Die Kurzfassung für Eilige
- Kernaussage: Wer primär verkauft, ist bei Shopify meist besser aufgehoben. Wer primär Inhalte veröffentlicht und nebenbei verkauft, bei WordPress mit WooCommerce.
- Preise (Stand Juli 2026): Shopify Basic ab 36 Euro im Monat, bei Jahreszahlung 25 Euro. WooCommerce selbst kostet nichts, Hosting und Pflicht-Plugins schon.
- Gebühren: Shopify verlangt bei fremden Zahlungsanbietern je nach Tarif 0,2 bis 2 Prozent zusätzlich. WooCommerce kennt diese Gebühr nicht.
- DACH-Pflichten: Rechnungen nach GoBD, DATEV-Export und Warenwirtschaft sind bei beiden Systemen Zusatzarbeit, nur an unterschiedlicher Stelle.
- Content-SEO: Hier liegt WordPress deutlich vorn, und zwar nicht knapp.
- Dritte Option: WordPress für die Inhalte, Shopify für den Verkauf. Für viele Marken ist das die sauberste Lösung.
Shop oder Website mit Shop: die eigentliche Frage
WordPress vs Shopify wird meistens als Duell zweier Shopsysteme geführt. Das führt in die Irre, weil die beiden Systeme aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Shopify wurde als Verkaufsplattform gebaut und hat sich danach Inhalte dazugeholt. WordPress wurde als Publikationssystem gebaut und hat sich mit WooCommerce den Verkauf dazugeholt. Beide Wege funktionieren, aber sie enden an unterschiedlichen Punkten.
Stellen Sie sich deshalb zuerst eine andere Frage als die nach dem System: Was ist der Motor Ihres Geschäfts? Wenn Umsatz überwiegend über Produktseiten, Kategorien, Anzeigen und wiederkehrende Käufe entsteht, dann ist der Shop das Produkt und alles andere Beiwerk. Wenn Umsatz dagegen über Reichweite, Fachbeiträge, Empfehlungen oder Beratung entsteht und der Verkauf am Ende dieser Kette steht, dann ist der Inhalt das Produkt und der Shop das Beiwerk.
Die Größenverhältnisse ordnen das ein: WordPress läuft laut den Erhebungen von W3Techs am 27. Juli 2026 auf 41,2 Prozent aller Websites, Shopify auf 5,3 Prozent. Nach reiner Anzahl der Installationen ist WooCommerce das meistgenutzte Shopsystem der Welt. Nach Umsatz pro Shop sieht das Bild anders aus, weil Shopify überproportional viele wachsende Marken bedient.
Die beiden Systeme im Profil
Shopify: die Verkaufsmaschine mit Abo
Shopify nimmt Ihnen den technischen Unterbau vollständig ab. Hosting, Sicherheitsupdates, Skalierung bei Lastspitzen und die Zertifikate für verschlüsselte Verbindungen sind im Preis enthalten. Ein Shop steht in wenigen Tagen, und er steht stabil, auch wenn eine Kampagne läuft und plötzlich viertausend Menschen gleichzeitig im Checkout sind. Der Checkout selbst ist der stärkste Teil des Produkts: Er ist über Millionen Bestellungen optimiert worden, funktioniert auf dem Handy sauber und lässt sich in den unteren Tarifen bewusst kaum verändern. Genau diese Einschränkung ist der Grund, warum er so zuverlässig konvertiert.
Die Schwächen liegen dort, wo Shopify seine Herkunft nicht verleugnen kann. Der Blog ist funktional, aber im Vergleich zu einem ausgewachsenen Redaktionssystem karg. Verschachtelte Inhaltsstrukturen, Glossare, Wissensdatenbanken oder mehrsprachige Ratgeberbereiche baut man dort mit spürbarem Widerstand. Dazu kommt die Abhängigkeit vom Anbieter: Sie mieten Ihren Shop. Preisanpassungen, Änderungen an Programmierschnittstellen oder eine App, die der Hersteller einstellt, sind Ereignisse, die Sie nicht kontrollieren. Wer die Plattform verlässt, nimmt seine Daten mit, aber nicht sein Frontend.
WordPress mit WooCommerce: das Redaktionssystem, das verkauft
WordPress mit WooCommerce dreht das Verhältnis um. Sie bekommen ein Content-Management-System, das für Inhalte gebaut ist, und stellen den Verkauf daneben. Für Marken, die über Fachwissen gefunden werden, ist das der natürlichere Aufbau. Ein Ratgeber mit vierhundert Beiträgen, ein Glossar, eine Kategoriestruktur, die auch Suchmaschinen erklärt, wofür Sie stehen: Das ist WordPress-Heimspiel. Der Shop hängt sich an, statt den Rest zu verdrängen.
