Jira vs Asana 2026: Welches Tool passt zu Ihrem Team?

Jira oder Asana ist die Frage, die uns Marketing-, Produkt- und Agenturteams stellen, sobald Excel-Listen und Slack-Threads nicht mehr reichen. Auf der einen Seite das Entwickler-Tool von Atlassian mit Scrum, Kanban, Issues und Sprints, auf der anderen Seite das Arbeitsmanagement mit Aufgaben, Projekten, Portfolios und Zielen für alle Abteilungen. Wir vergleichen Preise pro Nutzer, die Free-Pläne und ihre Grenzen, Lernkurve, Reporting, Automationen, Integrationen und das EU-Hosting. Am Ende steht ein klares Urteil, ob der Vergleich für Ihr Team zugunsten des einen, des anderen oder beider parallel ausgeht.

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Die Kurzfassung für Eilige

  • Gesamt-Verdict: Asana gewinnt für Marketing, Operations und gemischte Teams, weil jede Abteilung ohne Schulung damit arbeiten kann. Jira gewinnt für Software- und IT-Teams mit Scrum oder Kanban, weil Sprints, Backlog und Entwickler-Integrationen dort zu Hause sind.
  • Preise: Jira Standard ab 7,91 US-Dollar, Premium ab 14,54 US-Dollar je Nutzer und Monat bei monatlicher Zahlung. Asana Starter ab 10,99 €, Advanced ab 24,99 € je Nutzer und Monat im Jahresabo (Stand September 2026, laut Anbieter).
  • Free-Pläne: Jira Free für bis zu 10 Nutzer mit 2 GB Speicher und 150 Automatisierungsschritten im Monat. Asana Personal nur noch für bis zu 2 Nutzer, dafür ohne Limit bei Aufgaben und Projekten.
  • Lernkurve: Asana ist am ersten Tag produktiv. Jira braucht jemanden, der Projekte, Workflows, Issue-Typen und Berechtigungen einrichtet.
  • Beide parallel: Bei vielen Kunden läuft die Entwicklung in Jira und das Marketing in Asana, verbunden über die Jira-Cloud-Integration. Das ist kein Kompromiss, sondern oft die richtige Antwort.

Wie wir bewerten: Jira oder Asana?

Wir bewerten beide Tools aus der Perspektive eines Marketing-, Produkt- oder Agenturteams mit 5 bis 50 Leuten, nicht aus der einer 500-köpfigen Entwicklungsabteilung. Die englische Suchanfrage lautet meist „Jira vs Asana: which is better for your team", die deutsche schlicht „Jira oder Asana", und beide meinen dieselbe Entscheidung. Unsere Kriterien sind Preis pro Nutzer, Free-Plan und seine Grenzen, Bedienung, Aufgaben- und Projektstruktur, agile Methoden, Reporting, Automationen, Integrationen sowie DSGVO und EU-Hosting. Die Preise haben wir am 19. September 2026 auf den offiziellen Preisseiten von Atlassian und Asana geprüft. Die Scores spiegeln unsere Erfahrung aus Kundenprojekten wider, in denen wir beide Tools eingeführt, angebunden und in einigen Fällen wieder abgelöst haben. Erfundene Testreihen liefern wir nicht, und wo ein Kriterium für Ihre Entscheidung keine Rolle spielt, sagen wir das.

Asana und Jira im direkten Vergleich

Testsieger für gemischte Teams
Asana Logo
01 · Arbeitsmanagement für alle Abteilungen

Asana

ab 10,99 € / Nutzer und Monat im Jahresabo · Personal-Plan kostenlos
8.6
Score

Asana, Inc. nennt sein Produkt bewusst nicht Project Management Software, sondern Work-Management-Plattform, und der Unterschied ist mehr als Marketing. Arbeit wird in einer Hierarchie abgebildet: Ziele, Portfolios, Projekte, Abschnitte, Aufgaben, Unteraufgaben. Jede Aufgabe kann in mehreren Projekten liegen, jedes Projekt lässt sich als Liste, Board, Timeline, Gantt oder Kalender anzeigen. Ein Kampagnenplan, ein Redaktionskalender, ein Onboarding-Prozess in HR und die Iterationsplanung eines kleinen Produktteams passen in dasselbe Modell. Die Oberfläche erklärt sich selbst, und genau deshalb gewinnt das Tool in gemischten Teams: Niemand muss vorher lernen, was ein Issue-Typ ist.

