Die Kurzfassung für Eilige
- Gesamt-Verdict: Für Online-Shops brauchen Sie beide: PayPal wegen der Conversion im deutschen Checkout, Stripe als Backbone für Karten, SEPA und Wallets. Für SaaS, Abos und Dienstleister mit eigener Rechnungslogik reicht Stripe allein, für kleine Shops ohne Entwickler reicht PayPal allein.
- Gebühren: Stripe berechnet für EU-Karten 1,5 % + 0,25 €, PayPal für Zahlungen aus dem Kundenkonto 2,49 % + 0,35 € und für Karten über PayPal Checkout 2,99 % + 0,39 € (Stand September 2026, laut Anbieter). Bei 100 € Warenkorb sind das 1,75 € gegen 2,84 € beziehungsweise 3,38 €.
- Abos und Rechnungen: Billing, Invoicing und Stripe Connect sind eigene Produkte mit Programmierschnittstelle. PayPal bietet Abos und Rechnungen ebenfalls, aber deutlich einfacher gestrickt.
- Vertrauen: Käuferschutz und der bekannte gelbe Button senken Kaufabbrüche bei Erstkunden. Das kann kein Kartenformular ersetzen, auch kein besonders schönes.
- Risiko: Beide sperren Konten und halten Guthaben zurück, wenn ihnen das Geschäftsmodell oder die Rückbuchungsquote nicht gefällt. Wer nur einen Anbieter hat, hat im Ernstfall keinen Umsatz.
Wie wir Stripe und PayPal bewerten
Wir bewerten beide Payment Processors aus der Sicht eines Unternehmens in Deutschland, das online verkauft: Onlineshop, SaaS mit Abos oder Dienstleister, der Rechnungen digital bezahlen lässt. Kriterien sind Gebühren je Transaktion, Zahlungsmethoden, Abo- und Rechnungsfunktionen, Auszahlung und Kontorisiko, Conversion, Integration in Shopsysteme und Buchhaltung sowie Datenschutz. Preise stammen von den offiziellen Preisseiten (Stand September 2026, laut Anbieter). Was wir nicht tun: Abbruchquoten oder Umsatzeffekte erfinden. Die hängen von Ihrem Sortiment, Ihren Kunden und Ihrem Checkout ab, nicht vom Logo des Zahlungsanbieters.
Stripe vs PayPal: beide Zahlungsanbieter im direkten Vergleich

Stripe
Stripe ist ein Payment Processor, der als Baukasten gedacht ist: Checkout, Payment Links, Billing für Abos, Invoicing für Rechnungen, Connect für Marktplätze, Terminal für den Point of Sale und Radar für Betrugserkennung. Alles hängt an einer Stripe API, die als beste ihrer Branche gilt. Sie akzeptieren damit Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, Klarna, Apple Pay, Google Pay und seit einiger Zeit sogar PayPal als Methode. Ohne Entwickler oder ein Shopsystem mit fertigem Plugin bleibt vieles davon allerdings Theorie.
Stärken
- Günstigste Kartengebühr im Vergleich, SEPA-Lastschrift für 0,35 € fix
- Billing und Invoicing für Abos, Testphasen, Mahnläufe und Rechnungen
- Connect für Marktplätze und Plattformen mit Auszahlung an Dritte
- Dokumentation, Test-Modus und Webhooks, mit denen sich jede Logik abbilden lässt
Schwächen
- Kein Kundenvertrauen aus eigener Marke, Käufer sehen nur ein Kartenformular
- Rückbuchung kostet 20 €, eigene Radar-Regeln kosten ab 10 € im Monat extra
- Support fast nur per Chat und E-Mail, bei Kontosperrungen oft langsam
- In Shopify Deutschland nicht direkt als Zahlungsanbieter einbindbar

PayPal
PayPal ist zuerst eine Zahlungsart mit über 30 Millionen aktiven Kundenkonten in Deutschland und erst danach ein Zahlungsanbieter für Händler. Mit einem kostenlosen Business-Konto und PayPal Checkout akzeptieren Sie neben der klassischen Wallet-Zahlung auch Kreditkarte, Lastschrift und Ratenzahlung über Ratepay, ohne eine Zeile Code. Darüber hinaus bietet PayPal Rechnungen, Abos, einen Zahlungslink und mit Zettle ein Kassensystem. Der Käuferschutz ist das Verkaufsargument gegenüber Kunden und zugleich das, was Händler in Streitfällen am meisten Nerven kostet.
