Matomo vs Google Analytics 2026

Matomo oder Google Analytics 4: Wir stellen beide Analytics-Tools aus der Agentur-Praxis gegenüber. Datenschutz und Consent, Datenhoheit, Kosten, Funktionen, die Anbindung an Google Ads und die Frage, welches Tool vollständigere Daten liefert. Am Ende sagen wir Ihnen klar, wann Matomo die richtige Wahl ist, wann Google Analytics, und wann Sie besser beide parallel betreiben.

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Die Kurzfassung für Eilige

  • Gesamt-Verdict: Matomo gewinnt, wenn Datenschutz, Datenhoheit und vollständige Daten Priorität haben. Google Analytics 4 gewinnt, wenn Google Ads und das Google-Ökosystem im Zentrum Ihres Marketings stehen.
  • Datenschutz: Matomo läuft auf Ihrem eigenen Server und kann so konfiguriert werden, dass viele Datenschutzbehörden es ohne Einwilligung akzeptieren. Google Analytics braucht in Deutschland faktisch immer eine Einwilligung.
  • Kosten: Matomo On-Premise ist kostenlos, Matomo Cloud startet bei 29 € im Monat. Google Analytics 4 ist kostenlos, Google Analytics 360 kostet fünfstellig pro Jahr.
  • Datenqualität: Matomo arbeitet ohne Sampling und ohne Kardinalitätsgrenzen. GA4 verdichtet Daten, modelliert Lücken und kappt Berichte bei vielen Dimensionswerten.
  • Google Ads: GA4 importiert Conversions nativ. Matomo braucht dafür den Umweg über den Ads-Conversion-Export. Wer viel Werbebudget bei Google ausgibt, spürt diesen Unterschied täglich.

Wie wir bewerten: Matomo oder Google Analytics?

Wir vergleichen beide Tools nach sechs Kriterien: Datenschutz und Consent, Datenhoheit, Kosten, Datenqualität, Funktionsumfang und Anbindung an Werbeplattformen. Die Gewichtung folgt der Situation eines Website-Betreibers in Deutschland, der zwischen Rechtssicherheit und Marketing-Anforderungen abwägen muss. Preise sind Stand September 2026 laut Anbieter. Wir betreiben in Kundenprojekten beide Systeme, teilweise parallel, und beschreiben hier, was uns dabei regelmäßig begegnet. Rechtsberatung ist das ausdrücklich nicht.

Matomo und Google Analytics im direkten Vergleich

Testsieger
Matomo Logo
01 · Datenschutz und Datenhoheit

Matomo

kostenlos On-Premise · Cloud ab 29 € / Monat
8.7
Score

Matomo (ehemals Piwik) ist eine quelloffene Web-Analytics-Plattform, die Sie auf einem eigenen Server betreiben oder als gehostete Variante beim Anbieter buchen. Die erhobenen Daten gehören Ihnen, liegen in Ihrer Datenbank und verlassen die EU nicht, wenn Sie das nicht wollen. Matomo lässt sich cookielos betreiben, verzichtet auf Sampling und liefert klassische Berichte, die jeder versteht, der schon einmal mit Universal Analytics gearbeitet hat. Der Preis dafür: Sie kümmern sich selbst um Wartung, Updates und Performance, und die Verbindung zu Google Ads ist deutlich umständlicher als bei Google.

Stärken

  • Volle Datenhoheit, Betrieb auf dem eigenen Server oder in Frankfurt (Cloud)
  • Cookieloser Betrieb möglich, IP-Anonymisierung eingebaut
  • Keine Sampling- und Kardinalitätsgrenzen, Rohdaten jederzeit exportierbar
  • Heatmaps, Session Recordings, A/B-Tests als Erweiterungen

Schwächen

  • Kein nativer Conversion-Import in Google Ads
  • Wartung, Updates und Datenbank-Größe sind Ihre Aufgabe
  • Premium-Funktionen kosten extra, die Oberfläche wirkt stellenweise altbacken
LizenzGPL, quelloffen
ServerstandortFrei wählbar
Best fürDatenschutz
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Google Analytics Logo
02 · Google-Ökosystem