Stärken

  • Bedienung, die Marketing, Vertrieb und HR ohne Schulung verstehen
  • Portfolios, Ziele und Workload für den Blick über alle Projekte
  • Unbegrenzte Regeln und Workflow-Builder ab Starter
  • Jira-Cloud-Integration mit wechselseitiger Synchronisierung

Schwächen

  • Kostenloser Personal-Plan nur noch für bis zu 2 Nutzer
  • Kein echtes Backlog, keine Story Points, keine Releases
  • Portfolios, Ziele und Workload erst ab Advanced für 24,99 €
  • EU-Datenresidenz nur in Enterprise+ beziehungsweise als Add-on
ModellPro Nutzer
FreeBis 2 Nutzer
Best fürMarketing, Ops, gemischt
Zur Website
Jira Logo
02 · Entwickler-Tool mit Scrum, Kanban und Atlassian-Ökosystem

Jira

ab 7,91 US-Dollar / Nutzer und Monat · Free bis 10 Nutzer
8.4
Score

Jira (Software) von Atlassian ist seit über zwanzig Jahren das Standardwerkzeug für Software Development. Der Kern ist das Issue: ein Ticket mit Typ, Status, Priorität, Zuständigem und einem konfigurierbaren Workflow. Darum herum liegen Backlog, Sprints, Epics, Story Points, Releases und Boards für Scrum und Kanban. Seit Atlassian das frühere Jira Work Management integriert hat, gibt es zusätzlich Business-Projekte mit Listen, Kalendern und Formularen für Teams außerhalb der Entwicklung. Die Stärke ist die Tiefe: Jeder Prozess lässt sich mit eigenen Feldern, Übergängen und Berechtigungen abbilden. Die Schwäche ist dieselbe Tiefe. Wer das Tool ohne Administrator einführt, hat nach drei Monaten ein System, das niemand mehr aufräumen möchte.

Stärken

  • Scrum, Kanban, Backlog, Sprints und Releases ohne Umwege
  • Free-Plan für bis zu 10 Nutzer mit allen Board-Funktionen
  • Confluence, Bitbucket, GitHub, GitLab und der Atlassian Marketplace
  • Datenresidenz in der EU ab dem Standard-Tarif

Schwächen

  • Einrichtung von Workflows, Schemata und Rechten braucht einen Admin
  • Oberfläche und Begriffe schrecken Marketing und Vertrieb ab
  • Automatisierungsschritte je Tarif gedeckelt, im Free-Plan nur 150 im Monat
  • Portfolio-Sicht über mehrere Projekte erst mit Premium (Plans)
ModellPro Nutzer
FreeBis 10 Nutzer
Best fürSoftware und IT
Zur Website

Tool-Wahl lieber mit jemandem besprechen, der beide im Alltag nutzt?

Wir arbeiten als Agentur in Kundenprojekten mit beiden Tools, oft gleichzeitig. Sagen Sie uns, wie Ihr Team heute plant, und wir sagen Ihnen, welches Tool passt und wie Sie es aufsetzen.

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Vergleichstabelle: Jira vs Asana