Stärken
- Höchste Bekanntheit und Vertrauen bei deutschen Käufern, Zahlung in zwei Klicks
- Karten, Lastschrift und Ratenzahlung über einen Vertrag ohne Entwickler
- Guthaben sofort verfügbar, Auszahlung auf das Bankkonto kostenlos
- In jedem Shopsystem und in sevdesk oder Lexware Office direkt anbindbar
Schwächen
- Höhere Gebühr je Transaktion, bei Karten und Ratenzahlung nochmals mehr
- Käuferschutz entscheidet Streitfälle häufig zugunsten des Käufers
- Guthaben-Sperren und Reserven, die ohne Vorwarnung greifen können
- Abos und Rechnungen funktional weit hinter Stripe Billing
Sie stehen vor der Entscheidung?
Wir richten Checkouts auf Shopify, WooCommerce und Shopware ein und rechnen die Gebühren für Ihr Volumen durch. In 30 Minuten sagen wir Ihnen, welche Kombination zu Ihrem Geschäftsmodell passt.
Vergleichstabelle: Stripe und PayPal
| Kriterium | Stripe | PayPal |
|---|---|---|
| Preismodell | nutzungsbasiert, keine Grundgebühr | nutzungsbasiert, Business-Konto kostenlos |
| Standardgebühr | 1,5 % + 0,25 € (EU-Karten) | 2,49 % + 0,35 € (Wallet-Zahlung) |
| Karten außerhalb der EU | 3,15 % + 0,25 €, Währungsumrechnung + 2 % | + 1,99 % Aufschlag, Währungsumrechnung 3 % |
| SEPA-Lastschrift | 0,35 € fix | 0,35 € fix (über Checkout) |
| Ratenzahlung / Rechnungskauf | Klarna ab 2,99 % + 0,35 € | Ratepay 2,99 % + 0,39 € |
| Abos | Stripe Billing + 0,7 % des Volumens | Abos inklusive, einfache Logik |
| Rechnungen | Invoicing + 0,4 %, gedeckelt je Rechnung | Rechnungen inklusive, Standardgebühr bei Zahlung |
| Rückbuchung / Streitfall | 20 € | 16 € |
| Auszahlung | rollierend nach einigen Werktagen, Sofort-Auszahlung 1 % | Guthaben sofort, Überweisung aufs Bankkonto kostenlos |
| Point of Sale | Stripe Terminal | Zettle |
| DSGVO / Sitz | europäische Gesellschaft in Irland | europäische Bank in Luxemburg |
| Zielgruppe | SaaS, Marktplätze, Dienstleister mit Entwickler | Shops jeder Größe, Erstkunden, kleine Teams |
Empfehlung nach Use-Case
Beide, mit klarer Rollenverteilung
PayPal als Express-Button im Warenkorb und im Checkout, weil ein Teil Ihrer Kunden ohne diese Option abbricht. Stripe oder Shopify Payments dahinter für Kreditkarte, SEPA, Wallets und Klarna, weil die Gebühr niedriger ist und die Kartenzahlung nicht über ein Drittkonto läuft. Welche Kombination Ihr Shopsystem ohne Aufschlag erlaubt, klären wir im Vergleich Shopify oder WooCommerce.
Stripe allein
Testphasen, Upgrades, anteilige Abrechnung, Mahnläufe, Kundenportal und Steuerberechnung sind in Billing fertig und über die API steuerbar. Wer Online-Kurse, Software oder Beratungspakete verkauft, braucht diese Tiefe und selten den PayPal-Button. Welche Kursplattformen das bereits mitbringen, zeigt unser Vergleich der Online-Kurs-Plattformen.
PayPal allein
Ein Business-Konto, PayPal Checkout im Shopsystem aktiviert, und Sie akzeptieren Wallet, Karten, Lastschrift und Ratenzahlung über einen Vertrag. Die Gebühr ist höher, dafür ist der Aufwand null und die Anbindung an sevdesk oder Lexware Office ein Klick. Sobald Kartenzahlungen einen spürbaren Anteil erreichen, rechnen Sie nach und holen Stripe dazu.
PayPal oder Stripe im Detail: der Ratgeber
Was ist der Unterschied zwischen Stripe und PayPal?
Beide gelten als Payment Gateways, lösen aber unterschiedliche Probleme. Stripe ist eine Plattform für den Zahlungsverkehr, die Sie in Ihre Website, App oder Software einbauen: Der Kunde bleibt in Ihrem Checkout, gibt seine Kreditkarte oder IBAN ein, und die Plattform wickelt die Transaktion im Hintergrund mit der Bank ab. Der Kunde muss kein Konto beim Anbieter haben und sieht die Marke oft nicht einmal.
