Die Kurzfassung für Eilige
- Kostenbild: Ein Baukasten kostet über fünf Jahre je nach Tarif grob 500 bis 1.500 Euro. Eine WordPress-Installation auf gutem Hosting liegt im selben Bereich, verteilt das Geld aber anders.
- Der teuerste Posten steht nicht im Tarif: Er entsteht beim Wechsel, weil die meisten Baukästen Ihre Website nicht herausgeben.
- Einzige echte Ausnahme: Webflow exportiert statischen Code, Squarespace immerhin Texte und Beiträge als XML.
- Serverstandort: IONOS, Jimdo und Onepage sind für DSGVO-empfindliche Projekte die ruhigere Wahl als die US-Anbieter.
- SEO: Alle großen Baukästen können die Basics. Eng wird es bei mehrsprachigen Seiten, großen Strukturen und Ladezeit-Feintuning.
- Faustregel: Unter zehn Seiten ohne Wachstumsplan ist ein Baukasten vernünftig. Sobald die Website Vertrieb betreibt, gewinnt ein eigenes System.
Baukasten oder eigenes CMS: die Frage vor der Anbieterfrage
Wer eine eigene Website erstellen möchte, landet nach zwei Suchanfragen bei einem Homepage-Baukasten. Das ist naheliegend, denn das Versprechen sitzt: eine professionelle Website per Drag-and-Drop, ohne Programmierkenntnisse und ohne eigenen Server. Hosting, Vorlagen, Editor und Support kommen in einem Tarif. Für viele Selbstständige und kleine Unternehmen ist das genau die richtige Antwort.
Der Vergleich der Anbieter beginnt trotzdem an der falschen Stelle, wenn er mit dem Preis pro Monat beginnt. Ein Homepage-Baukasten ist keine Software, die Sie kaufen, sondern ein Mietverhältnis. Sie mieten den Editor, das Hosting, den Speicherplatz und das Recht, Ihre Inhalte auf fremder Infrastruktur zu zeigen. Solange Sie zahlen, funktioniert alles. Kündigen Sie, ist die Website weg, und in den meisten Fällen bekommen Sie sie nicht in einer Form zurück, mit der ein anderer Anbieter etwas anfangen kann.
Deshalb sortieren wir diesen Vergleich nach fünf Kriterien, die sich erst ab dem zweiten Jahr bemerkbar machen. Erstens die laufenden Kosten über fünf Jahre, inklusive Domain und der Verlängerungspreise nach dem Aktionsjahr. Zweitens der Datenexport, also die Frage, was Sie beim Wechsel mitnehmen können. Drittens die SEO-Grenzen, weil jeder Baukasten irgendwo aufhört, Ihnen Kontrolle zu geben. Viertens Serverstandort und Auftragsverarbeitung, was in Deutschland regelmäßig zum Thema wird. Fünftens das Verhalten beim Wachstum: Was passiert, wenn aus fünf Seiten fünfzig werden, ein Buchungssystem dazukommt oder ein Online-Shop.
Wenn für Sie schon feststeht, dass es ein Content-Management-System wird und nur noch offen ist, welches, ist unser Vergleich der WordPress-Alternativen der passendere Einstieg. Wer wissen will, was WordPress überhaupt ist und wo die Grenze zwischen der gehosteten und der selbst installierten Variante verläuft, findet das in unserer Einführung Was ist WordPress? erklärt.
Die Anbieter im Profil
Wir haben sechs Baukästen ausgewählt, die im deutschsprachigen Raum tatsächlich eine Rolle spielen, dazu WordPress als Gegenpol. Alle Preise gelten für Jahreszahlung, Stand Juli 2026, und ohne Umsatzsteuer, sofern der Anbieter netto ausweist. Aktionspreise haben wir gekennzeichnet, weil sie fast immer nur im ersten Vertragsjahr gelten.
Wix
Wix ist der bekannteste Homepage-Baukasten und hat den flexibelsten Editor im Feld. Sie ziehen Elemente frei auf der Fläche, ohne an ein starres Layout gebunden zu sein. Die Vorlagenbibliothek ist die größte am Markt, es gibt branchenspezifische Templates für Handwerk, Gastronomie, Praxen und Dienstleister, und über den App-Markt lassen sich Buchung, Newsletter und Shop nachrüsten. Die Tarife starten bei etwa 9 Euro im Monat für Light mit 2 GB Speicherplatz, Core liegt bei rund 17 Euro mit 50 GB, Business bei rund 29 Euro. Zahlungen annehmen können Sie erst ab Core.