KriteriumJiraAsana
AnbieterAtlassian (Australien, Cloud-Fokus)Asana, Inc. (USA)
PreismodellPro Nutzer und Monat, vier Tarife, Enterprise nur jährlichPro Nutzer und Monat, Starter und Advanced, Enterprise auf Anfrage
Einstiegspreis (Stand 09/2026)Standard 7,91 US-Dollar monatlichStarter 10,99 € im Jahresabo, 13,49 € monatlich
Kostenloser PlanFree bis 10 Nutzer, 2 GB Speicher, Community-SupportPersonal bis 2 Nutzer, unbegrenzt Aufgaben und Projekte
ArbeitsmodellIssues in Projekten, Workflows mit Status und ÜbergängenAufgaben in Projekten, Portfolios und Ziele darüber
Agile MethodenScrum und Kanban nativ, Backlog, Sprints, Story Points, ReleasesBoards und Sprint-Vorlagen, keine Story Points, kein Release-Management
Automationen150 Schritte je Abo (Free), 400 (Standard), 750 (Premium), 1.000 (Enterprise) je Nutzer und MonatUnbegrenzte Regeln ab Starter, Workflow-Builder, Skript-Aktionen in höheren Tarifen
ReportingBurndown, Velocity, Sprint-Reports, Dashboards mit GadgetsDashboards, Portfolio-Status, Ziel-Fortschritt, Workload ab Advanced
IntegrationenConfluence, Bitbucket, GitHub, GitLab, Slack, Marketplace mit mehreren tausend AppsÜber 100 kostenlose Integrationen laut Anbieter, darunter Slack, Microsoft 365, Google Workspace, Salesforce, Jira Cloud
LernkurveHoch, Admin-Rolle nötigNiedrig, Teams starten am ersten Tag
DSGVO und ServerstandortDatenresidenz in mehreren Regionen inklusive EU ab StandardDatenresidenz als Add-on beziehungsweise in Enterprise+, EU-Rechenzentrum Frankfurt
ZielgruppeSoftware-, IT- und Produktteams mit agilen ProzessenMarketing, Operations, HR, Agenturen und gemischte Teams

Alle Preise sind Listenpreise je Nutzer und Monat, Stand September 2026, laut Anbieter. Atlassian zeigt auf der deutschen Preisseite Monatspreise in US-Dollar für bis zu 300 Nutzer, im Jahresabo und bei größeren Teams sinkt der Preis gestaffelt. Asana zeigt Jahrespreise in Euro, monatliche Zahlung kostet laut Anbieter bis zu 18 Prozent mehr.

Empfehlung nach Use-Case

wenn Marketing, Operations oder ein gemischtes Team planen soll

Asana

Das Tool, wenn Kampagnen, Redaktionspläne, Events und Freigaben von Leuten organisiert werden, die nie einen Sprint geplant haben. Starter für 10,99 € je Nutzer deckt Boards, Timeline, Regeln und Formulare ab. Advanced lohnt sich, sobald Sie Portfolios, Ziele und Workload brauchen. Wie Sie damit eine Content-Planung aufsetzen, die das ganze Team versteht, zeigen wir separat.

wenn Ihr Team Software baut und in Sprints arbeitet

Jira

Die Wahl für Entwicklungs- und IT-Teams, die Backlog, Sprints, Story Points, Releases und die Verbindung zu Git brauchen. Der Free-Plan reicht für ein Team bis 10 Nutzer, Standard bringt Datenresidenz und 250 GB Speicher. Planen Sie eine Person als Admin ein, sonst wächst das System schneller, als es jemand pflegt.

wenn Entwicklung und Marketing unter einem Dach arbeiten

Beide, verbunden über die Jira-Cloud-Integration

Die häufigste Konstellation bei unseren Kunden: Entwickler bleiben in Jira, alle anderen arbeiten in Asana, und Aufgaben mit Entwicklungsbezug werden wechselseitig synchronisiert. Marketing sieht den Status eines Features, ohne das Entwickler-Tool zu öffnen, und niemand muss das andere System lernen. Für eine Go-to-Market-Strategie mit festem Launch-Datum ist genau das der Aufbau, der funktioniert.

Jira vs Asana im Detail: der Ratgeber für Project Management

Was ist der Unterschied zwischen Jira und Asana?

Der Unterschied liegt im Bauplan, nicht in der Feature-Liste. Jira ist ein Issue-Tracker, der zum Projektmanagement-Tool gewachsen ist. Alles ist ein Issue, jedes Issue durchläuft einen Workflow mit definierten Status, und die Konfiguration dieser Workflows ist die eigentliche Arbeit. Asana ist ein Aufgabenmanager, der nach oben gewachsen ist: Aufgaben liegen in Projekten, Projekte in Portfolios, Portfolios zahlen auf Ziele ein. Atlassian beschreibt sein Produkt als Tool für agile Software-Teams, während Asana is a work management platform for every team heißt. Beide Sätze stimmen, und beide erklären, warum die Frage meistens schon entschieden ist, sobald man weiß, wer damit arbeiten soll.