PayPal hingegen ist ein Konto, das der Kunde bereits besitzt. Er klickt den Button, meldet sich an, bestätigt, fertig. Das Geld landet auf Ihrem Business-Konto, mit allen Regeln, die dazugehören: Käuferschutz, Streitfälle, Guthaben-Sperren. Der eine Anbieter ist Infrastruktur, der andere ist eine Zahlungsart mit eigener Kundenbeziehung. Genau deshalb schließen sich sowohl Stripe als auch PayPal nicht aus, sondern ergänzen sich in den meisten Shops.
Gebühren im Vergleich: Was kostet eine Zahlung wirklich?
Stripe berechnet in Deutschland laut Preisliste (Pricing) 1,5 % + 0,25 € je Zahlung mit einer Standard-EU-Karte, 2,8 % + 0,25 € bei Premium-Karten wie Firmenkarten, 3,15 % + 0,25 € bei Karten außerhalb der EU, zuzüglich 2 % bei Währungsumrechnung. SEPA-Lastschrift kostet 0,35 € pauschal, Klarna ab 2,99 % + 0,35 €. Eine Rückbuchung schlägt mit 20 € zu Buche. Billing kostet 0,7 % des Abo-Volumens obendrauf, Invoicing 0,4 % je bezahlter Rechnung mit Deckel. Die Betrugserkennung ist in der Grundversion enthalten, eigene Regeln kosten ab 10 € im Monat.
PayPal verlangt für Zahlungen aus einem Kundenkonto innerhalb Deutschlands und des EWR 2,49 % + 0,35 €. Läuft die Zahlung über PayPal Checkout per Kreditkarte, Debitkarte oder Ratenzahlung, sind es 2,99 % + 0,39 €. Lastschrift kostet 0,35 €, Mikrozahlungen 4,99 % + 0,09 €, Zahlungen aus Ländern außerhalb des EWR + 1,99 % Aufschlag, Währungsumrechnung 3 %. Die Rückbuchung kostet 16 €. Monatsgebühren gibt es bei keinem der beiden Anbieter.
| Gebühr bei 100 € Warenkorb | Stripe | PayPal |
|---|---|---|
| EU-Kreditkarte | 1,75 € | 3,38 € (über Checkout) |
| SEPA-Lastschrift | 0,35 € | 0,35 € |
| Wallet-Zahlung aus dem Kundenkonto | nicht anwendbar | 2,84 € |
| Ratenzahlung | 3,34 € (Klarna) | 3,38 € (Ratepay) |
Bei 30.000 € Monatsumsatz und durchschnittlich 60 € pro Bestellung liegt der Unterschied zwischen den beiden Anbietern bei rund 350 bis 500 € im Monat, je nachdem, ob Ihre Kunden mit Karte oder aus dem Kundenkonto zahlen. Das ist kein Grund, den gelben Button abzuschalten, aber ein guter Grund, Kartenzahlungen nicht über PayPal Checkout laufen zu lassen, wenn Stripe dieselbe Karte für 1,5 % + 0,25 € abwickelt. Ab einem gewissen Volumen verhandeln beide Anbieter individuelle Konditionen.
Zahlungsmethoden: Karten, SEPA, Klarna, Wallets und Ratenzahlung
Stripe unterstützt praktisch alle Zahlungsverfahren, die im deutschen und europäischen E-Commerce eine Rolle spielen: Visa, Mastercard, American Express, SEPA-Lastschrift, Klarna, die Wallets von Apple und Google, Link als eigenes One-Click-Wallet und inzwischen PayPal als Zahlungsmethode innerhalb des eigenen Checkouts. Das ist der Grund, warum viele Händler die Plattform als Rückgrat wählen: eine Integration, alle Methoden, ein Dashboard, eine Auszahlung.
PayPal Checkout deckt die klassische Wallet-Zahlung, Karten ohne Kundenkonto, Lastschrift und Ratenzahlung über Ratepay ab, dazu die Wallets von Apple und Google in neueren Integrationen. Für den Rechnungskauf, in Deutschland nach wie vor eine gefragte Option, brauchen Sie bei beiden einen Partner wie Klarna oder Ratepay. Wer den Button nur wegen des Käuferschutzes im Checkout möchte, kann die Methode auch über Stripe abwickeln, zahlt dann aber die dort ausgewiesenen Konditionen und verliert das eigene Business-Konto als Guthaben-Konto.