Die Schwäche folgt aus der Stärke: Der freie Editor erzeugt Layouts, die auf dem Desktop gut aussehen und auf dem Smartphone eine eigene, separat gepflegte Ansicht brauchen. Wer das vergisst, hat eine mobil unbrauchbare Seite. Ein Template lässt sich zudem nach der Veröffentlichung nicht mehr tauschen, ohne die Seite neu aufzubauen. Details dazu stehen im direkten Vergleich WordPress gegen Wix.
Jimdo
Jimdo kommt aus Hamburg und ist der Anbieter mit der klarsten Ausrichtung auf Selbstständige und sehr kleine Unternehmen. Die KI-gestützte Variante fragt Branche, Ziel und Stil ab und baut daraus in wenigen Minuten eine funktionale Website. Wer eine digitale Visitenkarte mit Kontaktformular, Öffnungszeiten und Anfahrt braucht, ist damit an einem Nachmittag fertig. Support und Rechtstexte kommen auf Deutsch, was in der Praxis mehr wert ist als eine weitere Designoption.
Der kostenlose Tarif Play zeigt Werbung und läuft auf einer Jimdo-Subdomain. Die bezahlten Tarife beginnen bei rund 9 Euro im Monat für Start, das Shop-fähige Grow liegt bei 19 Euro, Unlimited bei 39 Euro (Stand Juli 2026). Die Grenze ist schnell erreicht: Der Editor arbeitet mit festen Abschnitten, tiefe gestalterische Eingriffe sind nicht vorgesehen, und ein individuelles Layout bekommen Sie hier nicht.
Squarespace
Squarespace ist der Baukasten mit dem besten Designgefühl. Die Vorlagen sind typografisch sauber gesetzt, und selbst wer nie eine Website gestaltet hat, bekommt ein ansprechendes Ergebnis. Für Fotografie, Gastronomie, Kreativbüros und Portfolios ist das die naheliegende Wahl. Die Tarife liegen bei Jahreszahlung bei etwa 12 Euro im Monat für Basic, 18 Euro für Core, 32 Euro für Plus und 69 Euro für Advanced, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Bei monatlicher Zahlung liegen die Beträge je nach Tarif rund 15 bis 40 Prozent höher (Stand Juli 2026).
Zwei Punkte muss man wissen. Der Support ist eingeschränkt deutschsprachig: E-Mail-Support und Hilfe-Center gibt es auf Deutsch, der Live-Chat läuft laut Anbieter ausschließlich auf Englisch, Telefonsupport bietet Squarespace gar nicht an (Stand Juli 2026). Und die URL-Struktur ist in Teilen vorgegeben, was bei größeren Seitenstrukturen stört. Wo das im Detail relevant wird, steht im Vergleich WordPress gegen Squarespace.
IONOS MyWebsite
IONOS ist der klassische deutsche Hoster im Feld, und der Baukasten ist entsprechend gebaut: solide, unaufgeregt, mit Rechenzentren in Deutschland und deutschsprachigem Telefonsupport. Für Unternehmen, bei denen die Rechtsabteilung oder der Datenschutzbeauftragte mitredet, ist das ein handfestes Argument. Die regulären Preise liegen bei etwa 12 Euro im Monat für Starter, 18 Euro für Plus und 33 Euro für Pro, jeweils mit einer Domain im ersten Jahr. Die beworbenen Aktionspreise, aktuell etwa 1 Euro im Monat für die ersten zwölf Monate im Tarif Plus, gelten nur für die Mindestlaufzeit und steigen danach auf den regulären Tarif (Stand Juli 2026).
Genau dieser Sprung ist der Punkt, an dem der Preisvergleich kippt. Ein Angebot, das im ersten Jahr 12 Euro kostet und danach 216 Euro pro Jahr, ist über fünf Jahre kein günstiges Angebot mehr. Gestalterisch bleibt IONOS zudem hinter Wix und Squarespace zurück, die Vorlagen wirken funktional statt aktuell.
