Was ist WPML?
WPML (WordPress Multilingual Plugin) ist ein Premium-Plugin des Herstellers OnTheGoSystems, mit dem Sie eine WordPress-Website in beliebig vielen Sprachen betreiben - alles in einer einzigen Installation. Nach Angaben des Anbieters läuft WPML auf über 1,5 Millionen Websites und wird von mehr als 250.000 Kunden genutzt. Damit ist es der De-facto-Standard für mehrsprachige WordPress-Projekte. Falls Sie WordPress selbst noch einordnen wollen: In unserem Grundlagen-Artikel Was ist WordPress? erklären wir das System und seine Plugin-Architektur. Wir bei STARK setzen WPML in mehrsprachigen Kundenprojekten ein, dieser Test basiert also auf laufender Projekt-Praxis.
Kernfunktionen
- Übersetzungs-Management: Zentrales Dashboard, in dem Sie steuern, welche Inhalte übersetzt werden - automatisch, manuell oder durch ein Übersetzer-Team
- Automatische Übersetzung: Wahlweise über die hauseigene Engine (Private Translation Cloud), DeepL, Google Translate oder Microsoft, abgerechnet über ein Credit-System
- String Translation: Übersetzt Texte aus Themes, Plugins und Admin-Bereichen, die nicht Teil des Inhalts sind - etwa Button-Beschriftungen oder Widget-Titel
- WooCommerce Multilingual: Produkte, Checkout, E-Mails und mehrere Währungen in einem mehrsprachigen Shop
- Page-Builder-Support: Kompatibel mit Divi, Elementor und weiteren Buildern inklusive Custom Fields und Menüs
- SEO-Funktionen: Hreflang-Auszeichnung, übersetzbare Slugs und Meta-Daten, freie URL-Struktur (Verzeichnis, Subdomain, eigene Domain oder Sprach-Parameter)
Stärken & Schwächen
Stärken
- Ausgereiftes Übersetzungs-Management inklusive Rollen für Übersetzer-Teams
- String Translation erfasst auch Theme- und Plugin-Texte
- Vollständige WooCommerce-Integration mit Multi-Currency
- Hreflang und URL-Strukturen ohne Zusatz-Plugin sauber gelöst
- Breite Kompatibilität mit Divi, Elementor und gängigen SEO-Plugins
Schwächen
- Keine kostenlose Version, Einstieg nur gegen Lizenzgebühr
- Viele Einstellungs-Ebenen, Einarbeitung braucht Zeit
- Zusätzliche Datenbank-Tabellen können große Sites verlangsamen, wenn Hosting und Caching nicht mitspielen
- Automatische Übersetzung verbraucht Credits, bei großen Textmengen entstehen laufende Kosten
Pricing
WPML gibt es in drei Lizenzen: Multilingual Blog (39 €), Multilingual CMS (99 €) und Multilingual Agency (199 €) - jeweils einmalig für ein Jahr Updates und Support, danach optional verlängerbar. Das Plugin läuft auch ohne Verlängerung weiter, erhält dann aber keine Updates mehr. Die Blog-Lizenz deckt eine Produktiv-Site ab, enthält aber weder den erweiterten Übersetzungs-Editor noch String Translation oder automatische Übersetzung. Praxistauglich ist ab der CMS-Lizenz: drei Produktiv-Sites, alle Kernfunktionen und 90.000 Übersetzungs-Credits inklusive. Die Agency-Lizenz erlaubt unbegrenzt viele Sites und bringt 180.000 Credits mit. Alle Pläne haben eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.
Für wen sich WPML lohnt
WPML ist die richtige Wahl, wenn Ihre Website mehr ist als ein Blog: viele Seiten, Custom Post Types, ein Shop oder ein Übersetzer-Team, das strukturiert arbeiten soll. Für kleine Sites mit zwei Sprachen und wenig Inhalt ist das kostenlose Polylang oft ausreichend, für rein visuelles Übersetzen ist TranslatePress einfacher.
- Unternehmen im DACH-Export: Corporate-Site auf Deutsch und Englisch mit sauberem hreflang und eigener URL-Struktur pro Sprache.
- WooCommerce-Shops: Produkte, Checkout und Bestell-E-Mails mehrsprachig, inklusive mehrerer Währungen.
- Agenturen: Agency-Lizenz für unbegrenzt viele Kundenprojekte plus Verwaltung von Übersetzer-Rollen.
- Redaktionen mit Übersetzer-Team: Übersetzungs-Aufträge zuweisen, Status verfolgen, professionelle Übersetzungsdienste direkt anbinden.
Sie planen eine mehrsprachige Website?
Wir konzipieren die Sprach-Architektur, richten WPML ein und sorgen dafür, dass Google jede Sprachversion richtig zuordnet. Von der URL-Struktur bis zum letzten String.
