Drupal vs WordPress 2026: welches CMS passt zu Ihrem Projekt?

Drupal oder WordPress? Diese Frage stellen sich Unternehmen, Behörden und Verbände meist dann, wenn eine gewachsene Website mit vielen Inhaltstypen, Rollen und Sprachen neu aufgesetzt werden soll. Wir stellen beide Content-Management-Systeme nebeneinander, benennen die Vor- und Nachteile ohne Beschönigung und sagen Ihnen, welches System zu welcher Organisation passt.

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Die Kurzfassung für Eilige

  • Gesamt-Verdict: WordPress ist für die meisten Firmen-Websites und für Content-Marketing die wirtschaftlichere Wahl. Drupal gewinnt, sobald komplexe Datenmodelle, ein strenges Rechtekonzept und ein eigenes Entwicklerteam zusammenkommen.
  • Marktanteil: WordPress läuft auf 40,2 Prozent aller Websites, Drupal auf 0,6 Prozent (W3Techs, Stand 20. September 2026). Der Agentur- und Freelancer-Markt ist entsprechend verteilt.
  • Redaktion: Der Block-Editor von WordPress ist nach einem Vormittag bedienbar. Drupal verlangt eine Einweisung, belohnt aber mit einer Struktur, die auch bei hundert Inhaltstypen nicht auseinanderläuft.
  • Kosten: Beide Systeme sind Open Source. Teuer wird Drupal durch Entwicklertage und Major-Upgrades, WordPress durch Plugin-Lizenzen und laufende Pflege.
  • Drupal 7: Der Support endete am 5. Januar 2025. Wer noch darauf läuft, muss migrieren, und zwar entweder zu Drupal 11 oder zu WordPress. Beides ist ein Relaunch, kein Update.

Wie wir bewerten

Wir vergleichen beide Content-Management-Systeme nach den Kriterien, die in Kundenprojekten über Erfolg oder Frust entscheiden: Redaktionsalltag, Datenmodell und Erweiterbarkeit, Rechte und Workflows, Sicherheit, Kosten über fünf Jahre sowie SEO, Performance und Barrierefreiheit. Zahlen nennen wir nur, wenn sie öffentlich belegbar sind. Erfahrungswerte aus der Agenturarbeit kennzeichnen wir als solche. Der Score fasst unsere Einschätzung für den typischen Fall zusammen: eine Unternehmenswebsite mit Redaktion, aber ohne eigenes Entwicklerteam. Für diesen Fall suchen wir die beste Wahl, nicht das technisch mächtigere System.

Drupal und WordPress im direkten Vergleich

Unsere Empfehlung für die meisten
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01 · Das meistgenutzte CMS der Welt

WordPress

0 Euro Lizenz · Hosting ab wenigen Euro im Monat
8.8
Score

WordPress startete 2003 als Blog-Software und ist heute das meistgenutzte Content-Management-System am Markt und bei Agenturen ebenso beliebt wie bei Redaktionen. Sein Vorsprung liegt nicht in der Technik, sondern im Ökosystem: über 60.000 kostenlose Plugins im offiziellen Verzeichnis, tausende Themes, vorgefertigt und sofort einsetzbar, ein riesiger Markt an Agenturen und Freelancern. Redakteure arbeiten im Block-Editor, sehen den Beitrag während des Schreibens und brauchen dafür keinen Entwickler. Die Grundlagen haben wir in Was ist WordPress beschrieben.

Stärken

  • Intuitiv bedienbarer Block-Editor, Redaktion ist nach Stunden produktiv
  • Größte Auswahl an Plugins, Themes und Dienstleistern
  • Anspruchsloses Hosting, läuft auf Shared-Paketen
  • Erprobte Lösungen für Shop, Formulare, CRM-Anbindung

Schwächen

  • Rollen nur global, kein Freigabe-Workflow im Kern
  • Mehrsprachigkeit nur per Plugin
  • Angriffsfläche wächst mit jedem Plugin
  • Komplexe Datenmodelle brauchen Zusatzsoftware
LizenzGPL, quelloffen
SprachePHP
Best fürFirmen-Websites, Blogs, Marketing
Zur Website
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02 · Das Enterprise-CMS

Drupal

0 Euro Lizenz · Hosting mit Composer und PHP 8.3
8.4
Score

Drupal gibt es seit 2001, seit Drupal 8 baut es auf dem Symfony-Framework auf. Sein Kern ist ein Datenmodell aus Entitäten, Feldern und Taxonomien, dazu Views als Abfragewerkzeug, ein fein abgestuftes Rollen- und Rechtesystem, Content Moderation für Freigaben und Mehrsprachigkeit ohne Zusatzmodul. Das macht es zur Plattform für Behörden, Hochschulen, Verbände und Konzerne mit vielen Inhaltstypen. Der Preis dafür ist Entwicklerbedarf: Ohne jemanden, der Composer, Twig und die Modul-Landschaft beherrscht, kommt ein Projekt nicht weit.