Webflow
Webflow ist streng genommen kein Homepage-Baukasten, sondern ein visuelles Entwicklungswerkzeug. Sie arbeiten direkt mit dem Box-Modell von CSS, setzen Flexbox und Grid im Editor und erzeugen sauberen Code, ohne ihn zu schreiben. Für Designer und Agenturen ist das die stärkste Kombination aus Gestaltungsfreiheit und Geschwindigkeit. Die Site-Tarife liegen bei jährlicher Zahlung bei 15 US-Dollar im Monat für Basic und 25 US-Dollar für Premium, das seit Mai 2026 die früheren CMS- und Business-Pläne ersetzt. Dazu kommen Workspace-Plätze, wenn mehrere Personen arbeiten.
Die Lernkurve ist der Preis. Wer nicht versteht, wie Abstände, Container und Breakpoints zusammenhängen, wird in Webflow unglücklich. Dafür ist es der einzige Anbieter im Feld, der Ihnen das Ergebnis als statischen Code herausgibt. Wie sich das gegen WordPress schlägt, steht in unserem Vergleich von WordPress und Webflow.
Onepage
Onepage ist ein deutscher Anbieter mit Fokus auf Landingpages, Funnels und einseitige Websites. Der Editor ist auf Conversion getrimmt, die Vorlagen sind entsprechend gebaut, und das Hosting läuft nach Angaben des Anbieters DSGVO-konform. Der kostenlose Tarif erlaubt eine Website mit drei Seiten, Essential startet bei 19,90 Euro im Monat, darüber liegen Standard bei 39,90 Euro, Advanced bei 69,90 Euro und Expert bei 179,90 Euro. Bei Jahreszahlung sinken die Preise. Unsere ausführlichen Erfahrungen mit Onepage stehen in einem eigenen Testbericht.
Als Werkzeug für Kampagnen und Landing Pages ist Onepage gut. Als System für eine gewachsene Unternehmenswebsite mit Blog, Karriereseite und Standortstruktur ist es nicht gedacht, und das merkt man ab etwa zwanzig Seiten deutlich.
WordPress als Gegenpol
WordPress fällt in diesem Feld aus der Reihe: Es ist ein Content-Management-System, das Sie selbst auf einem Webspace installieren. Das Programm ist kostenlos, bezahlt werden Hosting und Domain. Deutsches Shared Hosting beginnt bei rund 4 bis 8 Euro im Monat, spezialisiertes WordPress-Hosting liegt zwischen 9 und 22 Euro, wie unser Überblick zum besten WordPress-Hosting zeigt. Die Domain kostet nach dem ersten Jahr meist 15 bis 20 Euro jährlich.
Die ehrliche Kehrseite: Updates, Backups und Sicherheit liegen bei Ihnen oder bei einem Dienstleister. Ein Baukasten nimmt Ihnen diese Arbeit vollständig ab, und für eine fünfseitige Handwerkerseite ist das ein legitimer Grund, sich gegen WordPress zu entscheiden. Wer die Pflege abgeben möchte, ohne die Kontrolle zu verlieren, findet bei einer WordPress-Agentur genau dieses Zwischenmodell.
Preise und Funktionen im Direktvergleich
Die erste Tabelle rechnet die Tarife auf ein Jahr und auf fünf Jahre hoch. Die Fünfjahreswerte sind eine reine Hochrechnung des heutigen Preises, ohne Preiserhöhungen und ohne Domainverlängerung. Bei Aktionstarifen haben wir mit dem regulären Preis gerechnet, weil der ab dem zweiten Jahr gilt.