Google Analytics 4

kostenlos · Google Analytics 360 auf Anfrage
8.2
Score

Google Analytics 4 ist der Marktführer und aus gutem Grund der Standard in den meisten Marketing-Abteilungen. Das Event-Datenmodell, die Explorations, der kostenlose BigQuery-Export und die direkte Verbindung zu Google Ads und Search Console sind stark. Die Kehrseite ist bekannt: Die Daten liegen bei Google LLC, in Deutschland ist eine Einwilligung Pflicht, und mit jedem abgelehnten Cookie-Banner sehen Sie weniger von Ihrem tatsächlichen Traffic. Wer die Zahlen aus GA4 ernst nimmt, muss verstehen, dass ein Teil davon modelliert ist.

Stärken

  • Nativer Conversion-Import in Google Ads, Zielgruppen für Remarketing
  • Flexibles Event-Modell, Explorations, BigQuery-Export kostenlos
  • Kein Betriebsaufwand, riesige Community und Dokumentation
  • Looker Studio und Google Tag Manager greifen direkt ineinander

Schwächen

  • Einwilligungspflicht, Datenverlust durch abgelehnte Banner
  • Datenverarbeitung durch Google, Übermittlung in die USA
  • Kardinalitätsgrenzen, Schwellenwerte und Modellierung verzerren Berichte
LizenzProprietär
ServerstandortGoogle, u. a. USA
Best fürAds-Steuerung
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Tracking sauber aufsetzen lassen?

Wir richten Matomo und Google Analytics 4 in Kundenprojekten ein, inklusive Consent-Setup und Conversion-Messung. Sagen Sie uns Bescheid, wenn Sie Unterstützung brauchen.

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Vergleichstabelle: Matomo und Google Analytics 4

KriteriumMatomoGoogle Analytics 4
PreismodellOpen Source, kostenlos On-Premise; Cloud nach TrafficKostenlos; Google Analytics 360 als Enterprise-Lizenz
Einstiegspreis0 € (selbst gehostet) / 29 € pro Monat (Cloud, 50.000 Hits)0 €
Hosting und ServerstandortEigener Server oder Rechenzentrum in FrankfurtGoogle-Infrastruktur, Verarbeitung auch in den USA
DatenhoheitVollständig beim Betreiber, Rohdaten in eigener DatenbankBei Google, Rohdaten nur über BigQuery-Export
Consent-Pflicht in DECookielos und mit Anonymisierung teils ohne Einwilligung vertretbarEinwilligung nach TTDSG und DSGVO erforderlich
Sampling und DatenlimitsKein Sampling, keine KardinalitätsgrenzenSchwellenwerte, Kardinalitätsgrenzen, Sampling in Explorations
Google-Ads-AnbindungAds-Conversion-Export (Offline-Import), kein RemarketingNativ: Conversions, Zielgruppen, Kampagnendaten
Tag ManagerMatomo Tag Manager (integriert)Google Tag Manager
Heatmaps und Session RecordingsAls kostenpflichtige ErweiterungNicht enthalten, Drittanbieter nötig
DatenaufbewahrungUnbegrenzt, selbst konfigurierbar2 bzw. 14 Monate für Event-Daten, Standardberichte länger
SupportCommunity, Dokumentation; Support-Verträge bei Cloud und PremiumHilfe-Center und Community; persönlicher Support nur bei 360
ZielgruppeBehörden, Gesundheitswesen, Verlage, Mittelstand mit Datenschutz-FokusShops und Unternehmen mit hohem Google-Ads-Budget

Empfehlung nach Use-Case

wenn Datenschutz und Datenhoheit Vorrang haben

Matomo

Behörden, Praxen, Kanzleien, Verlage und alle Unternehmen, deren Datenschutzbeauftragter beim Wort Google die Stirn runzelt. Matomo auf dem eigenen Server ist die Lösung, die sich intern am leichtesten verteidigen lässt und im Betrieb keine Überraschungen bringt.

