicht, in keine Richtung. Der Wechsel bedeutet, jeden Zap in Make oder n8n nachzubauen. In Kundenprojekten gehen wir dabei so vor: Zuerst alle Zaps exportieren und nach Volumen sortieren, dann die fünf teuersten zuerst umziehen, weil sie den größten Teil der Kosten verursachen. Einfache zweistufige Zaps mit geringem Volumen lassen wir oft auf Zapier, weil der Umzug mehr kostet als er spart.

Von Zapier zu n8n ist der Aufwand höher als von Zapier zu Make, weil n8n bei jeder App weniger vordefinierte Felder mitbringt und Sie häufiger mit Ausdrücken arbeiten. Dafür entfällt bei n8n die Sorge um das Volumen dauerhaft. Wer zwischen Make und n8n schwankt, sollte auch Plattformen wie GoHighLevel prüfen, die für Agenturen und Vertriebsteams viele Standard-Automationen bereits eingebaut haben, sodass ein Automatisierungstool nur noch für die Sonderfälle nötig ist.

Wann der Vergleich für Sie keine Rolle spielt

Ehrlich gesagt: Wenn Sie zwei oder drei einfache Automationen mit unter 500 Durchläufen im Monat betreiben, ist der Unterschied zwischen Zapier, Make und n8n im Alltag kaum spürbar. Alle drei sind zuverlässig, alle drei verbinden die gängigen Marketing-Tools, alle drei kosten in diesem Bereich weniger als eine Stunde Arbeitszeit im Monat. Nehmen Sie dann das Tool, das Ihr Team bereits kennt. Der Vergleich wird relevant, sobald eines von drei Dingen eintritt: Das Volumen wächst, der Datenschutzbeauftragte fragt nach dem Serverstandort, oder Sie wollen KI-Agenten bauen, die mehr tun als einen Text umformulieren. Dann lohnt sich der Wechsel, und dann ist n8n in den meisten Fällen die Antwort.

Endergebnis: Acht Kriterien im Überblick

KriteriumGewinner
Preismodell bei Volumenn8n
Preis-Leistung in der CloudMake
IntegrationenZapier
LernkurveZapier
KI-Agentenn8n
Datenschutz und Self-Hostingn8n
FehlerbehandlungMake
Free-PlanMake

Endstand: n8n 3, Make 3, Zapier 2. Die Punkte sind gleich verteilt, die Gewichtung entscheidet. Für Marketing- und Vertriebsteams in Deutschland mit technischem Ansprechpartner gewinnt n8n, weil Datenschutz und KI-Agenten in den nächsten Jahren wichtiger werden als die Zahl der Integrationen. Make ist die Wahl, wenn Sie den Betrieb nicht selbst übernehmen wollen und trotzdem komplexe Szenarien günstig brauchen. Zapier bleibt richtig, wenn Einfachheit das oberste Kriterium ist und das Volumen klein bleibt. Welche Automatisierung sich messbar auf Ihre Ergebnisse auswirkt, prüfen wir im Rahmen unserer Performance-Beratung gemeinsam mit Ihnen.

Häufige Fragen zu Zapier, Make und n8n

Kann n8n Zapier ersetzen?

Ja, für die meisten Marketing- und Vertriebs-Workflows kann n8n Zapier vollständig ersetzen. n8n verbindet alle gängigen CRMs, Formular-Tools, Werbeplattformen und Kommunikationsdienste und erreicht über den HTTP-Request-Node jede API, für die Zapier eine fertige Integration hat. Der Ersatz scheitert in der Praxis an zwei Stellen: wenn niemand im Team die technischere Arbeitsweise von n8n übernehmen will, oder wenn ein Nischen-Tool nur eine Zapier-Integration und keine offene API anbietet.

Welches Tool ist besser: n8n, Make oder Zapier?

Das hängt vom Team ab. Zapier ist besser für nicht-technische Nutzer mit einfachen Automationen und kleinem Volumen. Make ist besser für komplexe Szenarien mit Verzweigungen und Schleifen bei kleinem Budget, ohne eigenen Server. n8n ist besser, wenn Datenhoheit, KI-Agenten oder hohes Volumen zählen und ein technischer Ansprechpartner vorhanden ist. In unserem Vergleich gewinnt n8n knapp, weil diese drei Faktoren für deutsche Unternehmen zunehmend entscheidend sind.