| System und Tarif | Pro Monat | Pro Jahr | 5 Jahre (hochgerechnet) |
|---|---|---|---|
| Wix Light | ca. 9 € | ca. 108 € | ca. 540 € |
| Wix Core | ca. 17 € | ca. 204 € | ca. 1.020 € |
| Jimdo Start | ca. 9 € | ca. 108 € | ca. 540 € |
| Jimdo Grow | ca. 19 € | ca. 228 € | ca. 1.140 € |
| Squarespace Basic | ca. 12 € | ca. 144 € | ca. 720 € |
| Squarespace Core | ca. 18 € | ca. 216 € | ca. 1.080 € |
| IONOS MyWebsite Plus (regulär) | ca. 18 € | ca. 216 € | ca. 1.080 € |
| Webflow Basic | 15 $ | 180 $ | 900 $ |
| Webflow Premium | 25 $ | 300 $ | 1.500 $ |
| Onepage Essential | ab 19,90 € | ca. 239 € | ca. 1.195 € |
| WordPress auf Shared Hosting | ca. 4 bis 8 € | ca. 50 bis 100 € | ca. 250 bis 500 € |
| WordPress auf Managed Hosting | ca. 9 bis 22 € | ca. 110 bis 265 € | ca. 550 bis 1.325 € |
Die Zahlen zeigen etwas, das dem Marketing der Anbieter widerspricht: Ein Homepage-Baukasten ist über fünf Jahre nicht günstiger als eine ordentlich gehostete WordPress-Installation. Er ist nur bequemer, weil Hosting, Updates und Support im Tarif stecken. Bei WordPress kommt der Aufwand für Pflege dazu, entweder als eigene Zeit oder als Wartungsvertrag. Rechnen Sie dafür je nach Umfang mit einem niedrigen dreistelligen Betrag pro Jahr.
Die zweite Tabelle sortiert die Kriterien, die man vor der Entscheidung prüfen sollte und nach der Entscheidung nicht mehr ändern kann.
| Kriterium | Inhalte exportierbar | Eigener Code möglich | Server in der EU | Support auf Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| Wix | Eingeschränkt | Teilweise | Teilweise (u. a. Irland und USA) | Ja |
| Jimdo | Nein | Nein | Ja | Ja |
| Squarespace | Teilweise (XML) | Ab Core | Nein | Eingeschränkt |
| IONOS MyWebsite | Nein | Nein | Ja | Ja |
| Webflow | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Onepage | Eingeschränkt | Teilweise | Ja | Ja |
| WordPress | Ja | Ja | Ja | Je nach Dienstleister |
Diese Tabelle ist der eigentliche Kern des Vergleichs. Beim Design und beim Editor holen die Anbieter Jahr für Jahr auf, und der Unterschied zwischen Wix und Squarespace ist eher Geschmackssache als Qualität. Bei Export, eigenem Code und Serverstandort liegen dagegen dauerhafte Festlegungen, die Sie später nur mit einem kompletten Neuaufbau korrigieren.
Unsicher, ob ein Baukasten reicht?
Sagen Sie uns, was die Website leisten soll. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob ein Baukasten genügt oder ob sich ein eigenes System rechnet.
Für wen welches System passt
Digitale Visitenkarte ohne Wachstumsplan. Wenn die Website Öffnungszeiten, Leistungen, ein Kontaktformular und eine Karte zeigen soll und das in drei Jahren immer noch so sein wird, nehmen Sie Jimdo oder IONOS MyWebsite. Beide sind günstig und auf Deutsch bedienbar, beide sind an einem Nachmittag fertig, und der fehlende Export tut nicht weh, weil es nichts zu exportieren gibt.
Gestaltung ist das Verkaufsargument. Fotografie, Gastronomie, Kreativbüro, Praxis mit Anspruch: Squarespace liefert hier das beste Ergebnis pro investierter Stunde. Die Vorlagen sind gut genug, dass Sie ohne Designer auskommen, und das merkt man dem Ergebnis nicht an.
Viele Funktionen, wenig Technikbereitschaft. Wix hat den größten Funktionsumfang im Baukastenfeld. Buchung, Newsletter, Mitgliederbereich und ein kleiner Online-Shop lassen sich ohne Programmierkenntnisse dazuschalten. Wer eine flexible Lösung sucht und die mobile Ansicht diszipliniert mitpflegt, fährt damit gut.
Kampagnen und einzelne Zielseiten. Für Funnels, Aktionsseiten und Anzeigen-Landingpages ist Onepage schneller als jedes CMS. Es steht dann neben der eigentlichen Website und ersetzt sie nicht.
Individuelles Design mit Wachstumsperspektive. Hier wird es interessant, weil sich Webflow und WordPress überschneiden. Webflow gewinnt, wenn Design und Interaktion im Vordergrund stehen und ein Mensch mit Gestaltungsverständnis die Seite pflegt. WordPress gewinnt, wenn viele Inhalte entstehen, mehrere Personen redaktionell arbeiten, ein Shop dazukommt oder Schnittstellen zu CRM und Warenwirtschaft nötig werden.