Fragen Sie deshalb nicht, welches Tool mehr kann, sondern welche Sprache Ihr Team spricht. Wer über Epics, Stories, Sprints und Velocity redet, findet in Asana keine Heimat. Wer über Kampagnen, Meilensteine, Freigaben und Verantwortliche redet, läuft in Jira ständig gegen Begriffe, die für Entwickler gebaut wurden. In der englischen Oberfläche heißen die Container bei beiden Projects, und trotzdem lösen sie unterschiedliche Probleme.

Preise (Pricing) im Detail: Was kosten Jira und Asana 2026?

Beide rechnen je Nutzer und Monat ab, Atlassian in vier Tarifen, Asana in zwei kostenpflichtigen Stufen plus Enterprise. Die Tabelle zeigt beide Modelle nebeneinander (Stand September 2026, laut Anbieter).

Jira (je Nutzer, monatlich, bis 300 Nutzer)PreisAsana (je Nutzer, Jahresabo)Preis
Free: bis 10 Nutzer, 2 GB, 150 Automatisierungsschritte je Abo und Monat, Community-Support0Personal: bis 2 Nutzer, unbegrenzt Aufgaben und Projekte, Listen-, Board- und Kalenderansicht0 €
Standard: unbegrenzte Nutzer, 250 GB, 400 Automatisierungsschritte je Nutzer, Datenresidenz, Support zu Geschäftszeiten7,91 US-DollarStarter: Timeline, Gantt, Workflow-Builder, unbegrenzte Regeln, Formulare, Dashboards10,99 € (13,49 € monatlich)
Premium: unbegrenzter Speicher, 750 Automatisierungsschritte je Nutzer, Plans für die Portfolio-Sicht, 24/7-Support für kritische Fälle14,54 US-DollarAdvanced: Portfolios, Ziele, Workload, Genehmigungen, Zeiterfassung, Jira-Cloud-Sync, Skript-Aktionen24,99 € (30,49 € monatlich)
Enterprise: 1.000 Automatisierungsschritte je Nutzer, mehrere Sites, Atlassian Guard, nur im Jahresaboauf AnfrageEnterprise und Enterprise+: SAML, SCIM, Audit-Protokolle, Datenresidenz, Compliance-Add-onsauf Anfrage

Rechnen Sie das für ein Team mit 15 Leuten durch: Jira Standard liegt bei rund 119 US-Dollar im Monat, Premium bei rund 218 US-Dollar. Asana Starter kostet 165 € im Monat, Advanced 375 €. Ist Jira günstiger als Asana? Auf dem Papier ja, auf jeder Stufe. Der Vergleich hinkt trotzdem, weil Starter bei Asana Funktionen enthält, die bei Atlassian teils Premium sind, etwa unbegrenzte Automationen, während Jira Free ein vollwertiges Scrum-Board für zehn Leute mitbringt, das der Konkurrent in dieser Form nicht kennt. Wer Advanced braucht, zahlt deutlich mehr als für Premium. Wer nur Starter braucht, liegt bei beiden in einem Bereich, in dem der Preis nicht die Entscheidung trifft.

Bei Jira kommen Kosten hinzu, die auf der Preisseite nicht stehen: Confluence als Wiki wird separat je Nutzer bezahlt, Marketplace-Apps für Zeiterfassung, Testmanagement oder Portfolio-Reporting kosten extra, und ein Admin muss das System pflegen. Bei Asana ist die Falle die Stufe: Portfolios, Ziele und Workload liegen erst in Advanced, und wer diese drei Funktionen will, zahlt für alle Nutzer den höheren Preis, auch für die, die nur Aufgaben abhaken.

Kostenlose Pläne: Jira Free gegen Asana Personal

Hier hat sich 2026 etwas verschoben. Jira Free läuft für bis zu 10 Nutzer ohne Zeitlimit mit Scrum- und Kanban-Boards, Backlog, Timeline, Berichten und 2 GB Speicher. Für ein kleines Entwicklungsteam ist das ein vollwertiges Werkzeug, und wir sehen Startups, die zwei Jahre damit arbeiten, bevor sie Standard buchen. Die Grenzen sind die 150 Automatisierungsschritte je Abo und Monat, die schnell verbraucht sind, sobald eine Regel für jedes neue Ticket läuft, sowie fehlende Rollen und Berechtigungen und der Community-Support.