Dazu kommt Kontrolle. Der Quelltext gehört Ihnen, der Datenbestand liegt auf Ihrem Server, und es gibt kein Feld im Checkout, das Sie nicht anfassen dürfen. Wer besondere Preislogiken, Händlerrabatte, Konfiguratoren oder B2B-Freigaben braucht, kommt mit WooCommerce oft schneller ans Ziel als mit Apps in einem gehosteten System.
Der Preis dafür ist Verantwortung. Niemand aktualisiert Ihr WordPress, wenn Sie es nicht tun. Ein Shop mit dreißig Plug-ins ist ein kleines Softwareprojekt, und jedes Update kann eine Wechselwirkung auslösen. Bei schlechtem Hosting wird ein WooCommerce-Shop mit ein paar tausend Artikeln träge, und zwar ausgerechnet dort, wo es Geld kostet, also im Warenkorb und in der Kasse. Häufig liegt das Problem dann am Server darunter. Welche Anbieterklasse wirklich trägt, haben wir im Vergleich der besten WordPress-Hoster aufgeschlüsselt, und was ein Webhoster überhaupt leisten muss, steht im Glossar.
Unsicher, welches System zu Ihrem Geschäft passt?
Wir sehen uns Ihr Sortiment, Ihre Abläufe und Ihre geplanten Inhalte an und sagen Ihnen, welcher Weg der kürzere ist.
Direktvergleich: was beide Systeme mitbringen und was sie kosten
Die folgende Übersicht zeigt, wo Leistung ab Werk vorhanden ist und wo sie zugekauft oder gebaut werden muss.
| Funktion | Shopify | WordPress + WooCommerce |
|---|---|---|
| Hosting und Updates enthalten | Ja | Nein |
| Checkout ohne eigene Entwicklung | Ja | Nein |
| Checkout frei anpassbar | Nein | Ja |
| Vollwertiges Redaktionssystem | Nein | Ja |
| Zahlungsabwicklung im Produkt integriert | Ja | Nein |
| Zugriff auf Quelltext und Datenbank | Nein | Ja |
| Support durch den Hersteller | Ja | Nein |
| Betrieb ohne laufende Wartung möglich | Ja | Nein |
| Themes und Plugins in großer Auswahl | Ja | Ja |
| Verkauf digitaler Produkte | Ja | Ja |
Bei den Kosten ist der Vergleich unfair, wenn man nur die Lizenz betrachtet. WooCommerce ist quelloffen und kostenlos, WordPress ebenfalls. Sobald ein Shop rechtssicher laufen soll, kommen aber Posten dazu, die bei Shopify im Abo stecken.
| Kostenblock | Shopify | WordPress + WooCommerce |
|---|---|---|
| Software und Lizenz | Basic 36 €, Grow 105 €, Advanced 384 € pro Monat | 0 € |
| Preis bei Jahreszahlung | 25 € / 66 € / 289 € pro Monat | entfällt |
| Enterprise-Stufe | Shopify Plus ab 2.100 € pro Monat | frei skalierbar, Kosten über Hosting |
| Hosting | enthalten | je nach Klasse rund 5 bis 45 € pro Monat |
| Rechts-Plugin für den DACH-Markt | über Apps | rund 69 bis 75 € pro Jahr |
| Wartung und Updates | enthalten | eigene Zeit oder Wartungsvertrag |
| Sicherheit und Backups | enthalten | über Hoster oder Plugin |
Alle Preise Stand Juli 2026 nach den öffentlichen Angaben der Anbieter. Die Spannen bei Hosting und Plug-ins sind bewusst Spannen, weil sie stark vom Sortiment abhängen. Ein Shop mit 80 Artikeln und ein Shop mit 12.000 Artikeln sind technisch verschiedene Tiere.