wenn Google Ads Ihr wichtigster Kanal ist

Google Analytics 4

Shops und Lead-Unternehmen, die monatlich ein relevantes Budget bei Google ausgeben, brauchen die Conversion- und Zielgruppen-Verbindung. Ohne sie verliert Smart Bidding seine Grundlage. Hier ist Google Analytics trotz Consent-Pflicht die pragmatische Wahl.

wenn Sie vollständige Zahlen und Ads-Steuerung wollen

Beide parallel

In vielen Kundenprojekten laufen beide Tools nebeneinander: Matomo cookielos für die vollständige Reichweiten- und Content-Analyse, GA4 nach Einwilligung für Google Ads. Das kostet etwas Pflegeaufwand, beantwortet aber beide Fragen richtig.

Matomo vs Google Analytics 4 im Detail: der Ratgeber

DSGVO und TTDSG: Ist Google Analytics noch erlaubt?

Die kurze Antwort: Ja, mit Einwilligung. Google Analytics setzt Cookies und liest Geräteinformationen aus, dafür verlangt das TTDSG eine Einwilligung. Zusätzlich verarbeitet Google LLC personenbezogene Daten und übermittelt sie in die Vereinigten Staaten. Für diese Übermittlung gilt seit 2023 das EU-US Data Privacy Framework, gegen das Klagen anhängig sind. Solange es Bestand hat, ist die Übermittlung an zertifizierte US-Anbieter grundsätzlich zulässig. Fällt es, wie zuvor Safe Harbor und Privacy Shield, stehen Sie mit Google Analytics wieder vor der Situation von 2022, als mehrere europäische Aufsichtsbehörden die Verwendung von Google Analytics beanstandet haben. Diese Unsicherheit ist der eigentliche Grund, warum viele deutsche Unternehmen nach einer Alternative zu Google Analytics suchen.

Matomo verschiebt die Frage. Wenn Sie es auf einem eigenen Server in der EU betreiben, IP-Adressen kürzen, cookielos tracken und keine User-IDs verwenden, findet keine Übermittlung in Drittländer statt und es wird nichts auf dem Endgerät gespeichert. Mehrere Landesdatenschutzbehörden haben eine solche Konfiguration in ihren Orientierungshilfen als Fall beschrieben, in dem eine Einwilligung entbehrlich sein kann. Das ist keine Garantie, und sobald Sie Session Recordings, Heatmaps oder Cross-Device-Funktionen aktivieren, brauchen Sie wieder ein Consent-Banner. Wie Sie ein solches Banner technisch sauber aufsetzen, zeigen wir in unserem Test von Borlabs Cookie.

Datenhoheit: eigener Server oder Google?

Der größte Unterschied zu Google Analytics ist bei Matomo nicht die Oberfläche, sondern die Frage, wem die Daten gehören. Bei Matomo On-Premise liegen die Analysedaten in einer MySQL-Datenbank auf Ihrer Infrastruktur. Sie bestimmen die Aufbewahrungsfrist, können Rohdaten exportieren, mit anderen Systemen verbinden und im Zweifel den kompletten Datensatz mitnehmen, wenn Sie den Anbieter wechseln. Bei Google Analytics 4 bekommen Sie aggregierte Berichte und, wenn Sie den BigQuery-Export aktivieren, auch Rohdaten. Die Verarbeitung findet trotzdem bei Google statt, und Google behält sich vor, Daten zur Verbesserung eigener Dienste zu nutzen, wenn Sie die entsprechenden Freigaben nicht abschalten. Wer wissen möchte, wie viel Google über seine Nutzer ohnehin speichert, findet in unserem Beitrag zu Google My Activity einen Eindruck.

Datenhoheit hat eine zweite Seite: Verantwortung. Wer Matomo selbst betreibt, muss Updates einspielen, Backups sichern und die Datenbank im Auge behalten. Bei einigen Hunderttausend Seitenaufrufen im Monat wächst die Datenbank spürbar, und die Archivierung der Berichte läuft dann besser als Cronjob als beim Seitenaufruf. Das ist kein Hexenwerk, aber es ist Arbeit, die bei Google Analytics schlicht nicht anfällt.