Abos, Rechnungen und Marktplätze: Billing, Invoicing, Connect
Hier trennt sich das Feld. Stripe bietet mit Billing Abos mit Testphasen, gestaffelten Preisen, nutzungsbasierter Abrechnung, anteiliger Berechnung bei Upgrades, automatischen Mahnläufen bei fehlgeschlagenen Zahlungen und einem Kundenportal, in dem Kunden Zahlungsmittel und Tarif selbst ändern. Invoicing erzeugt Rechnungen mit Zahlungslink, die Steuerfunktion berechnet Umsatzsteuer je Land, und Connect verteilt Geld an Dritte, etwa an Verkäufer auf einem Marktplatz oder Coaches auf einer Kursplattform. Wer eine SaaS-Anwendung oder eine Plattform baut, findet in dieser Kombination fast alles, was er sonst selbst schreiben müsste.
PayPal bietet Abos und Rechnungen ebenfalls, aber auf dem Niveau eines Werkzeugs für kleine Unternehmen: feste Intervalle, einfache Rechnungsvorlagen, ein Zahlungslink. Für einen Coach mit drei Paketen reicht das. Für Software mit nutzungsabhängigen Tarifen, für Marktplätze oder für Buchhaltungspflichten nach GoBD mit eigener Nummernlogik reicht es nicht. Ähnlich sieht es aus, wenn Sie Zahlungen auf einer Landingpage ohne Shopsystem einsammeln wollen: Die Payment Links des einen und die Zahlungslinks des anderen funktionieren beide, die Abo-Logik dahinter kann nur einer.
Conversion und Käuferschutz: warum PayPal im deutschen Checkout kaum fehlen darf
In Kundenprojekten sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Sobald der PayPal-Button im Checkout fehlt, steigen die Abbrüche bei Erstkunden, und die Beschwerden im Support beginnen mit dem Satz, man zahle grundsätzlich nur damit. Die Gründe sind der Käuferschutz, das gespeicherte Konto ohne erneute Karteneingabe und schlicht Gewohnheit. Der Dienst ist in Deutschland neben dem Rechnungskauf die meistgenutzte Zahlungsart im Online-Handel, und diese Präferenz lässt sich mit einem noch so schönen Kartenformular nicht wegoptimieren.
Der Käuferschutz hat eine Kehrseite. Kunden können bis zu 180 Tage nach dem Kauf einen Fall eröffnen, und die Entscheidung fällt nach den Regeln des Anbieters, nicht nach Ihren AGB. Ohne Sendungsverfolgung mit Zustellnachweis verlieren Händler diese Fälle in der Regel. Stripe kennt das Problem in Form von Chargebacks über die Kartenbank, mit 20 € Gebühr und einem Beweisverfahren, bei dem Sie ebenfalls Belege liefern müssen. Stripe Radar filtert viele Betrugsversuche vorab, ersetzt aber keinen sauberen Versandprozess. Die ehrliche Antwort lautet: Beide Anbieter stehen im Streitfall zuerst auf der Seite des Käufers, PayPal nur etwas offensichtlicher.
Auszahlung, Kontosperrungen und Reserven
Bei PayPal steht das Geld sofort im Guthaben und lässt sich kostenlos auf das Bankkonto überweisen, meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Stripe zahlt rollierend aus: In Deutschland kommt die erste Auszahlung laut Anbieter nach etwa sieben Tagen, danach in einem Rhythmus, den Sie auf täglich, wöchentlich oder monatlich stellen können. Sofort-Auszahlungen kosten 1 % mit Mindestgebühr 0,50 €.
Das größere Risiko liegt woanders. Sowohl PayPal als auch Stripe sperren Konten oder halten Reserven zurück, wenn das Geschäftsmodell als riskant gilt, die Rückbuchungsquote steigt oder die Verifizierung nicht vollständig ist. Bei dem einen ist eine Sperre von 21 Tagen auf Guthaben neuer Verkäufer üblich, beim anderen eine rollierende Reserve nach Risikoeinschätzung. In den Erfahrungsberichten, die bei dieser Suche oben ranken, geht es fast immer um genau diese Sperren, und die Berichte gibt es für beide Anbieter. Deshalb unser Rat aus der Praxis: Verifizieren Sie das Konto vollständig, bevor Umsatz fließt, hinterlegen Sie Impressum, AGB und Lieferzeiten sauber, und haben Sie einen zweiten Anbieter, damit eine Sperre nicht den gesamten Zahlungsverkehr stoppt.