Stärken

  • Entitäten, Felder, Views und Taxonomien im Kern
  • Rechte pro Rolle, Inhaltstyp und Aktion, Freigaben inklusive
  • Mehrsprachigkeit als Kernfunktion, vier Module reichen
  • Eigenes Security Team, feste Release-Zyklen

Schwächen

  • Steile Lernkurve für Redaktion und Administration
  • Kleiner Dienstleistermarkt in Deutschland
  • Major-Upgrades sind Projekte, kein Klick
  • Kaum fertige Design-Vorlagen, das Theme entsteht individuell
LizenzGPL, Open-Source-Projekt
SprachePHP, Symfony
Best fürBehörden, Verbände, Datenportale
Zur Website

Unsicher, welches System zu Ihrer Organisation passt?

Wir sehen uns Ihre Inhaltsstruktur, Ihr Team und Ihre Anforderungen an und sagen Ihnen ehrlich, welches CMS passt. Auch dann, wenn die Antwort nicht WordPress heißt.

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Vergleichstabelle: WordPress vs Drupal

Die Tabelle beschreibt den Auslieferungszustand. „Plugin“ oder „Modul“ bedeutet, dass die Funktion nachgerüstet werden muss.

KriteriumWordPressDrupal
LizenzGPL, 0 EuroGPL, 0 Euro
Marktanteil aller Websites (W3Techs, 09/2026)40,2 Prozent0,6 Prozent
Aktuelle VersionReihe 7.xDrupal 11, Version 12 folgt im Dezember 2026
Hosting-AnforderungShared-Hosting genügt oftPHP 8.3, Composer, mehr Arbeitsspeicher
EditorBlock-Editor (Gutenberg)CKEditor 5 plus Layout Builder
Eigene Inhaltstypen und FelderPlugin (ACF, Pods)Kern
MehrsprachigkeitPlugin (WPML, Polylang)Kern
Rechte und Freigabe-WorkflowsGlobal pro Rolle, Freigabe per PluginGranular, Content Moderation im Kern
Erweiterungen im Verzeichnisüber 60.000 Pluginsrund 50.000 Module, Bruchteil für 10/11 gepflegt
Headless-SchnittstelleREST-API im KernJSON:API im Kern
Major-UpgradesEin Klick, oft automatischProjekt mit Code-Anpassung, etwa alle zwei Jahre
Dienstleister in Deutschlandsehr viele, Wechsel unkompliziertwenige Spezialagenturen, höhere Tagessätze

Empfehlung nach Use-Case: welches CMS für welchen Zweck

wenn Marketing das Tempo vorgibt

WordPress

Unternehmenswebsite, Blog, Kampagnenseiten, Landingpages: Wer regelmäßig veröffentlicht, ohne jedes Mal eine Agentur einzubinden, fährt mit WordPress deutlich praktischer. Das gilt für die große Mehrheit der Unternehmen bis in den Mittelstand.

wenn Daten, Rollen und Sprachen die Website prägen

Drupal

Behördenportal mit hunderten Redakteuren, Verbandsseite mit Mitgliederdatenbank, Hochschule mit zwölf Fakultäten und vier Sprachen: Hier ist Drupal eine bessere Wahl, weil Entitäten, Views und Rechte im Kern liegen und nicht über zehn Plugins zusammengebaut werden müssen.

wenn Sie noch auf Drupal 7 laufen

Erst Inhalte bewerten, dann System wählen

Das Support-Ende von Drupal 7 zwingt zum Relaunch. Nutzen Sie ihn, um das Datenmodell zu prüfen: Brauchen Sie die zwanzig Inhaltstypen noch? Wenn ja, führt der Weg zu Drupal 11. Wenn die Seite in Wahrheit ein Blog mit Unterseiten ist, wird WordPress günstiger.