Asana hat den kostenlosen Personal-Plan auf zwei Nutzer begrenzt, früher waren es zehn. Für eine Einzelperson oder ein Zweier-Team ist er weiterhin großzügig: unbegrenzt Aufgaben, Projekte und Nachrichten, Listen-, Board- und Kalenderansicht, über 100 kostenlose Integrationen. Für ein Team ab drei Personen ist er keine Option mehr. Wenn Ihr Vergleich also mit der Frage nach einem kostenlosen Tool für ein Fünferteam beginnt, ist die Antwort Jira, unabhängig davon, was das Team macht. Das ist der eine Fall, in dem wir Marketingteams zu Jira raten, allerdings zu einem Business-Projekt, nicht zu einem Scrum-Board.

Bedienung und Lernkurve: Ist Asana oder Jira einfacher?

Asana, ohne Diskussion. Ein neuer Nutzer legt innerhalb von zehn Minuten ein Projekt an, verteilt Aufgaben mit Fälligkeit und Verantwortlichen, schaltet zwischen Liste, Board und Timeline um und versteht, was er sieht. Mit Asana können Teams ohne Einführungsprojekt starten, und genau das erleben wir in Kundenprojekten: Ein Workshop von zwei Stunden reicht, danach läuft es. Die Usability ist das Produkt.

Jira ist anders gebaut. Bevor ein Team produktiv wird, muss jemand entscheiden, ob es ein team-managed oder company-managed Projekt wird, welche Issue-Typen es gibt, wie der Workflow aussieht, welche Felder Pflicht sind und wer was darf. Für ein Entwicklungsteam sind diese Entscheidungen sinnvoll, weil der Prozess ohnehin definiert sein muss. Für ein Marketingteam sind sie Ballast. Ohne Admin entsteht entweder ein System, das niemand anpasst, oder eines, das jeder anders anpasst, und beides endet in Ticket-Friedhöfen. Die Business-Projekte aus dem alten Jira Work Management mildern das ab, erreichen aber nicht die Klarheit des Konkurrenten.

Agile Methoden: Scrum, Kanban und Sprints

Das ist die Disziplin, in der Jira ohne Gegner ist. Backlog mit Priorisierung, Sprint-Planung mit Kapazität, Story Points, Epics, Versionen und Releases, Burndown- und Velocity-Charts, alles nativ und aufeinander abgestimmt. Dazu kommt die Verbindung zu Bitbucket, GitHub oder GitLab: Ein Commit mit Ticketnummer taucht im Issue auf, ein Pull Request verschiebt den Status. Asana bietet Boards mit Spalten, eine Sprint-Vorlage und die Gruppierung von Aufgaben in Iterationen. Für ein Produktteam ohne Story Points und Release-Management reicht das. Für ein Team, das Scrum nach Lehrbuch macht, fehlen Backlog-Ranking, Velocity und die Entwickler-Integrationen. Deshalb raten wir Software-Teams nie zu Asana, auch wenn der Rest des Unternehmens dort arbeitet. Die Lösung ist dann die Synchronisierung, nicht der Umzug.

Reporting und Dashboards: Wer zeigt den Projektfortschritt besser?

Beide Tools liefern Dashboards, aber für verschiedene Fragen. Jira beantwortet Fragen des Entwicklungsprozesses: Wie viele Story Points schafft das Team je Sprint, wo staut sich der Workflow, wie lange liegt ein Ticket in Review. Die Reports sind auf agile Kennzahlen zugeschnitten und über Dashboards mit Gadgets erweiterbar. Eine Sicht über mehrere Projekte hinweg, also das, was Asana Portfolio nennt, gibt es bei Atlassian als Plans erst in Premium.

Asana beantwortet Fragen des Managements: Liegt die Kampagne im Zeitplan, welche Projekte im Portfolio sind rot, wie ausgelastet ist das Team, wie weit ist das Quartalsziel. Dashboards lassen sich je Projekt und Portfolio anpassen, Status-Updates gehen mit einem Klick an Stakeholder, und der Zielfortschritt aktualisiert sich aus den verknüpften Projekten. Für Project Managers, die einer Geschäftsführung berichten, ist das die direktere Antwort. Für einen Scrum Master ist es Jira. Wer beides braucht, um Fortschritt und Auslastung zu verfolgen, landet wieder bei der Kombination.