Umstieg, Datenexport und der Preis des Wechsels
Der Wechsel von einem Baukasten zu einem anderen System ist der Teil, den kein Anbieter freiwillig erklärt. Die kurze Version: Sie bekommen Ihre Website nicht mit. Sie bekommen bestenfalls Ihre Texte und Bilder, und auch das nicht überall.
Bei Squarespace gibt es einen Export im WordPress-XML-Format. Er nimmt Seiten, Blogbeiträge und eine Galerie mit, aber nicht das Design und nicht die Formularlogik. Das ist mehr, als die Konkurrenz bietet. Bei Wix lassen sich Kontakte und Blogbeiträge herausziehen, die Website selbst nicht. Jimdo und IONOS MyWebsite haben keinen vollwertigen Export der Inhalte. Webflow ist die Ausnahme: Sie laden HTML, CSS und JavaScript als Paket herunter und die Inhalte als CSV.
Praktisch bedeutet das für einen Umzug von einem Baukasten zu WordPress vier Schritte. Erstens sichern Sie alle Texte und Bilder manuell, Seite für Seite, samt Meta-Titeln und Beschreibungen. Zweitens legen Sie die Seitenstruktur im neuen System an und achten darauf, dass die URLs identisch bleiben. Drittens richten Sie für jede geänderte URL eine 301-Weiterleitung ein, damit Rankings und Backlinks erhalten bleiben. Viertens ziehen Sie die Domain um, was je nach Anbieter zwischen einem Tag und einer Woche dauert.
Der Aufwand hängt fast vollständig an der Seitenzahl. Fünf Seiten schaffen Sie an einem Nachmittag. Vierzig Seiten mit gewachsener Struktur sind ein Projekt, das gut geplant sein will, und genau hier entsteht der eigentliche Kostenblock, den die Tarifvergleiche nicht zeigen. Wenn Sie diesen Schritt begleitet haben möchten, ist das einer der Fälle, in denen wir als Agentur für WordPress typischerweise einsteigen.
SEO-Grenzen der Baukästen
Die alte Behauptung, mit einem Homepage-Baukasten könne man nicht ranken, stimmt seit Jahren nicht mehr. Wix, Squarespace, Jimdo und IONOS bieten alle die Grundlagen: eigene Meta-Titel und Beschreibungen, sprechende URLs, eine automatische Sitemap, Weiterleitungen, strukturierte Daten und ein integriertes SEO-Tool, das Sie durch die wichtigsten Einstellungen führt. Für eine lokale Firmenwebsite, die für zehn bis zwanzig Suchbegriffe sichtbar sein soll, reicht das.
Eng wird es an vier Stellen. Bei mehrsprachigen Websites sind die Baukastenlösungen für hreflang und getrennte Sprachversionen unterschiedlich weit, und Fehler in diesem Bereich kosten Sichtbarkeit, ohne dass Sie es sofort merken. Bei großen Strukturen mit vielen Kategorien, Filtern oder Standortseiten fehlt die Kontrolle über Kanonisierung und Indexierungssteuerung. Bei der Ladezeit arbeiten Sie mit dem, was der Anbieter ausliefert, und können weder das Skript-Paket verkleinern noch die Bildauslieferung selbst steuern. Und beim Serverstandort in Verbindung mit Einwilligungsbannern haben Sie weniger Spielraum, was sich indirekt auf Messbarkeit und Nutzerführung auswirkt.
Wer die technischen Hebel im Detail verstehen will, findet sie in unserer Übersicht zur technischen SEO. Für die Systementscheidung genügt eine einfache Regel: Ein Baukasten begrenzt weniger Ihr Ranking als Ihre Reaktionsmöglichkeiten, wenn das Ranking ausbleibt. Solange die Website wenige Seiten hat, ist das folgenlos. Bei einem Projekt, das über Inhalte wachsen soll, ist es ein echter Nachteil.
Ein zweiter Punkt betrifft die Domain. Nutzen Sie von Anfang an eine eigene Domain, keine Subdomain des Anbieters. Auf einer Anbieter-Subdomain bauen Sie Sichtbarkeit für jemand anderen auf, und beim Wechsel bleibt davon nichts. Das ist der wichtigste Grund, warum ein kostenloser Tarif für ein Unternehmen keine tragfähige Grundlage ist. Welche Werkzeuge sich sonst noch lohnen, haben wir in unserem Überblick der besten Website-Builder zusammengetragen.