Integration in Shopify, WooCommerce und Shopware
In Shopify ist PayPal von Haus aus vorgesehen und läuft neben Shopify Payments ohne Aufschlag. Stripe selbst können Sie in Deutschland dagegen nicht als eigenen Zahlungsanbieter hinzufügen; Shopify Payments basiert zwar auf der Technik der Plattform, die Konditionen setzt aber Shopify. In WooCommerce gibt es für beide offizielle Plugins, dazu WooPayments, das auf derselben Technik aufsetzt. Shopware 6 liefert ein PayPal-Plugin direkt von Shopware und ein Stripe-Plugin vom Anbieter selbst. Die Unterschiede zwischen den Systemen bei Gebühren und Aufschlägen erklären wir in Shopify und Shopware.
Ohne Shopsystem, etwa auf einer Astro- oder WordPress-Seite mit Buchungsformular, ist die Integration auf der einen Seite eine Aufgabe für Entwickler oder ein No-Code-Werkzeug wie Payment Links, auf der anderen ein eingebetteter Button. Für Händler, die den Checkout auch für Suchmaschinen sauber halten wollen, spielt der Zahlungsanbieter keine Rolle; die Hebel dafür stehen in unserem Leitfaden zu Shopify SEO.
Buchhaltung und DSGVO: sevdesk, Lexware Office und Serverstandort
PayPal lässt sich in sevdesk und Lexware Office als Zahlungskonto anbinden, Transaktionen und Gebühren laufen dann wie ein Bankkonto ein. Stripe braucht dafür meist einen Umweg über den CSV-Export, eine Drittanbieter-Schnittstelle oder den Steuerberater, weil die Auszahlungen gesammelt und um die Gebühr gekürzt ankommen. Wer viele Transaktionen hat, plant diesen Abgleich von Anfang an ein; Ähnliches gilt übrigens für GoCardless oder Mollie, die im deutschen Mittelstand ebenfalls verbreitet sind.
Beim Datenschutz arbeiten beide über europäische Gesellschaften: die eine mit Sitz in Irland, die andere mit Sitz in Luxemburg und einer Banklizenz. In beiden Fällen gehören Anbieter, Zweck und Datenübermittlung in die Datenschutzerklärung, und das JavaScript des jeweiligen Checkouts sollte erst laden, wenn der Kunde den Bezahlvorgang startet, nicht auf jeder Seite. Die konkrete Einbindung entscheidet, ob Sie mit Einwilligung oder berechtigtem Interesse arbeiten können.
Vor- und Nachteile: das Endergebnis in sieben Kategorien
| Kategorie | Stripe | PayPal |
|---|---|---|
| Gebühren je Transaktion | Sieger | - |
| Zahlungsmethoden und Wallets | Sieger, knapp | - |
| Abos, Rechnungen, Marktplätze | Sieger, deutlich | - |
| Conversion und Kundenvertrauen | - | Sieger |
| Einrichtung ohne Entwickler | - | Sieger |
| Auszahlung und Buchhaltung | - | Sieger |
| Kontorisiko und Streitfälle | unentschieden | unentschieden |
Auf dem Papier steht es 3:3 bei einem Unentschieden, und bei Gebühren und Funktionstiefe ist der Abstand zugunsten der Entwickler-Plattform deutlich. Trotzdem ist die Antwort auf die Frage, welcher Anbieter der bessere für Ihr Unternehmen ist, fast nie ein einzelner Name. Für Online-Shops in Deutschland ist die Kombination die richtige Wahl: PayPal als sichtbare Zahlungsart für die Conversion, Stripe oder das Zahlungsmodul des Shopsystems als günstiges Rückgrat für Karten und SEPA. Die Plattform allein passt, wenn Sie Abos, Software oder Dienstleistungen mit eigener Rechnungslogik verkaufen. Das Wallet allein passt, wenn Sie klein starten und niemand programmiert. Egal ist der Vergleich, wenn Ihr Shop noch keine Kunden hat: Dann ist der Zahlungsanbieter nicht Ihr Engpass. Welche Plattform Sie dafür wählen, zeigt unser Überblick der besten E-Commerce-Plattformen.
Häufig gestellte Fragen zu PayPal und Stripe
Was ist besser, Stripe oder PayPal?