Automationen und Workflows im Vergleich

Bei den Automationen unterscheiden sich weniger die Möglichkeiten als die Grenzen. Jira Automation ist mächtig: Auslöser, Bedingungen, Verzweigungen, Aktionen über Projekte hinweg, Webhooks, Smart Values in Texten. Die Regeln laufen aber gegen ein Kontingent an Automatisierungsschritten, das je Tarif gedeckelt ist: 150 je Abo und Monat in Free, 400 je Nutzer in Standard, 750 in Premium und 1.000 in Enterprise. Ein Team mit vielen Regeln und vielen Tickets erreicht diese Grenze in Standard, und dann pausieren die Regeln bis zum Monatsende.

Asana bietet ab Starter unbegrenzt viele Regeln mit einem Editor, der ohne Schulung verständlich ist: Aufgabe wechselt Abschnitt, dann Verantwortlichen setzen, Fälligkeit schieben, Unteraufgaben anlegen, Nachricht in Slack senden. Der Workflow-Builder legt darüber einen visuellen Prozess vom Formular bis zum Abschluss, Skript-Aktionen mit eigenem Code gibt es in den höheren Tarifen. Für alles, was Zapier oder Make anbinden, sind beide gleich gut erreichbar. Wenn Automationen für Ihr Team der Kern der Entscheidung sind, gewinnt Asana bei der Menge und Jira bei der Tiefe.

Tipp: Schreiben Sie vor der Tool-Wahl Ihre fünf wichtigsten Abläufe als Wenn-dann-Sätze auf. Steht in mindestens dreien davon ein Begriff wie Sprint, Release, Branch oder Pull Request, nehmen Sie Jira. Steht dort Kampagne, Freigabe, Briefing, Deadline oder Stakeholder-Update, nehmen Sie Asana. Kommt beides vor, planen Sie beide Tools plus Synchronisierung ein und legen Sie fest, welches System für welche Aufgabenart führend ist.

Integrationen und Ökosystem: Confluence gegen Slack und Salesforce

Jira lebt von seinem Ökosystem. Confluence is the wiki next door, wie Atlassian es sinngemäß bewirbt, und in der Praxis heißt das: Anforderungen, Entscheidungen und Dokumentation liegen in Confluence, die Umsetzung im Ticket, beide verlinkt. Dazu kommen Bitbucket, Jira Service Management für den IT-Support, Trello für leichte Boards und ein Marketplace mit mehreren tausend Apps. Wer einmal im Atlassian-Ökosystem ist, bleibt meistens dort.

Asana setzt auf die Werkzeuge, die Business-Teams ohnehin nutzen: Slack, Microsoft Teams, Google Workspace, Microsoft 365, Salesforce, HubSpot, Adobe Creative Cloud, Canva, Zoom. Für Marketingteams ist die Salesforce- und HubSpot-Anbindung relevant, weil Kampagnen und Leads dann im selben Kontext auftauchen; welches CRM dazu passt, zeigt unser Vergleich der besten CRM-Tools. Die wichtigste Integration für diesen Artikel ist die zu Jira Cloud selbst: Aufgaben lassen sich mit Issues verknüpfen, Status und Felder werden wechselseitig synchronisiert, und Marketing kann eine Entwicklungsanfrage anlegen, ohne das andere Tool zu öffnen.

DSGVO, Datenresidenz und EU-Hosting

Beide Anbieter sind keine EU-Unternehmen, beide bieten Standardvertragsklauseln und ein Data Processing Addendum. Der Unterschied liegt darin, ab welchem Tarif Sie festlegen können, wo Ihre Daten liegen. Atlassian bietet Datenresidenz in mehreren Regionen, darunter die EU, bereits ab dem Standard-Tarif. Für Mittelständler mit Datenschutzbeauftragtem ist das ein Argument, das Jira in Ausschreibungen regelmäßig gewinnen lässt. Asana betreibt ein EU-Rechenzentrum in Frankfurt, die Wahl der Region ist laut Preisseite aber ein Add-on beziehungsweise Teil von Enterprise+. Ein Starter- oder Advanced-Kunde speichert seine Daten in den USA. Für die meisten Marketingteams ist das kein Ausschlusskriterium, weil dort selten personenbezogene Kundendaten liegen. Für HR-Prozesse, Kundenprojekte mit Namen oder Konzerne mit strengen Richtlinien ist es eines, und dann wird Asana teurer als der Listenpreis vermuten lässt.