Ist n8n günstiger als Zapier?

Bei kleinen Volumen liegen beide nah beieinander: Zapier Professional beginnt bei 19,99 $ im Monat für 750 Tasks, n8n Cloud Starter bei 20 € für 2.500 Ausführungen. Der Unterschied entsteht bei längeren Workflows, weil Zapier jede Aktion als Task zählt und n8n nur den Durchlauf. Ein Workflow mit fünf Aktionen und 1.000 Durchläufen kostet bei Zapier 5.000 Tasks, bei n8n 1.000 Ausführungen. Self-hosted ist n8n abgesehen vom Server kostenlos. Stand September 2026, laut Anbieter.

Braucht man Programmierkenntnisse für n8n?

Nicht zwingend, aber es hilft erheblich. Die meisten Workflows lassen sich in n8n ohne Code aus Nodes zusammensetzen. Sobald Daten umgeformt, Bedingungen formuliert oder unbekannte APIs angebunden werden, arbeiten Sie mit Ausdrücken in JavaScript-Syntax und mit JSON. Wer sich vor diesen Begriffen nicht scheut, kommt in ein bis zwei Wochen gut zurecht. Wer eine Oberfläche ohne jede technische Ebene braucht, ist bei Zapier besser aufgehoben.

Ist n8n Open Source und wann ist das die bessere Wahl?

n8n ist quelloffen, der Code liegt auf GitHub, steht aber unter der Sustainable Use License und nicht unter einer klassischen Open-Source-Lizenz. Für die interne Nutzung im eigenen Unternehmen macht das keinen Unterschied: Sie dürfen n8n kostenlos installieren und unbegrenzt betreiben. Untersagt ist nur, n8n selbst als Dienst weiterzuverkaufen. Die self-hosted Variante ist die bessere Wahl, wenn Kundendaten Ihre Infrastruktur nicht verlassen dürfen oder das Volumen so hoch ist, dass Cloud-Pläne teuer würden.

Integriert n8n CRMs wie HubSpot, Pipedrive und Salesforce?

Ja, für HubSpot, Pipedrive, Salesforce, Zoho und viele weitere CRMs gibt es native n8n-Nodes mit Trigger- und Aktionsfunktionen. Zapier und Make decken dieselben CRMs ab, oft mit mehr vordefinierten Aktionen. Bei Spezialfunktionen einer CRM-API ist n8n über den HTTP-Request-Node flexibler. Welches CRM zu Ihrem Vertrieb passt, ist die wichtigere Frage; unser Vergleich HubSpot vs Pipedrive hilft bei der Entscheidung.

Wie migriere ich von Zapier zu n8n?

Einen automatischen Import gibt es nicht. Exportieren Sie zuerst die Liste Ihrer Zaps mit Task-Verbrauch, sortieren Sie nach Volumen und bauen Sie die teuersten Zaps zuerst in n8n nach. Testen Sie jeden Workflow mit festgepinnten Testdaten, bevor Sie den Zapier-Zap abschalten, und lassen Sie beide einige Tage parallel laufen. Einfache Zaps mit geringem Volumen können auf Zapier bleiben, wenn der Umzug mehr Zeit kostet als er spart.

Was kostet Zapier?

Zapier bietet einen Free-Plan mit 100 Tasks im Monat und zweistufigen Zaps. Der Professional-Plan beginnt bei 19,99 $ im Monat bei Jahreszahlung (29,99 $ monatlich) für 750 Tasks und skaliert in Stufen bis zu 2 Millionen Tasks. Der Team-Plan startet bei 69 $ im Monat mit 2.000 Tasks, 25 Nutzern und SAML-SSO. Enterprise-Preise gibt es auf Anfrage. Alle Angaben Stand September 2026, laut Anbieter, in US-Dollar.

Joshua Stark
Joshua Stark
Geschäftsführer STARK

Joshua leitet bei STARK die SEO- und Performance-Praxis. Über 150 Projekte für Mittelstand, SaaS und E-Commerce seit 2016.

Sie wollen es ernst angehen?

30 Minuten Gespräch mit uns, kostenlos. Wir sagen Ihnen ehrlich, welche Automatisierung sich für Sie lohnt und welche nicht.

Gespräch anfragen

Verwandte Artikel

WhatsApp-SupportØ 6h Antwort · werktags