Kosten: Matomo Cloud, On-Premise, GA4 und Google Analytics 360

Matomo On-Premise ist kostenlos, ohne Limit für Nutzer und Hits. Was Sie bezahlen, ist der Server, in der Praxis ein kleiner VPS oder ein Paket beim Webhoster, plus die Arbeitszeit für Betrieb und Updates. Kostenpflichtige Erweiterungen wie Heatmaps und Session Recordings, A/B-Tests, Funnels oder der Ads-Conversion-Export kommen aus dem Matomo Marketplace und werden pro Erweiterung und Jahr abgerechnet. Matomo Cloud startet laut Preisseite bei 29 € im Monat für 50.000 Hits (Stand September 2026, laut Anbieter, bei jährlicher Zahlung zwei Monate frei), die Daten liegen dabei in Frankfurt. Die Preise steigen mit dem Traffic, und die meisten Premium-Erweiterungen sind in der Cloud-Variante enthalten.

Google Analytics 4 kostet nichts, und das ist für viele Betreiber das Ende der Diskussion. Sobald Sie aber Datenlimits, Schwellenwerte und Sampling in den Explorations umgehen wollen, landen Sie bei Google Analytics 360, dessen Preis auf Anfrage vergeben wird und im fünfstelligen Bereich pro Jahr beginnt. Für den Mittelstand ist das selten eine Option. Fair gerechnet kostet Matomo also Arbeitszeit oder eine kleine Monatsgebühr, Google Analytics kostet Datenqualität und Rechtssicherheit.

Datenqualität: Welches Analyse-Tool liefert genauere Daten?

Hier trennt sich viel. Matomo verarbeitet jeden Treffer, den der Tracking-Code sendet, und zeigt ihn ungefiltert an. Es gibt kein Sampling, keine Kardinalitätsgrenzen, keine Zeile namens „(other)". Wenn Sie cookielos tracken, verlieren Sie zwar Wiederkehrer-Erkennung und lange Sitzungen werden aufgeteilt, dafür sehen Sie den gesamten Traffic, auch von Besuchern, die das Banner ablehnen. Für Content-Entscheidungen, für die Bewertung eines SEO-Audits und für Performance-Fragen ist diese Vollständigkeit wichtiger als die exakte Zuordnung einer Person über mehrere Geräte.

Google Analytics 4 sieht nach einem abgelehnten Banner nichts, es sei denn, Sie setzen Consent Mode im erweiterten Modus ein. Dann sendet der Tag cookielose Pings, aus denen Google fehlende Conversions und Nutzer modelliert. Die Modelle sind gut, aber es bleiben Schätzungen, und sie greifen erst ab einem gewissen Datenvolumen. Dazu kommen Schwellenwerte, die kleine Segmente aus Datenschutzgründen ausblenden, und Kardinalitätsgrenzen, die bei mehr als 500 Werten je Dimension und Tag alles Weitere in „(other)" verdichten. Wer eine Website mit vielen URLs betreibt, kennt das Problem. In der Datenqualität liegt Matomo deshalb vorn, auch wenn die absoluten Zahlen der beiden Tools nie identisch sein werden.

Funktionen: Feature-Umfang im Vergleich

Beide Tools decken die Basis ab: Besucher, Seiten, Quellen, Kampagnen, Ereignisse, Ziele, E-Commerce. Google Analytics 4 geht mit seinem Event-Modell weiter. Jede Interaktion ist ein Event mit Parametern, die Explorations erlauben Pfad-, Trichter- und Kohortenanalysen, und der BigQuery-Export öffnet die Tür zu eigenen Auswertungen in SQL. Das ist mächtig, verlangt aber Einarbeitung, und viele Nutzer vermissen bis heute die Übersichtlichkeit von Universal Analytics.

Matomo bleibt näher an den klassischen Berichten und ergänzt sie um Funktionen, die Google gar nicht anbietet: Heatmaps und Session Recordings, A/B-Tests, Formular-Analyse und Media-Analytics sind als Erweiterungen verfügbar, Rohdaten stehen per API und Datenbankzugriff jederzeit bereit. Für die Optimierung von Landing Pages ist die Kombination aus Heatmap und Aufzeichnung im selben Tool ein echter Vorteil, für den Sie bei Google einen Drittanbieter bräuchten. Was Matomo nicht hat: prädiktive Metriken, automatische Insights und die maschinell modellierten Zielgruppen, mit denen GA4 die Werbeplattformen füttert.