Transaktionsgebühren: der Posten, der übersehen wird
Hier liegt der Unterschied, der bei wachsendem Umsatz am schwersten wiegt. Shopify berechnet für Kartenzahlungen über Shopify Payments in Deutschland Stand Juli 2026 je nach Tarif 2,1, 1,8 oder 1,6 Prozent plus 30 Cent pro Transaktion. Das ist marktüblich. Entscheidend ist die zweite Gebühr: Wer einen anderen Zahlungsanbieter einsetzt, zahlt zusätzlich zu dessen Gebühren noch einmal an Shopify.
| Tarif | Kartengebühr mit Shopify Payments | Aufschlag bei fremdem Zahlungsanbieter |
|---|---|---|
| Basic | 2,1 % + 0,30 € | 2,0 % |
| Grow | 1,8 % + 0,30 € | 1,0 % |
| Advanced | 1,6 % + 0,30 € | 0,6 % |
| Plus | ab 1,3 % + 0,30 € | 0,2 % |
WooCommerce kennt diesen Aufschlag nicht. Sie verhandeln direkt mit Ihrem Zahlungsdienstleister und zahlen genau dessen Konditionen. Bei 30.000 Euro Monatsumsatz und einem eigenen Zahlungsvertrag im Basic-Tarif reden wir über einen dreistelligen Betrag pro Monat, den Shopify zusätzlich einbehält. Umgekehrt gilt: Wer ohnehin Shopify Payments nutzt, spürt davon nichts, und der Punkt entfällt.
Zahlungsarten, Rechnungen und Warenwirtschaft im DACH-Raum
An dieser Stelle trennt sich die internationale Betrachtung von der deutschsprachigen Realität. Vieles, was in englischsprachigen Vergleichen als gelöst gilt, ist hier eine offene Aufgabe.
Zahlungsarten
Der Kauf auf Rechnung ist im deutschen Handel weiterhin eine der wichtigsten Zahlungsarten, und ein Shop ohne diese Option verliert messbar Bestellungen. Shopify hat hier aufgeholt: Shopify Payments ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar, und Klarna lässt sich mitsamt Rechnungskauf und Ratenzahlung direkt darüber aktivieren, ohne separaten Vertrag. Zusammen mit PayPal und Kartenzahlung deckt das den größten Teil der hiesigen Zahlungsgewohnheiten ab. WooCommerce erreicht dasselbe Ergebnis über Erweiterungen von Mollie, Stripe, PayPal oder Klarna, braucht dafür aber mehr Einrichtung und in der Regel eigene Verträge.
Rechnungslegung
Das ist der Punkt, an dem viele Shopify-Projekte in Deutschland nachträglich Geld kosten. Shopify erzeugt Bestellbestätigungen, aber keine Rechnungen, die den Anforderungen der GoBD an fortlaufende Nummerierung und Unveränderbarkeit sauber genügen. Auch der Export in die Finanzbuchhaltung fehlt ab Werk. Gelöst wird das über spezialisierte Apps oder über die Anbindung einer Buchhaltungssoftware wie lexoffice, sevdesk oder easybill, die die Bestellungen übernimmt und rechtskonforme Belege ausstellt. Das funktioniert gut, kostet aber zusätzlich und muss von Anfang an mitgeplant werden.
WooCommerce löst das über die etablierten Rechts-Erweiterungen für den deutschen Markt, die neben Rechnungen auch Widerrufsbelehrung, Grundpreisangaben, Versandkostenhinweise und die Verpackungs- sowie Elektrogeräte-Pflichttexte abdecken. Der Vorteil ist, dass diese Erweiterungen für das deutsche Recht gebaut wurden und nicht nachträglich international angepasst werden mussten. Der Nachteil ist, dass Sie eine weitere Komponente pflegen, die bei jedem größeren Update mitgetestet werden will.
Warenwirtschaft und ERP
Sobald Lager, Versand und Buchhaltung außerhalb des Shops liegen, entscheidet die Schnittstelle. JTL bietet Standard-Anbindungen sowohl für Shopify als auch für WooCommerce an, ebenso wie Billbee für kleinere Mengen und PlentyONE oder Xentral für den Mehrkanal-Betrieb. Zwei Details aus der Praxis: Für Shopify-Shops, die ab Januar 2024 angelegt wurden, empfiehlt JTL die Buchung der ERP-Connector-App direkt im Shopify App Store, weil die Übertragung personenbezogener Daten sonst eingeschränkt ist. Und Shopifys ältere REST-Schnittstelle gilt seit Oktober 2024 als Legacy, neue öffentliche Apps müssen seit dem 1. April 2025 auf GraphQL setzen, was bei betagten Anbindungen ein Update erzwungen hat (Stand Juli 2026). Bei WooCommerce sind Sie näher an der Datenbank und damit freier, tragen aber auch die Verantwortung, wenn eine Schnittstelle bei einem Plugin-Update stolpert.