Mehrsprachige WordPress-Websites: der Ratgeber
Sie überlegen noch, ob sich der Aufwand für eine zweite oder dritte Sprache überhaupt rechnet - und welches Plugin dafür das richtige ist? Hier der Hintergrund aus unserer Projekt-Praxis als WordPress-Agentur.
Wann sich eine mehrsprachige Website lohnt
Eine zweite Sprache verdoppelt nicht automatisch Ihre Reichweite, sie verdoppelt zunächst Ihren Pflegeaufwand. Jede Seite, jedes Produkt und jede Änderung existiert künftig mehrfach. Die Investition lohnt sich, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: Sie haben nachweisbar Nachfrage aus anderen Sprachräumen (sichtbar in Analytics oder an Anfragen auf Englisch), Ihr Angebot funktioniert dort auch tatsächlich (Versand, Beratung, Support), und Sie können die Übersetzungen dauerhaft aktuell halten. Eine englische Version, die seit zwei Jahren veraltete Preise zeigt, schadet mehr als sie nützt. Wenn diese Punkte erfüllt sind, ist Mehrsprachigkeit einer der wirksamsten Hebel, um organischen Traffic zu erschließen, den Wettbewerber liegen lassen.
WPML vs. Alternativen: Polylang, TranslatePress, Weglot
Der Markt für WordPress-Mehrsprachigkeit hat vier ernstzunehmende Optionen. Damit Sie WPML einordnen können:
- Polylang: Kostenlose Basis-Version, solide für einfache zweisprachige Sites. String-Übersetzung und WooCommerce-Support stecken in der Pro-Version, das Übersetzungs-Management bleibt schlanker als bei WPML.
- TranslatePress: Übersetzen direkt in der Live-Vorschau der Seite, sehr intuitiv. Stark für visuelle Bearbeitung, aber weniger geeignet für große Sites mit Redaktions-Workflows und vielen Custom Post Types.
- Weglot: Cloud-Dienst statt Plugin-Logik, extrem schnell eingerichtet. Dafür laufende Abo-Kosten, die mit Wortanzahl und Sprachen wachsen, und die Übersetzungen liegen auf fremden Servern.
- WPML: Das vollständigste Paket - Übersetzungs-Management, String Translation, WooCommerce, Übersetzer-Rollen und hreflang in einem System. Dafür der höchste Einarbeitungsaufwand.
Kurz gesagt: Je größer und strukturierter das Projekt, desto eher WPML. Je kleiner und schneller, desto eher Polylang oder TranslatePress.
Automatische vs. manuelle Übersetzung
WPML rechnet automatische Übersetzung über Credits ab. Standard-Engine ist die hauseigene Private Translation Cloud, alternativ stehen DeepL, Google Translate und Microsoft zur Wahl - die Engines kosten unterschiedlich viele Credits pro Wort (Microsoft 1 Credit, Google und DeepL 2 Credits, WPML AI 4 Credits). In der CMS-Lizenz sind 90.000 Credits enthalten, bei Bezahlung nach Verbrauch sind die ersten 2.000 Credits pro Monat kostenlos. In der Praxis empfehlen wir einen Hybrid-Ansatz: Maschinell vorübersetzen lassen und anschließend die Seiten redigieren, die verkaufen - Startseite, Leistungsseiten, Produkt-Beschreibungen. Rechtstexte und Fachinhalte gehören grundsätzlich in menschliche Hände. So bleibt der Aufwand kalkulierbar, ohne dass die Qualität an den entscheidenden Stellen leidet.
SEO für mehrsprachige Sites: hreflang und URL-Struktur
Der häufigste Fehler bei mehrsprachigen Websites ist nicht die Übersetzung, sondern die Technik dahinter. Google muss wissen, welche Sprachversion für welchen Nutzer gedacht ist - das regelt das hreflang-Attribut, das WPML automatisch für alle verknüpften Übersetzungen setzt. Genauso wichtig ist die URL-Struktur: WPML unterstützt Unterverzeichnisse (ihredomain.de/en/), Subdomains (en.ihredomain.de), komplett eigene Domains pro Sprache oder Sprach-Parameter. Für die meisten Projekte sind Unterverzeichnisse die beste Wahl, weil alle Sprachversionen auf die Autorität einer Domain einzahlen. Dazu kommen übersetzbare Slugs, eigene Meta-Daten pro Sprache und sprachspezifische Sitemaps. Fehlerhafte hreflang-Auszeichnung oder doppelt indexierte Sprachversionen gehören zu den Klassikern, die wir in technischen SEO-Audits regelmäßig finden - und die still Rankings kosten.