Google Ads, Search Console und die Google-Anbindung

Hier gewinnt Google Analytics deutlich, und für viele Unternehmen entscheidet allein dieser Punkt. Die Verknüpfung mit dem Ads-Konto importiert Conversions, exportiert Zielgruppen für Remarketing und zeigt Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Keyword-Daten neben dem Nutzerverhalten. Smart Bidding, das Google seit Jahren als Standard vorantreibt, lebt von diesen Signalen. Auch die Search Console lässt sich verknüpfen, sodass Klicks und Impressionen aus der organischen Suche neben den Verhaltensdaten stehen.

Matomo kann Ads-Conversions ebenfalls zurückspielen, allerdings über die kostenpflichtige Erweiterung „Advertising Conversion Export", die eine Datei erzeugt oder per API überträgt, die Sie als Offline-Conversion in Ihr Anzeigenkonto importieren. Das funktioniert, ist aber ein zusätzlicher Schritt mit Verzögerung, und Zielgruppen für Remarketing lassen sich so nicht bilden. Dieselbe Erweiterung bedient auch Microsoft Advertising. Wenn die Anzeigensteuerung Ihr Kerngeschäft ist, führt an Google Analytics oder zumindest an einem parallelen Setup kaum ein Weg vorbei.

Tag Manager: Google Tag Manager oder Matomo Tag Manager?

Beide Tools bringen ein Container-System mit, um Tags, Trigger und Variablen ohne Entwickler zu verwalten. Der Google Tag Manager ist der Standard, hat Vorlagen für praktisch jeden Drittanbieter und kann selbstverständlich auch Matomo-Tags ausspielen. Der Matomo Tag Manager ist in Matomo integriert, quelloffen und lädt vom eigenen Server, was für den Datenschutz ein Vorteil ist, weil kein zusätzlicher Google-Request entsteht. Er ist im Funktionsumfang schlanker und hat weniger vorgefertigte Vorlagen. In der Praxis sehen wir häufig den Google Tag Manager als Basis, der je nach Consent-Status Matomo und GA4 ausspielt. Achten Sie dabei auf die Ladezeit: Jeder Container und jeder zusätzliche Tag kostet Millisekunden, die in der Performance Ihrer Website landen.

Lernkurve, Reporting und Looker Studio

Wer aus Universal Analytics kommt, findet sich in Matomo schneller zurecht als in Google Analytics 4. Die Berichte heißen, wie man es erwartet, und ein Dashboard ist in Minuten zusammengeklickt. GA4 verlangt, dass Sie das Event-Modell verstehen, bevor die Berichte Sinn ergeben. Dafür ist die Verbindung zu Looker Studio bei Google nativ und kostenlos, während Matomo-Daten über die Reporting-API oder Community-Connectoren nach Looker Studio gelangen. Beide Wege funktionieren, der Google-Weg ist bequemer. Für regelmäßige Kundenreports nutzen wir bei beiden Systemen ohnehin eine eigene Aufbereitung, weil die Standardberichte selten die Fragen beantworten, die ein Geschäftsführer stellt.

WordPress und Installation: Wie steigen Sie ein?

Für WordPress gibt es zwei Wege zu Matomo: das Plugin „Matomo Analytics", das die komplette Software innerhalb von WordPress installiert, und das Plugin „Connect Matomo", das eine bestehende Installation anbindet. Der erste Weg ist für kleine Websites bequem, teilt sich aber Datenbank und Ressourcen mit WordPress. Ab mittlerem Traffic empfehlen wir eine separate Installation auf einer Subdomain. Google Analytics 4 binden Sie in WordPress über den Google Tag Manager, ein Consent-Plugin mit integrierter Tag-Verwaltung oder direkt per gtag-Snippet ein. In beiden Fällen gehört das Skript hinter den Consent-Layer, sonst ist die beste Konfiguration wertlos.