Für wen welches System
Hier wird es unbequem, deshalb ohne Weichzeichner.
Nehmen Sie Shopify, wenn
der Verkauf Ihr Hauptgeschäft ist und Sie kein Interesse daran haben, Software zu betreiben. Wenn Sie ein überschaubares Sortiment schnell online bringen wollen, wenn Sie über Anzeigen skalieren und jede Zehntelsekunde Ausfall Umsatz kostet, wenn im Team niemand sitzt, der Updates und Sicherheitslücken im Blick behält. Auch für Marken mit starkem Wachstum ist Shopify die ruhigere Wahl, weil Lastspitzen zum Produkt gehören und nicht zu Ihrem Problem werden. Wer bereits auf Shopify verkauft und dort mehr Sichtbarkeit braucht, findet in unserer Shopify-SEO-Leistung den passenden Ansatz, und wie wir E-Commerce-Projekte insgesamt betreuen, steht auf der Seite zur E-Commerce-Agentur.
Nehmen Sie WordPress mit WooCommerce, wenn
Inhalte Ihr Vertriebskanal sind. Wenn Sie ein Magazin, einen Fachratgeber, ein Glossar oder eine Wissensdatenbank betreiben und der Shop eine von mehreren Umsatzquellen ist. Wenn Sie Dienstleistung und Produkt mischen, etwa Beratung, Kurse und ein kleines Sortiment. Wenn Ihre Preis- oder Freigabelogik von der Norm abweicht, wenn Sie B2B-Kunden mit individuellen Konditionen bedienen oder wenn Sie schlicht Eigentum am System behalten wollen. Und wenn jemand da ist, der den Betrieb übernimmt, intern oder über eine WordPress-Agentur.
Nehmen Sie keins von beiden, wenn
Sie eigentlich gar keinen Shop brauchen. Ein erheblicher Teil der Anfragen, die bei uns landen, sind Unternehmen, die zehn bis zwanzig Artikel verkaufen und dafür ein System aufziehen wollen, das für tausend gebaut ist. In diesen Fällen reicht oft eine gute Website mit einer schlanken Verkaufsfunktion. Welche Alternativen jenseits der beiden Schwergewichte in Frage kommen, haben wir im Überblick der WordPress-Alternativen zusammengetragen. Wer eher aus der Baukasten-Ecke kommt und Systeme wie Wix oder Squarespace prüft, findet die Einordnung im Vergleich der Homepage-Baukästen und speziell im Duell WordPress gegen Wix. Für große, redaktionell getriebene Unternehmensauftritte mit Freigabeprozessen und vielen Sprachen lohnt dagegen der Blick auf den Vergleich von WordPress und TYPO3.
Beide Systeme kombinieren: die dritte Option
Die Frage WordPress oder Shopify hat eine Antwort, die in Vergleichen selten auftaucht, obwohl sie in der Praxis gut funktioniert: beides. Die Website läuft auf WordPress, der Shop läuft auf Shopify, und die beiden werden so verbunden, dass Besucher den Übergang kaum bemerken.
Technisch gibt es dafür mehrere Wege. Der einfachste ist eine Trennung nach Adresse: Die Inhalte liegen auf der Hauptdomain, der Shop auf einem Unterverzeichnis oder einer Subdomain, das Design ist auf beiden Seiten identisch nachgebaut. Der zweite Weg führt über Kaufen-Schaltflächen, die Shopify als einbettbaren Code bereitstellt, sodass einzelne Produkte direkt in einem WordPress-Beitrag verkauft werden können, während Warenkorb und Kasse bei Shopify bleiben. Der dritte, aufwendigste Weg nutzt die Storefront-Schnittstelle von Shopify und baut das Frontend vollständig in WordPress nach.
Der Gewinn liegt auf der Hand: Sie bekommen die redaktionelle Freiheit von WordPress und den Checkout von Shopify. Der Preis ist ebenso deutlich. Sie betreiben zwei Systeme, zahlen zwei Rechnungen, pflegen zwei Designs und müssen die Nutzerführung an den Übergängen bewusst gestalten. Für kleine Shops lohnt dieser Aufwand nicht. Für Marken mit ernsthafter Inhaltsstrategie und ernsthaftem Verkauf rechnet er sich häufig, weil beide Seiten ihr Bestes geben dürfen. Wenn Sie diesen Weg prüfen, planen Sie die Suchmaschinen-Struktur vorher, sonst konkurrieren Ratgeber und Produktseiten am Ende um dieselben Suchbegriffe.