Drupal vs WordPress im Detail: Vor- und Nachteile beider Systeme

Benutzerfreundlichkeit: Block-Editor gegen Layout Builder

Der Redaktionsalltag entscheidet darüber, ob eine Website nach dem Launch gepflegt wird oder einschläft. WordPress führt Redakteure über eine überschaubare Oberfläche: Beitrag anlegen, Blöcke setzen, Vorschau prüfen, veröffentlichen. Der Block-Editor zeigt das Ergebnis bereits während der Erstellung, neue Kolleginnen und Kollegen sind meist nach einem Vormittag arbeitsfähig.

Drupal trennt strenger zwischen Struktur und Inhalt. Redakteure füllen Felder eines Inhaltstyps aus, der Fließtext entsteht im CKEditor 5, das Seitenlayout im Layout Builder. Das wirkt anfangs sperrig und verlangt eine Schulung. Dafür bleibt die Ausgabe einheitlich, weil der Inhaltstyp bestimmt, wie ein Element aussieht, und nicht die Person, die ihn anlegt. Bei zwanzig Redakteuren aus fünf Abteilungen ist genau das ein Vorteil. Bei zwei Personen im Marketing kostet es nur Zeit. Mit Drupal CMS, der seit Januar 2025 verfügbaren vorkonfigurierten Distribution, versucht die Community, den Einstieg zu erleichtern; die Lernkurve bleibt trotzdem steiler als bei WordPress.

Datenmodell und Erweiterbarkeit: Entitäten und Views gegen Plugins

Hier liegt der eigentliche Unterschied von Drupal im Vergleich zu WordPress. Es ist im Kern ein Werkzeug zur Modellierung von Inhalten: Sie definieren Inhaltstypen mit beliebigen Feldern, verknüpfen sie über Referenzen und Taxonomien und bauen mit Views Listen, Filter und Übersichten ohne eine Zeile Code. Eine typische Anwendung wie ein Veranstaltungskalender mit Orten, Referenten und Kategorien ist damit eine Konfigurationsaufgabe, keine Programmierung. Diese Fähigkeit steckt seit Drupal 8 fest im Kern, nicht in einer Erweiterung.

WordPress kennt Beiträge, Seiten und Custom Post Types. Sobald eigene Felder und Beziehungen gebraucht werden, kommen Plugins wie Advanced Custom Fields oder Pods ins Spiel, Listen entstehen über Theme-Code oder Query-Plugins. Das funktioniert und ist für die meisten Firmenwebsites völlig ausreichend, weil dort selten mehr als eine Handvoll Inhaltstypen existiert. Wer dagegen ein Datenportal mit dreißig verknüpften Typen plant, baut in WordPress etwas nach, das Drupal out of the box mitbringt. Die große Auswahl an vorgefertigten WordPress-Plugins wiegt das bei einfachen Anforderungen auf, bei komplexen nicht.

Rollen, Rechte und Workflows

WordPress liefert fünf Rollen mit global gültigen Rechten. Wer eine Freigabe im Vier-Augen-Prinzip braucht oder einer Abteilung nur ihren Bereich freigeben will, rüstet über Plugins nach. Drupal vergibt Berechtigungen pro Rolle, Inhaltstyp und Aktion und bringt mit den Modulen Workflows und Content Moderation Freigabestufen im Kern mit: Entwurf, Prüfung, veröffentlicht, archiviert. Organisationen, in denen Veröffentlichungen dokumentiert und genehmigt werden müssen, finden das dort fertig vor. In derselben Liga spielt in Deutschland das TYPO3 CMS; WordPress und TYPO3 stellen wir im Artikel WordPress vs TYPO3 gegenüber.

Mehrsprachigkeit

Sowohl WordPress als auch Drupal können mehrsprachige Websites betreiben, aber auf verschiedenen Wegen. Bei Drupal gehören Sprachverwaltung, Inhaltsübersetzung, Oberflächenübersetzung und Konfigurationsübersetzung zu den Kernmodulen. Übersetzungen hängen strukturell am Originalinhalt, fehlende Sprachversionen sind sichtbar. WordPress braucht dafür ein Plugin wie WPML oder Polylang, das gut funktioniert, aber Lizenzkosten und Pflegeaufwand mitbringt. Bis zwei Sprachen ist das kein Argument, ab vier Sprachen mit eigenen Redaktionen ist es eins.