Performance-Aspekte
WPML legt eigene Datenbank-Tabellen an und hängt sich in viele Abfragen ein. Auf einer gut gehosteten Site mit Caching merken Besucher davon nichts. Kritisch wird es bei sehr großen Sites mit zehntausenden Inhalten, vielen Sprachen und schwachem Hosting - dort kann der Overhead spürbar werden. Drei Maßnahmen entschärfen das in der Praxis: ein Page-Cache, der jede Sprachversion separat vorhält, das Deaktivieren von String Translation für Bereiche, die es nicht brauchen, und ein Hosting mit ausreichend PHP-Workern und schneller Datenbank. Auch das Theme spielt hinein: Ein schlankes, sauber gebautes Theme aus unserem Vergleich der besten WordPress-Themes lässt deutlich mehr Spielraum als ein überladenes Multipurpose-Theme.
Setup mit Divi
WPML und Divi arbeiten offiziell zusammen, und in unseren Projekten funktioniert die Kombination zuverlässig. Divi-Layouts werden im WPML-Übersetzungs-Editor Modul für Modul übersetzt, ohne dass Sie das Layout pro Sprache neu bauen müssen - Texte, Buttons und Alt-Texte erscheinen als einzelne Felder. Wichtig sind drei Punkte: Erstens Theme-eigene Strings (etwa Formular-Beschriftungen im Divi-Kontaktmodul) über String Translation nachziehen. Zweitens globale Divi-Elemente wie Header und Footer pro Sprache prüfen, weil dort gern englische Reste stehen bleiben. Drittens nach jedem größeren Divi-Update kurz die Übersetzungs-Ansicht kontrollieren. Was Divi als Builder generell kann und wo seine Grenzen liegen, lesen Sie in unserem Divi-Theme-Test.
Häufige Fragen zu WPML
Was kostet WPML?
WPML bietet drei Lizenzen: Multilingual Blog (39 €), Multilingual CMS (99 €) und Multilingual Agency (199 €) - jeweils für ein Jahr Updates und Support. Das Plugin funktioniert auch nach Ablauf weiter, erhält dann aber keine Updates. Alle Pläne haben eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Für die meisten Business-Projekte ist die CMS-Lizenz mit 90.000 Übersetzungs-Credits die richtige Wahl.
Gibt es WPML kostenlos?
Nein, WPML gibt es nur als Kauf-Plugin ohne kostenlose Version. Wer eine kostenlose Basis sucht, kann mit Polylang starten. Für strukturierte mehrsprachige Projekte mit Übersetzungs-Management, String Translation und WooCommerce-Support ist die WPML-Lizenz die vollständigere Lösung, und die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie erlaubt einen risikofreien Test.
Wie funktioniert die automatische Übersetzung in WPML?
WPML übersetzt Inhalte maschinell über die hauseigene Private Translation Cloud oder wahlweise über DeepL, Google Translate und Microsoft. Abgerechnet wird über Credits: Microsoft kostet 1 Credit pro Wort, Google und DeepL 2 Credits, WPML AI 4 Credits. In der CMS-Lizenz sind 90.000 Credits enthalten, in der Agency-Lizenz 180.000. Bei Bezahlung nach Verbrauch sind die ersten 2.000 Credits pro Monat kostenlos.
Ist WPML mit Divi und Elementor kompatibel?
Ja. WPML ist offiziell kompatibel mit Divi, Elementor und weiteren gängigen Page-Buildern. Layouts werden im Übersetzungs-Editor Feld für Feld übersetzt, ohne dass Sie das Design pro Sprache neu aufbauen müssen. Theme-eigene Texte wie Button-Beschriftungen ziehen Sie über String Translation nach.
Funktioniert WPML mit WooCommerce?
Ja, über die Erweiterung WooCommerce Multilingual, die ab der CMS-Lizenz enthalten ist. Damit übersetzen Sie Produkte, Kategorien, den Checkout und automatische Bestell-E-Mails. Zusätzlich unterstützt die Erweiterung mehrere Währungen, sodass Kunden je nach Sprache oder Region in ihrer Währung bezahlen können.
Macht WPML meine Website langsamer?
WPML erzeugt zusätzliche Datenbank-Abfragen und eigene Tabellen. Auf solidem Hosting mit Page-Caching ist der Unterschied für Besucher in der Regel nicht spürbar. Bei sehr großen Sites mit vielen Sprachen sollten Sie auf sprachspezifisches Caching, ein schlankes Theme und ausreichend Server-Ressourcen achten, dann bleibt die Performance stabil.
Setzt WPML hreflang automatisch?
Ja. WPML setzt hreflang-Attribute automatisch für alle miteinander verknüpften Sprachversionen einer Seite. Zusätzlich können Sie die URL-Struktur frei wählen (Unterverzeichnis, Subdomain, eigene Domain oder Parameter), Slugs und Meta-Daten pro Sprache übersetzen und sprachspezifische Sitemaps ausgeben. Damit ist die technische SEO-Basis für mehrsprachige Sites ohne Zusatz-Plugin abgedeckt.
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