Tipp: Wenn Sie wechseln, betreiben Sie beide Tools mindestens drei Monate parallel und dokumentieren Sie die Abweichung. Matomo wird cookielos höhere Besucherzahlen zeigen als GA4 mit Consent-Pflicht. Diese Differenz ist kein Fehler, sondern der Anteil Ihrer Besucher, der das Banner ablehnt. Wer diese Zahl kennt, kann Ads-Zahlen und SEO-Zahlen endlich richtig einordnen.

Google Analytics Alternative: Welche Alternativen gibt es außer Matomo?

Wer nach Alternativen zu Google Analytics sucht, landet fast immer zuerst bei Matomo, weil es die vollständigste quelloffene Plattform ist. Daneben hat sich eine Gruppe schlanker, cookieloser Tools etabliert: Plausible und Fathom aus dem Ausland, etracker und Piwik PRO aus Europa mit Enterprise-Ausrichtung, dazu Umami und andere selbst gehostete Minimal-Lösungen. Diese Tools zeigen weniger, sind aber in Minuten eingerichtet und bewusst so gebaut, dass sie ohne Einwilligung laufen. Wenn Sie nur wissen wollen, welche Seiten wie oft aufgerufen werden und woher die Besucher kommen, reicht ein solches Werkzeug. Sobald Sie Ziele, E-Commerce, Segmente oder Heatmaps brauchen, ist Matomo die flexiblere Wahl unter den Alternativen. Und wenn Sie im Kern Google Ads steuern wollen, ist keine der Alternativen ein vollwertiger Ersatz für Google Analytics 4.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

KategorieVornBegründung
Datenschutz und ConsentMatomoCookielos, EU-Server, keine Drittlandübermittlung nötig
DatenhoheitMatomoRohdaten in eigener Datenbank, unbegrenzte Aufbewahrung
KostenUnentschiedenBeide kostenlos nutzbar; Matomo kostet Betrieb, GA4 kostet Daten
DatenqualitätMatomoKein Sampling, keine Kardinalitätsgrenzen, kein Modellieren
FunktionsumfangUnentschiedenGA4: Event-Modell, BigQuery; Matomo: Heatmaps, Recordings, A/B-Tests
WerbeplattformenGoogle Analytics 4Nativer Conversion-Import und Remarketing-Zielgruppen
BetriebsaufwandGoogle Analytics 4Kein Server, keine Updates, keine Datenbank

Endstand: Matomo 3, Google Analytics 4 2, zwei Kategorien unentschieden. Matomo ist das bessere Analytics-Tool für Betreiber, die Datenschutz, Datenhoheit und vollständige Zahlen ernst nehmen. Google Analytics vs Matomo geht dagegen an Google, sobald Ihr Marketing an Google Ads hängt. In vielen Projekten unserer SEO-Agentur läuft deshalb beides, und das ist keine Verlegenheitslösung, sondern die Antwort auf zwei verschiedene Fragen.

Häufige Fragen zu Matomo und Google Analytics

Ist Google Analytics 2026 in Deutschland noch erlaubt?

Ja, mit wirksamer Einwilligung der Besucher. Die Einwilligungspflicht ergibt sich aus dem TTDSG für das Setzen von Cookies und aus der DSGVO für die Verarbeitung personenbezogener Daten. Die Übermittlung in die USA stützt sich auf das EU-US Data Privacy Framework, das gerichtlich angegriffen wird. Solange es gilt, ist die Nutzung mit Consent-Banner vertretbar. Ohne Einwilligung darf Google Analytics in Deutschland nicht laufen. Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Einschätzung aus unserer Praxis.

Was ist der größte Unterschied zwischen Matomo und Google Analytics 4?

Die Datenhoheit. Bei Matomo liegen die erfassten Daten auf Ihrem eigenen Server oder in einem Rechenzentrum in Frankfurt, bei Google Analytics 4 werden sie von Google LLC verarbeitet, auch in den USA. Daraus folgen die weiteren Unterschiede: Matomo kann cookielos und teils ohne Einwilligung laufen und zeigt Daten ohne Sampling, Google Analytics braucht Consent und modelliert Lücken. Dafür ist Google Analytics direkt mit Google Ads verbunden.