Sicherheit: Security Team gegen Plugin-Risiko

Beide Kerne sind solide gepflegt. Der Unterschied liegt in der Angriffsfläche und in der Organisation. Drupal hat ein eigenes Security Team, das Sicherheitshinweise für Kern und geprüfte Erweiterungen koordiniert und Updates an festen Terminen veröffentlicht. Eine Sicherheitslücke im Kern trifft allerdings jede Installation gleichzeitig, wie die beiden als Drupalgeddon bekannten Vorfälle 2014 und 2018 gezeigt haben: Ein zentral gepflegter Kern schützt nur, wenn Betreiber die Updates einspielen, bevor Hacker die Lücke ausnutzen.

Bei WordPress sitzt das Risiko fast nie im Kern, sondern in Plugins und Themes. Der Patchstack-Report zur WordPress-Sicherheit 2026 zählt für 2025 insgesamt 11.334 neu gemeldete Schwachstellen im Ökosystem, davon 91 Prozent in Plugins und 9 Prozent in Themes, im Kern dagegen nur sechs mit niedriger Einstufung. WordPress ist also so sicher, wie es gepflegt wird. Wenige, gut gewartete Plugins und zeitnahe Updates halten das Risiko im Griff. Genau dieser Punkt spricht bei Websites ohne laufende Betreuung eher für ein Managed-Hosting, wie wir es im Vergleich der besten WordPress-Hoster beschreiben.

Kosten über die Laufzeit

Die Lizenzfrage ist schnell beantwortet, beide Systeme kosten nichts. Teuer wird ein CMS in Einrichtung, Schulung und Wartung. Projektpreise hängen so stark vom Umfang ab, dass jede Pauschalzahl in die Irre führt. Belastbar sind die Kostenblöcke und ihre Richtung:

KostenblockWordPressDrupal
Lizenz0 Euro0 Euro
HostingShared ab wenigen Euro, Managed ab rund 20 Euro im MonatVPS oder spezialisiertes Managed-Hosting, meist deutlich teurer
Ersteinrichtunggeringer, Theme und Plugins decken viel abhöher, Datenmodell und Theme werden gebaut
ErweiterungenPremium-Plugins mit Jahreslizenzen, oft 50 bis 300 Euro je PluginErweiterungen meist kostenlos, Anpassung kostet Entwicklerzeit
Schulung der RedaktionStunden bis ein Tagein bis mehrere Tage
Laufende Wartunghäufige kleine Updates, Plugin-PflegeSicherheitsupdates an festen Terminen, Composer-Pflege
Major-Upgradeim Klick enthaltenProjekt etwa alle zwei Jahre, Erweiterungen und Custom Code prüfen
Dienstleistergroßer Markt, breite Preisspannekleiner Markt, Tagessätze spürbar höher

Die Preisangaben sind Marktspannen mit Stand September 2026 und ersetzen kein Angebot. Rechnen Sie über fünf Jahre statt nur über das Startbudget: Bei WordPress verteilen sich die Kosten auf viele kleine Wartungszyklen und Lizenzen, bei Drupal auf ein höheres Anfangsinvestment und wenige große Versionssprünge. Der nächste steht bereits im Kalender: Drupal 12 erscheint in der Woche vom 7. Dezember 2026, Drupal 10 verliert am 9. Dezember 2026 den Support.

SEO, Performance und Barrierefreiheit

Diesen Vergleich entscheidet die Suchmaschinenoptimierung nicht. Beide Systeme liefern sauberes HTML, sprechende URLs, Canonicals, Sitemaps und Weiterleitungen, bei WordPress über etablierte SEO-Tools als Plugin, bei Drupal über Erweiterungen wie Metatag, Pathauto und Redirect. Der Unterschied liegt im Alltag: In WordPress pflegen Redakteure Meta-Angaben und Schema-Markup direkt im Editor, dort richtet das meist ein Entwickler einmal pro Inhaltstyp ein. Was am Ende im Quelltext steht, hängt in beiden Fällen stärker vom Theme ab als vom System, wie wir im Beitrag zur technischen SEO zeigen.

Bei Performance und Skalierbarkeit gilt dasselbe. Drupal bringt mit Cache-Tags und BigPipe ein ausgereiftes Caching im Kern mit, das bei personalisierten Seiten mit vielen Rollen seine Stärke ausspielt. WordPress erreicht mit einem Caching-Plugin und gutem Hosting dieselben Ladezeiten. Langsam werden beide durch überladene Vorlagen, unkomprimierte Bilder und zu viele Skripte.