Beide parallel: wann Jira und Asana zusammen die richtige Antwort sind

Die Frage Jira oder Asana setzt voraus, dass ein Unternehmen ein Tool für alle braucht. In den meisten Unternehmen ab 30 Leuten mit eigener Entwicklung stimmt das nicht. Entwickler wollen ihr Ticket-System, weil ihre Werkzeuge daran hängen. Marketing, Vertrieb, HR und Operations wollen etwas, das sie ohne Schulung verstehen. Wer beide in ein Tool zwingt, bekommt entweder Entwickler, die Asana als Spielzeug abtun, oder Marketingleute, die Jira meiden und zurück zu Excel gehen.

Die Konstellation, die wir in Kundenprojekten am häufigsten sehen: Entwicklung in Jira, der Rest des Unternehmens in Asana, verbunden über die Jira-Cloud-Integration. Ein Feature-Wunsch entsteht als Aufgabe, wird als Issue gespiegelt, und der Status läuft zurück. Das Marketing plant den Launch und sieht, ob die Entwicklung fertig ist. Damit das funktioniert, braucht es zwei Regeln: Jedes Ticket hat genau ein führendes System, und die Synchronisierung wird von einer Person gepflegt. Wie so ein Ablauf in einem Playbook festgehalten wird, damit er nach dem ersten Personalwechsel noch läuft, beschreiben wir dort.

Alternativen: Wann weder Jira noch Asana die richtige Wahl ist

Es gibt Fälle, in denen dieser Vergleich egal ist. Ein Team mit fünf Leuten und einem Board voller Karten ist mit Trello oder dem Kanban in Notion gut bedient. Wer Zeiterfassung, Budgets und Rechnungen für Kundenprojekte mitbringen will, findet in monday oder in Agentur-Tools mehr. Wer eine Datenbank statt eines Aufgabenmanagers will, landet bei Notion oder Airtable. Und wer ClickUp mag, bekommt eine Mischung aus beiden Welten, mit dem Preis, dass die Oberfläche so viele Optionen hat wie Jira und Asana zusammen. Unsere Vergleiche zu Trello vs Jira, Asana vs Trello und monday vs Asana gehen auf diese Fälle im Detail ein.

Vor- und Nachteile im Überblick

KategorieGewinner
Preis pro NutzerJira
Kostenloser Plan für TeamsJira (bis 10 Nutzer)
Bedienung und LernkurveAsana
Scrum, Kanban und Entwickler-IntegrationenJira
Portfolios, Ziele und AuslastungAsana (ab Advanced)
Reporting für das ManagementAsana
Reporting für den EntwicklungsprozessJira
Automationen ohne KontingentAsana
Integrationen in Business-ToolsAsana
DSGVO und EU-DatenresidenzJira (ab Standard)

Endstand: fünf zu fünf, und das ist kein Ausweichen, sondern das Ergebnis. Asana ist das bessere Tool für Marketing, Operations und gemischte Teams, Jira das bessere Tool für Software- und IT-Teams mit agilen Prozessen. Für die Zielgruppe dieses Artikels, also Marketing-, Produkt- und Agenturteams, gewinnt Asana, weil die Bedienung entscheidet, ob ein Tool überhaupt benutzt wird. Sobald Ihr Unternehmen eine eigene Entwicklung hat, nehmen Sie Jira dazu und verbinden beide. Wer den Vertrieb ebenfalls in einen sauberen Prozess bringen will, findet in unserem Beitrag zum digitalen Vertrieb, wie Aufgabenmanagement und CRM zusammenspielen.

Häufige Fragen zu Jira und Asana

Was ist besser, Jira oder Asana?

Das hängt davon ab, wer damit arbeitet. Jira ist besser für Software- und IT-Teams mit Scrum oder Kanban, die Backlog, Sprints, Story Points und die Verbindung zu GitHub, GitLab oder Bitbucket brauchen. Asana ist besser für Marketing, Operations, HR und gemischte Teams, weil die Bedienung ohne Schulung funktioniert und Portfolios, Ziele und Workload den Überblick über alle Projekte geben. Unternehmen mit Entwicklung und Marketing nutzen häufig beide, verbunden über die Jira-Cloud-Integration.