Häufige Fragen zum Homepage-Baukasten-Vergleich
Was kostet ein Homepage-Baukasten im Jahr?
Für eine Firmenwebsite ohne Shop liegen die gängigen Tarife bei Jahreszahlung zwischen etwa 108 und 240 Euro im Jahr. Günstiger wird es nur mit Werbung und Anbieter-Subdomain, teurer mit Shop-Funktionen oder mehreren Nutzern. Achten Sie auf den regulären Preis nach dem Aktionsjahr und auf die Domainverlängerung, die nach dem ersten Jahr meist 15 bis 20 Euro kostet. Stand der Preise ist Juli 2026.
Gibt es einen wirklich kostenlosen Homepage-Baukasten?
Dauerhaft kostenlose Tarife gibt es bei Wix, Jimdo und Onepage, IONOS bietet stattdessen eine kostenlose Testphase (Stand Juli 2026). Die Gratistarife laufen auf einer Subdomain des Anbieters, zeigen teilweise Werbung und erlauben keine eigene Domain. Für einen ersten Test ist das brauchbar, für ein Unternehmen nicht, weil Sie Sichtbarkeit auf einer fremden Adresse aufbauen und diese beim Wechsel verlieren.
Brauche ich für einen Homepage-Baukasten Programmierkenntnisse?
Nein. Alle hier verglichenen Baukästen arbeiten per Drag-and-Drop mit fertigen Vorlagen und sind in wenigen Stunden zu bedienen. Die Ausnahme ist Webflow: Dort brauchen Sie zwar keinen Code, aber ein Verständnis für Layout, Abstände und Breakpoints, sonst wird die Arbeit mühsam.
Kann ich meine Website später vom Baukasten zu WordPress umziehen?
Umziehen ja, mitnehmen nur teilweise. Squarespace bietet einen Export im WordPress-XML-Format für Seiten und Beiträge, Webflow gibt statischen Code heraus. Bei Wix, Jimdo und IONOS MyWebsite übertragen Sie Texte und Bilder manuell. Das Design wird in jedem Fall neu gebaut. Planen Sie Weiterleitungen für alle bestehenden URLs ein, sonst verlieren Sie Rankings.
Sind Homepage-Baukästen schlechter für SEO als WordPress?
Für kleine Websites nicht. Meta-Angaben, sprechende URLs, Sitemap, Weiterleitungen und strukturierte Daten beherrschen die großen Anbieter. Der Unterschied zeigt sich bei mehrsprachigen Seiten, großen Strukturen und beim Feintuning der Ladezeit. Dort fehlt im Baukasten der Zugriff, den ein eigenes System bietet.
Welcher Homepage-Baukasten ist für kleine Unternehmen die beste Wahl?
Das hängt vom Anspruch ab. Für eine einfache Website mit deutschem Support sind Jimdo und IONOS MyWebsite die pragmatische Wahl. Wenn das Design verkaufen soll, ist Squarespace vorn. Wenn Sie viele Funktionen wie Buchung oder einen kleinen Shop brauchen, bietet Wix den größten Umfang.
Welcher Baukasten erfüllt die DSGVO-Anforderungen am besten?
IONOS mit Rechenzentren in Deutschland, Jimdo als Hamburger Anbieter und Onepage als deutscher Anbieter sind hier am unkompliziertesten, weil Serverstandort und Auftragsverarbeitung klar geregelt sind. Wix, Squarespace und Webflow sind nutzbar, verlangen aber einen genaueren Blick auf Auftragsverarbeitungsvertrag, Drittlandtransfer und eingebundene Dienste. Eine rechtliche Bewertung ersetzt dieser Artikel nicht.
Ab wann lohnt sich ein eigenes CMS statt eines Baukastens?
Als Faustregel: ab etwa zwanzig bis dreißig Seiten, sobald mehrere Personen redaktionell arbeiten, sobald ein Online-Shop oder eine Schnittstelle zu vorhandener Software dazukommt oder sobald die Website messbar Anfragen bringen soll. Bis dahin ist ein Baukasten die günstigere und schnellere Lösung.
Zweite Meinung vor der Entscheidung?
30 Minuten, in denen wir Ihre Anforderungen durchgehen und sagen, welches System dazu passt. Auch wenn die Antwort Baukasten lautet.