Migration: was beim Umstieg wirklich zu tun ist
Ein Systemwechsel scheitert selten an den Produktdaten. Er scheitert an dem, was drumherum hängt.
Von WooCommerce zu Shopify läuft der Produktumzug über eine strukturierte Tabelle mit Artikeln, Varianten, Preisen, Beständen und Bildern. Kundenkonten wandern mit, Passwörter nicht, weshalb Ihre Bestandskunden einmalig ein neues Passwort setzen müssen. Bestellhistorien lassen sich importieren, sind aber im neuen System nur eingeschränkt nutzbar. Der kritische Teil sind die Adressen: WooCommerce und Shopify bilden Produkt-, Kategorie- und Blogadressen unterschiedlich ab, sodass praktisch jede Adresse eine Weiterleitung braucht. Wer das übergeht, verliert Rankings, die er über Jahre aufgebaut hat.
In die andere Richtung, von Shopify zu WooCommerce, kommt zusätzlich der Aufbau der Infrastruktur dazu. Sie brauchen Hosting in passender Größe, ein Theme, die Rechts-Erweiterung für den deutschen Markt, Zahlungsanbindungen und ein Wartungskonzept. Rechnen Sie realistisch mit mehreren Wochen. Dafür haben Sie danach ein System, das Ihnen gehört.
Unabhängig von der Richtung gilt dieselbe Reihenfolge: erst eine vollständige Bestandsaufnahme aller bestehenden Adressen mit ihren Zugriffszahlen, dann die Weiterleitungskarte, dann der Umzug der Inhalte, dann der Test der Bestellstrecke mit echten Zahlungen, und zwar vor der Umschaltung. Ein technischer Check vorab spart in fast jedem Projekt mehr Zeit, als er kostet; wie so ein SEO-Audit aufgebaut ist, beschreiben wir separat. Für die Umsetzung mit WordPress begleiten wir solche Wechsel regelmäßig, die Rahmenbedingungen dazu stehen bei unserer Agenturleistung für WordPress.
SEO-Unterschiede zwischen Shopify und WordPress
Bei den technischen Grundlagen nehmen sich beide Systeme wenig. Beide erzeugen saubere Adressen, Titel und Beschreibungen lassen sich pflegen, strukturierte Daten für Produkte sind vorhanden, Sitemaps entstehen automatisch. Shopify liefert außerdem von Haus aus gute Ladezeiten, weil das Auslieferungsnetz Teil des Produkts ist. Ein WooCommerce-Shop kann genauso schnell sein, aber nur mit passendem Hosting und sauberer Umsetzung. Was dabei zu beachten ist, steht in unserem Leitfaden zur technischen SEO.
Der Unterschied liegt woanders, und er ist groß. Shopify zwingt Ihnen eine Adressstruktur auf, in der Produkte unter einem festen Pfad liegen und Blogbeiträge ebenfalls. Kategorien lassen sich nicht beliebig verschachteln, und wenn ein Produkt in mehreren Kategorien liegt, entstehen Adressvarianten, die man kanonisch aufräumen muss. Für einen reinen Shop ist das verkraftbar. Sobald Sie aber eine inhaltliche Silo-Struktur bauen wollen, in der ein Themenbereich mehrere Ebenen tief geht und intern dicht verlinkt ist, arbeiten Sie gegen das System.
WordPress lässt Ihnen an dieser Stelle jede Freiheit. Eigene Inhaltstypen, frei definierbare Adressmuster, beliebige Verlinkung zwischen Beiträgen und Produkten, Verzeichnisse und Themenseiten ohne Umwege. Genau deshalb gewinnen inhaltsgetriebene Shops mit WordPress häufiger im organischen Bereich: nicht weil WordPress besseres SEO könnte, sondern weil es die Struktur zulässt, die inhaltliches SEO braucht.
Und noch ein ehrlicher Punkt zugunsten von Shopify: Bei den Kaufsignalen ist die Plattform stark. Bewertungen, Produktdaten für die Ausspielung in Suchergebnissen und die Anbindung an Verkaufsflächen wie Google Shopping sind mit wenigen Klicks eingerichtet. Was in der Auswahl von Shopsystemen sonst noch zählt, ordnet unser Überblick der besten E-Commerce-Plattformen ein.
Häufige Fragen zu WordPress und Shopify
Was kostet Shopify und was kostet WordPress mit WooCommerce?