Barrierefreiheit ist seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz vom 28. Juni 2025 für viele Anbieter Pflicht, für öffentliche Stellen gilt ohnehin die BITV 2.0. Beide Projekte verfolgen im Kern die WCAG 2.1 auf Stufe AA, Drupal hat das als verbindliches Ziel für alle Kernkomponenten festgeschrieben. Ob eine Website barrierefrei ist, entscheidet aber das Frontend: Theme, Kontraste, Formulare, Alternativtexte. Ein zugängliches Backend ist bei Drupal etwas verlässlicher, weil weniger Fremdcode im Spiel ist.

Headless: JSON:API gegen REST-API

Beide Systeme lassen sich mit getrenntem Frontend und Backend betreiben, das CMS liefert dann nur noch Daten. Drupal liefert dafür seit Version 8.7 JSON:API im Kern und ist mit seinem strukturierten Datenmodell die naheliegende Wahl, wenn dieselben Inhalte auf Website, App und Infoterminal ausgespielt werden. WordPress bringt die REST-API mit, mit der wir in Projekten regelmäßig statische Frontends bauen. Für eine Marketing-Website mit ein paar Landingpages ist Headless in beiden Fällen Aufwand ohne Nutzen. Für eine Plattform mit mehreren Ausgabekanälen lohnt es sich, und dann ist das Enterprise-CMS wegen der Typisierung im Vorteil.

Migration: von Drupal zu WordPress oder zu Drupal 11

Seit dem Support-Ende von Drupal 7 am 5. Januar 2025 steht ein großer Bestand an Websites vor der Entscheidung. Ein Wechsel von Drupal 7 zu Drupal 11 ist kein Update, sondern eine Neuimplementierung: Das Datenmodell wird mit dem Migrate-Framework übernommen, Theme und Custom Code werden neu geschrieben, viele alte Erweiterungen haben keinen Nachfolger. Das kostet ähnlich viel wie ein Relaunch auf ein anderes System, was den Wechsel von Drupal zu WordPress für viele Betreiber attraktiv macht.

Bewährt hat sich dieser Ablauf: Zuerst inventarisieren Sie Inhaltstypen, Felder und Views und gleichen die Seiten mit Analytics- und Search-Console-Daten ab. Seiten ohne Aufrufe und Rankings wandern nicht mit. Dann bilden Sie die verbleibenden Inhaltstypen auf ein klar definiertes Block-Set ab, führen Medien in die Mediathek über und bauen Rechte über Rollen nach, sofern sie noch gebraucht werden. Kritisch sind die Weiterleitungen: Die alten Pfade unterscheiden sich strukturell von den neuen Permalinks, und ohne vollständige 301-Zuordnung verliert die Webseite über Jahre erarbeitete Rankings. Der umgekehrte Weg von WordPress zu Drupal kommt seltener vor und lohnt sich fast nur, wenn eine konkrete Anforderung ihn erzwingt: eine Internationalisierung, eine Konzernvorgabe oder der Zusammenschluss mehrerer Portale.

Tipp: Zählen Sie vor der Entscheidung Ihre Inhaltstypen, nicht Ihre Seiten. Eine Website mit 2.000 Seiten und drei Inhaltstypen ist ein WordPress-Fall. Eine Website mit 200 Seiten, fünfzehn verknüpften Inhaltstypen und vier Redaktionen ist ein Drupal-Fall, unabhängig von der Größe.

Joomla, TYPO3 und Contao im Vergleich zu WordPress und Drupal

Wer die gesamte Systemlandschaft neu bewertet, sollte den Blick weiten. Joomla liegt konzeptionell zwischen beiden: mehr Struktur als WordPress, weniger Modellierungstiefe als Drupal, mit 1,1 Prozent aller Websites verbreiteter als dieses, aber mit schrumpfendem Markt. TYPO3 ist im deutschsprachigen Raum das Enterprise-CMS mit dem größeren Dienstleisterkreis und konkurriert direkt mit Drupal um Behörden und Hochschulen. Contao bedient den Mittelstand mit einem strukturierten Backend, ohne die Komplexität von Drupal und TYPO3. Eine Einordnung aller Systeme finden Sie in unserem Überblick der WordPress-Alternativen, den Nachbarvergleich in WordPress vs Joomla.