Für Online-Shops in Deutschland ist die Kombination am besten: PayPal für Kundenvertrauen und weniger Kaufabbrüche, Stripe für günstige Karten- und SEPA-Zahlungen sowie Wallets. Wer Abos, Software oder Dienstleistungen mit eigener Rechnungslogik verkauft, kommt mit der Entwickler-Plattform allein aus. Wer klein startet und keinen Entwickler hat, kommt mit dem Wallet und dessen Checkout allein aus und holt die Plattform später dazu, wenn Kartenzahlungen ins Gewicht fallen.
Welche Gebühren fallen bei Stripe und PayPal an?
Stand September 2026 laut Anbieter: Stripe 1,5 % + 0,25 € je EU-Kartenzahlung, 0,35 € je SEPA-Lastschrift, 20 € je Rückbuchung, Billing 0,7 % zusätzlich. PayPal 2,49 % + 0,35 € je Zahlung aus dem Kundenkonto, 2,99 % + 0,39 € bei Karten und Ratenzahlung über den eigenen Checkout, 0,35 € je Lastschrift, 16 € je Rückbuchung. Monatsgebühren verlangt keiner der beiden.
Welcher Anbieter ist günstiger?
Bei Kartenzahlungen die Entwickler-Plattform, und zwar deutlich: 1,75 € gegen 3,38 € bei 100 € Warenkorb. Bei SEPA-Lastschrift kosten beide 0,35 €. Die Rechnung kippt nur, wenn der gelbe Button Ihnen Bestellungen bringt, die ohne ihn nicht zustande kämen. Deshalb lohnt sich der reine Preisvergleich weniger als die Frage, welche Zahlungsart über welchen Anbieter läuft.
Ist es sicher, mit Stripe zu bezahlen?
Ja. Der Anbieter ist nach PCI DSS Level 1 zertifiziert, Kartendaten werden direkt bei ihm erfasst und erreichen den Server des Händlers nie. Betrugserkennung läuft über Radar, die starke Kundenauthentifizierung nach PSD2 ist eingebaut. Für Käufer gibt es allerdings keinen Käuferschutz wie beim Wallet; bei Problemen greift die Rückbuchung über die eigene Kartenbank.
Wie funktioniert die Zahlung mit Stripe?
Der Kunde bleibt im Checkout des Händlers oder wird auf eine gehostete Bezahlseite geleitet, wählt Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, Klarna, Apple Pay oder eine andere Methode und bestätigt. Die Plattform autorisiert die Zahlung, meldet das Ergebnis per Webhook an den Shop und sammelt den Betrag abzüglich Gebühr. Die Auszahlung auf das Bankkonto des Händlers erfolgt rollierend nach einigen Werktagen.
Kann ich beide Anbieter gleichzeitig im Online-Shop nutzen?
Ja, und für die meisten Shops ist genau das die Empfehlung. Shopify, WooCommerce und Shopware erlauben mehrere Zahlungsanbieter nebeneinander; in Shopify Deutschland übernimmt Shopify Payments die Rolle von Stripe. Sie legen fest, welche Methode über welchen Anbieter läuft, etwa Karten über die Plattform und der gelbe Button über das Wallet, und behalten so beide Konten samt Guthaben getrennt.
Kann ich PayPal auch über Stripe abwickeln?
Ja, in Europa steht das Wallet als Zahlungsmethode innerhalb des fremden Checkouts bereit. Vorteil: eine Integration, ein Dashboard, eine Auszahlung. Nachteil: Sie zahlen die Konditionen, die dort ausgewiesen sind, und verzichten auf das eigene Business-Konto mit sofort verfügbarem Guthaben und direkter Buchhaltungsanbindung. Für Shops mit hohem Wallet-Anteil ist das eigene Konto meist die bessere Wahl.
Was passiert bei einem Streitfall oder einer Rückbuchung?
Beim Wallet eröffnet der Käufer bis zu 180 Tage nach dem Kauf einen Fall, der Betrag wird eingefroren, und Sie belegen Versand und Zustellung; verlieren Sie, kostet das 16 € plus den Betrag. Bei der Kartenzahlung über die Plattform läuft der Streit als Chargeback über die Kartenbank mit 20 € Gebühr und einem ähnlichen Beweisverfahren. In beiden Fällen entscheidet eine lückenlose Sendungsverfolgung mehr als jedes Argument.
Sie wollen es ernst angehen?
30 Minuten Beratung, kostenlos. Wir sagen Ihnen ehrlich, welche Zahlungsanbieter zu Ihrem Shop passen und ob wir helfen können.