Ist Jira günstiger als Asana?

Ja, auf jeder Stufe. Standard kostet 7,91 US-Dollar und Premium 14,54 US-Dollar je Nutzer und Monat bei monatlicher Zahlung, bei Asana kosten Starter 10,99 € und Advanced 24,99 € je Nutzer und Monat im Jahresabo (Stand September 2026, laut Anbieter). Bei Atlassian kommen aber oft Confluence, Marketplace-Apps und der Aufwand für einen Administrator hinzu, sodass die Gesamtkosten näher beieinander liegen, als der Listenpreis vermuten lässt.

Gibt es Jira und Asana kostenlos?

Jira Free läuft ohne Zeitlimit für bis zu 10 Nutzer mit Scrum- und Kanban-Boards, 2 GB Speicher, 150 Automatisierungsschritten je Monat und Community-Support. Asana Personal ist kostenlos für bis zu 2 Nutzer mit unbegrenzt vielen Aufgaben und Projekten. Für ein Team ab drei Personen ist Jira damit das einzige der beiden Tools mit einem kostenlosen Plan.

Ist Asana oder Jira einfacher zu bedienen?

Asana. Ein neuer Nutzer legt in wenigen Minuten Projekte und Aufgaben an und wechselt zwischen Liste, Board und Timeline, ohne Begriffe wie Issue-Typ, Workflow-Schema oder Berechtigungsschema zu kennen. Jira verlangt vor dem Start Entscheidungen über Projekttyp, Issue-Typen, Workflows und Rechte und braucht in der Praxis eine Person, die das System als Admin pflegt.

Wird Jira eingestellt?

Nein. Atlassian hat im Februar 2024 den Support für die selbst gehostete Server-Variante beendet und konzentriert sich auf Cloud und Data Center. Das Produkt wird weiterentwickelt und bleibt das meistgenutzte Tool für Software-Teams. Die frühere Variante Jira Work Management wurde nicht abgeschafft, sondern als Business-Projekte integriert.

Kann Asana mit Jira zusammenarbeiten?

Ja. Die Integration mit Jira Cloud synchronisiert Aufgaben und Issues wechselseitig. Aus Asana heraus lassen sich Issues anlegen und verknüpfen, Status und Felder laufen in beide Richtungen. So bleibt die Entwicklung im Ticket-System, während Marketing und andere Abteilungen in Asana arbeiten und den Fortschritt trotzdem sehen. Die Integration ist in den höheren Asana-Tarifen enthalten.

Wer ist der größte Konkurrent von Jira?

Für Software-Teams sind es GitHub Issues und GitLab, die Aufgabenverwaltung direkt am Code anbieten, sowie Linear und Azure DevOps. Im breiteren Projektmanagement konkurriert Atlassian mit Asana, monday, ClickUp und Trello, wobei Trello ebenfalls zu Atlassian gehört. Für gemischte Teams ist Asana der häufigste Gegenspieler in Ausschreibungen.

Was ist besser als Asana?

Kommt auf die Lücke an. Für Software-Entwicklung ist Jira besser, für sehr einfache Boards Trello, für Kundenprojekte mit Zeiterfassung und Budgets monday oder spezialisierte Agentur-Tools, für Datenbank-artige Arbeit Notion oder Airtable. Für Marketing-, Operations- und gemischte Teams, die Aufgaben, Projekte, Portfolios und Ziele in einem System wollen, ist Asana selbst schwer zu schlagen.

Joshua Stark
Joshua Stark
Geschäftsführer STARK

Joshua leitet bei STARK die SEO- und Performance-Praxis. Über 150 Projekte für Mittelstand, SaaS und E-Commerce seit 2016, darunter die Einführung von Jira und Asana in Marketing- und Produktteams.

Das Tool steht, der Prozess dahinter noch nicht?

Ein Aufgabenmanager organisiert Arbeit, er erzeugt keine Strategie. Wir bauen als Agentur die Marketing-Prozesse, die in Asana oder Jira laufen, von der Content-Planung bis zum Launch.

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