Häufige Fragen zu Drupal und WordPress

Welches CMS ist besser: WordPress oder Drupal?

Für die meisten Unternehmenswebsites, Blogs und Marketing-Auftritte ist WordPress die bessere Wahl, weil Redaktion, Erweiterungen und Dienstleister günstiger und schneller verfügbar sind. Drupal ist besser, wenn viele verknüpfte Inhaltstypen, ein strenges Rechtekonzept, Mehrsprachigkeit und ein eigenes Entwicklerteam zusammenkommen. Die Frage ist also nicht, welches System besser ist, sondern welches zu Ihrer Organisation passt.

Ist Drupal wie WordPress?

Beide sind in PHP geschrieben, quelloffen und im Kern ein Content Management System, damit enden die Gemeinsamkeiten. WordPress ist auf einfache Bedienung und ein großes Plugin-Ökosystem ausgelegt. Drupal ist ein Framework zur Modellierung von Inhalten mit Entitäten, Views und granularen Rechten, mit dem eher eine Webanwendung als eine Broschürenseite entsteht. Wer das eine kennt, muss das andere neu lernen.

Ist WordPress noch zeitgemäß?

Ja. Der Kern wird aktiv weiterentwickelt, der Block-Editor ist eine moderne Redaktionsoberfläche, und über die REST-API lässt sich das System auch als Backend hinter einem eigenen Frontend betreiben. Veraltet wirken einzelne Installationen mit alter PHP-Version und einem Dutzend ungepflegter Plugins, nicht das System.

Was ist besser als WordPress?

Das hängt vom Zweck ab. Für komplexe Datenmodelle und Rechtekonzepte sind Drupal und TYPO3 besser, für designgetriebene Marketing-Websites Webflow, für Online-Shops Shopify, für kleine Firmenseiten ein Baukasten. Eine pauschal bessere Lösung gibt es nicht, weil WordPress für seinen Kernzweck, die redaktionsfreundliche Unternehmenswebsite, sehr gut funktioniert.

Welches CMS ist besser, WordPress oder Joomla?

Für fast alle neuen Projekte WordPress, weil es flexibel erweiterbar und überall verfügbar ist. Joomla bietet etwas mehr Struktur im Kern, verliert aber seit Jahren Marktanteil und Entwickler, was sich bei Erweiterungen und Dienstleistern bemerkbar macht. Joomla lohnt sich vor allem dort, wo eine bestehende Installation gut läuft und ein Team sie beherrscht.

Sind WordPress und Drupal gleich sicher?

Beide Kerne sind gut gepflegt. Drupal hat ein zentrales Security Team und feste Update-Termine, WordPress ein sehr großes Ökosystem, in dem 2025 laut Patchstack 91 Prozent der gemeldeten Schwachstellen auf Plugins entfielen. Drupal ist im Auslieferungszustand etwas verlässlicher, WordPress ist so sicher, wie es gewartet wird.

Wie viele Module und Themes hat Drupal?

Auf drupal.org sind rund 50.000 Module und einige tausend Templates gelistet, davon ist allerdings nur ein Bruchteil für Drupal 10 und 11 gepflegt. WordPress kommt auf über 60.000 kostenlose Plugins und über 13.000 Themes im offiziellen Verzeichnis, dazu ein großer kommerzieller Markt. Bei fertigen Design-Vorlagen ist der Abstand am größten.

Lohnt sich der Wechsel von Drupal zu WordPress?

Wenn Sie noch auf Drupal 7 laufen, müssen Sie ohnehin migrieren, weil der Support am 5. Januar 2025 endete. Der Wechsel zu WordPress lohnt sich, wenn Ihre Website in Wahrheit aus wenigen Inhaltstypen besteht und die Redaktion ohne Agentur arbeiten soll. Bleiben Sie bei Drupal, wenn das Datenmodell, die Rechte oder die Mehrsprachigkeit der Grund waren, es einzuführen.

Joshua Stark
Joshua Stark
Geschäftsführer STARK

Joshua leitet bei STARK die SEO- und Performance-Praxis. Über 150 Projekte für Mittelstand, SaaS und E-Commerce seit 2016.

Relaunch steht an?

30 Minuten Gespräch, kostenlos. Wir sehen uns Ihre Website an und sagen Ihnen, welcher Weg der wirtschaftlichere ist.

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