Shopify kostet Stand Juli 2026 im Basic-Tarif 36 Euro im Monat, im Grow-Tarif 105 Euro und im Advanced-Tarif 384 Euro, bei jährlicher Zahlung 25, 66 beziehungsweise 289 Euro. Shopify Plus beginnt bei rund 2.100 Euro im Monat. WordPress und WooCommerce sind quelloffen und kosten nichts, verursachen aber Hosting ab etwa fünf Euro im Monat, eine Rechts-Erweiterung für den deutschen Markt für ungefähr 70 Euro im Jahr sowie Aufwand für Wartung und Updates. Unter dem Strich liegen kleine Shops mit WooCommerce meist günstiger, größere Shops rücken näher zusammen.
Ist WordPress oder Shopify besser für SEO?
Bei den technischen Grundlagen nehmen sich beide wenig. Sobald Inhalte eine Rolle spielen, ist WordPress deutlich flexibler, weil Sie Adressstruktur, Inhaltstypen und interne Verlinkung frei gestalten können. Shopify gibt eine feste Struktur vor, die für reine Shops ausreicht, für tief verschachtelte Themenwelten aber im Weg steht. Bei Ladezeit und Produktdaten für Suchergebnisse hat Shopify ab Werk Vorteile.
Kann man Shopify und WordPress gemeinsam betreiben?
Ja, und für inhaltsstarke Marken ist das häufig die beste Lösung. Üblich sind drei Wege: die Trennung nach Adresse mit Inhalten auf WordPress und Shop auf einer Subdomain, einbettbare Kaufen-Schaltflächen von Shopify direkt in WordPress-Seiten, oder ein vollständig in WordPress gebautes Frontend über die Storefront-Schnittstelle. Sie betreiben dann allerdings zwei Systeme mit zwei Abrechnungen und zwei Designs.
Fallen bei Shopify Transaktionsgebühren an?
Für Kartenzahlungen über Shopify Payments gelten in Deutschland Stand Juli 2026 je nach Tarif 2,1, 1,8 oder 1,6 Prozent plus 30 Cent pro Transaktion. Wenn Sie einen anderen Zahlungsanbieter einsetzen, berechnet Shopify zusätzlich 2 Prozent im Basic-Tarif, 1 Prozent im Grow-Tarif, 0,6 Prozent im Advanced-Tarif und 0,2 Prozent bei Plus. Bei WooCommerce gibt es diesen Aufschlag nicht, dort zahlen Sie ausschließlich die Konditionen Ihres Zahlungsdienstleisters.
Welches System passt besser zum deutschen Markt?
Beide funktionieren, brauchen aber Zusatzarbeit. Shopify Payments ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar, und der Rechnungskauf über Klarna lässt sich direkt aktivieren. Für GoBD-konforme Rechnungen, fortlaufende Nummern und den Export in die Buchhaltung brauchen Sie bei Shopify eine passende App oder eine angebundene Buchhaltungssoftware. WooCommerce deckt die deutschen Pflichtangaben über etablierte Rechts-Erweiterungen ab, die von Anfang an für diesen Markt gebaut wurden.
Lohnt sich der Wechsel von WooCommerce zu Shopify?
Er lohnt sich, wenn Wartung und Ausfälle Sie mehr beschäftigen als der Verkauf, wenn Ihr Team keine technische Betreuung stellen kann oder wenn Sie stark über Anzeigen skalieren und maximale Stabilität im Checkout brauchen. Er lohnt sich nicht, wenn Ihr Umsatz überwiegend aus organischer Reichweite über Ratgeberinhalte stammt. In diesem Fall geben Sie genau die Freiheit auf, die Ihre Rankings trägt.
Wie viele Plugins verträgt ein WooCommerce-Shop?
Die Zahl allein sagt wenig, die Qualität entscheidet. Zwanzig gepflegte Erweiterungen von seriösen Anbietern machen weniger Ärger als fünf verwaiste. Problematisch wird es, wenn mehrere Plug-ins dieselbe Aufgabe übernehmen, wenn Erweiterungen seit Monaten kein Update bekommen haben oder wenn jede von ihnen eigene Skripte im Frontend lädt. Prüfen Sie vor jeder Installation, ob die Funktion nicht auch im Theme oder in einer bereits vorhandenen Erweiterung steckt.
Systementscheidung steht an?
30 Minuten Gespräch, in dem wir Sortiment, Prozesse und Inhalte durchgehen. Danach wissen Sie, welcher Weg für Sie der kürzere ist.