Wer steckt hinter Matomo?

Matomo wurde 2007 von Matthieu Aubry als Piwik gestartet und 2018 in Matomo umbenannt. Hinter dem Projekt steht die InnoCraft Ltd. aus Neuseeland, die den Kern als quelloffene Software unter GPL-Lizenz pflegt und mit Matomo Cloud sowie Premium-Erweiterungen Geld verdient. Die Software läuft nach Angaben des Anbieters auf über einer Million Websites, darunter viele Behörden und öffentliche Einrichtungen in Europa.

Was kostet Matomo im Vergleich zu Google Analytics?

Matomo On-Premise ist kostenlos, Sie zahlen nur den Server und Ihre Arbeitszeit. Kostenpflichtige Erweiterungen wie Heatmaps oder Session Recordings kommen aus dem Marketplace dazu. Matomo Cloud beginnt bei 29 € im Monat für 50.000 Hits, Stand September 2026 laut Anbieter. Google Analytics 4 ist kostenlos. Google Analytics 360 mit höheren Datenlimits und persönlichem Support kostet fünfstellig pro Jahr und wird auf Anfrage angeboten.

Kann man Matomo und Google Analytics gleichzeitig nutzen?

Ja, und in vielen Projekten ist das die beste Lösung. Matomo läuft cookielos für die vollständige Reichweiten- und Content-Analyse, Google Analytics 4 wird erst nach Einwilligung geladen und versorgt Google Ads mit Conversions. Beide Tools lassen sich über den Google Tag Manager oder den Matomo Tag Manager gemeinsam ausspielen. Rechnen Sie mit unterschiedlichen Zahlen: Matomo zeigt in der Regel mehr Besucher, weil es die Banner-Ablehner mitzählt.

Welches Tool liefert genauere Daten, Matomo oder Google Analytics?

Matomo liefert vollständigere Daten, weil es ohne Sampling, ohne Schwellenwerte und ohne Kardinalitätsgrenzen arbeitet und cookielos auch Besucher erfasst, die den Consent-Banner ablehnen. Google Analytics 4 modelliert fehlende Daten über den Consent Mode und verdichtet Berichte bei vielen Dimensionswerten. Für die Frage, wie viele Menschen eine Seite wirklich aufrufen, ist Matomo näher an der Realität. Für Attributions- und Zielgruppenfragen sind die Modelle von Google im Vorteil.

Anonymisiert Matomo die Daten oder pseudonymisiert es sie?

Beides ist konfigurierbar. Standardmäßig kürzt Matomo IP-Adressen um mindestens zwei Bytes, was als Anonymisierung gilt, und bildet aus Browser- und Geräteinformationen einen täglich wechselnden Fingerabdruck, der pseudonym ist. Wer auf Cookies, User-IDs und Session Recordings verzichtet und die Konfiguration entsprechend setzt, kommt der Anonymisierung sehr nahe. Sobald Sie Besucher über Tage hinweg wiedererkennen oder Profile anlegen, arbeiten Sie pseudonym und brauchen eine Rechtsgrundlage, in der Regel die Einwilligung.

Wie installiere ich Matomo in WordPress?

Am schnellsten über das Plugin „Matomo Analytics" aus dem WordPress-Verzeichnis, das die komplette Software innerhalb von WordPress betreibt und den Tracking-Code automatisch einfügt. Für größere Websites empfehlen wir eine eigenständige Installation auf einer Subdomain, die Sie über das Plugin „Connect Matomo" oder den Tag Manager anbinden. In beiden Fällen sollten Sie IP-Anonymisierung aktivieren, Cookies deaktivieren und den Tracking-Code an Ihr Consent-Tool koppeln, falls Sie Funktionen nutzen, die eine Einwilligung erfordern.

Joshua Stark
Joshua Stark
Geschäftsführer STARK

Joshua leitet bei STARK die SEO- und Performance-Praxis. Über 150 Projekte für Mittelstand, SaaS und E-Commerce seit 2016.

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