WordPress vs Wix 2026

Wix oder WordPress: Für Selbstständige und kleine Unternehmen ist das die häufigste Systemfrage vor dem Start. Wir stellen beide Plattformen fair gegenüber, benennen die drei Wix-Punkte, die erst nach Jahren wehtun, und rechnen die Kosten über fünf Jahre durch.

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Die Kurzfassung für Eilige

  • Wix startet schneller: Hosting, Updates und Backups sind im Tarif enthalten, Programmierkenntnisse brauchen Sie keine.
  • WordPress ist offen: Sie besitzen Dateien und Datenbank und können Theme, Hoster und Dienstleister jederzeit wechseln.
  • Drei Wix-Punkte, die später wehtun: kein Templatewechsel ohne Neubau, kein vollständiger Datenexport, steigende Tarifkosten über die Jahre.
  • SEO: Wix hat die Grundlagen inzwischen im Griff und reicht für lokale Dienstleister. WordPress hat bei großen Seitenstrukturen und technischen Eingriffen mehr Luft.
  • Kosten: Wix ist planbarer, WordPress in der Fünf-Jahres-Summe meist günstiger, sofern Sie die Wartung selbst oder im Paket abdecken.
  • Faustregel: Unter zehn Seiten und ohne Wachstumsplan ist Wix vertretbar. Alles, was wachsen oder umziehen können soll, gehört auf WordPress.

Warum die Frage überhaupt schwer ist

Wer heute eine eigene Website erstellen will, steht vor einer Entscheidung, die sich am Anfang harmlos anfühlt und Jahre später teuer werden kann. Wix verspricht, dass Sie an einem Wochenende fertig sind. WordPress verspricht, dass Sie in zehn Jahren noch alles ändern können. Beide Versprechen stimmen, und genau deshalb reden die beiden Lager aneinander vorbei.

Die ehrliche Antwort hängt weniger vom System ab als von zwei Fragen zu Ihrem Unternehmen. Erstens: Wie sicher wissen Sie, wie die Website in drei Jahren aussehen soll? Zweitens: Wer pflegt sie? Wenn Sie eine überschaubare Visitenkarte im Netz brauchen, die Sie selbst betreuen, spricht viel für einen Baukasten. Wenn die Website Vertriebskanal ist, Inhalte wachsen sollen und mehrere Personen daran arbeiten, spricht viel für ein Content-Management-System, das Ihnen gehört.

Zur Einordnung der Marktverhältnisse: WordPress liegt laut den Erhebungen von W3Techs am 27. Juli 2026 bei 41,2 Prozent aller Websites weltweit, Wix bei 4,3 Prozent. Das ist kein Qualitätsurteil. Es erklärt vor allem die Größe der beiden Ökosysteme. Für WordPress finden Sie mehr Dienstleister, mehr Erweiterungen und mehr Anleitungen. Für Wix finden Sie einen Anbieter, der alles selbst liefert.

Wichtige Abgrenzung vorweg: Es gibt zwei WordPress. WordPress.org ist die freie Software, die Sie auf Ihrem eigenen Hosting installieren, und darum geht es in diesem Vergleich. WordPress.com ist ein gehosteter Dienst von Automattic und funktioniert eher wie ein Baukasten mit Tarifstufen. Wer WordPress mit Wix vergleicht und dabei WordPress.com meint, vergleicht zwei Baukästen. Was WordPress im Kern ist, erklären wir in unserem Grundlagenartikel Was ist WordPress?.

Beide Systeme im Profil

Wix: der Baukasten, der ehrlich gut geworden ist

Wix hat einen schlechten Ruf aus einer Zeit, die vorbei ist. Der Editor arbeitet mit freiem Drag-and-Drop, Sie ziehen Elemente auf die Seite und sehen sofort das Ergebnis. Wer keine Programmierkenntnisse hat und trotzdem in wenigen Tagen eine voll funktionsfähige Website online haben will, kommt mit Wix schneller ans Ziel als mit jedem selbst gehosteten System. Das ist keine Marketingaussage, das lässt sich in jeder Agentur nachstellen.

Wix bietet dabei eine Reihe integrierter Funktionen, für die Sie in der WordPress-Welt einzelne Plugins bräuchten: Terminbuchung, Mitgliederbereiche, ein einfaches CRM für Kontakte, Newsletter-Versand, Rechnungen, Shop-Funktionen und eine Mobile App zur Verwaltung unterwegs. Hosting, SSL-Zertifikat, automatische Updates und Backups sind im Tarif enthalten. Es gibt keine Wartungsaufgabe, die Sie vergessen könnten, weil es keine gibt, die Sie erledigen müssten. Für viele Selbstständige ist genau das der eigentliche Wert.

Dazu kommt Wix Studio, die neuere Arbeitsumgebung für Agenturen und Designer. Sie arbeitet mit echten responsiven Layouts statt mit festen Positionen und hat spürbar mehr Design-Kontrolle und stärkere CMS-Funktionen als der klassische Editor. Wer Wix zuletzt vor fünf Jahren gesehen hat, sollte sich Studio ansehen, bevor er urteilt.

Die Schwächen liegen nicht im Alltag, sondern in der Zukunft. Der Wix App Market umfasst je nach Zählweise mehrere Hundert bis rund tausend Apps. Das klingt viel, ist aber im Vergleich zu den zehntausenden Erweiterungen im offiziellen WordPress-Verzeichnis eine kleine Auswahl. Wenn eine Funktion fehlt, die Ihr Geschäft braucht, können Sie sie nicht einfach nachrüsten und müssen warten, ob Wix oder ein Partner sie baut. Und der Zugriff auf den Server, auf Datenbank oder Dateisystem existiert nicht, weil es Ihr Server nicht ist.

WordPress: die offene Plattform mit Betreuungspflicht

WordPress ist Open-Source-Software, die Sie bei einem Webhoster Ihrer Wahl installieren. Sie bestimmen, wo die Website liegt, welches Theme das Design definiert, welche Plugins Funktionen ergänzen und wer daran arbeiten darf. Die Zahl der verfügbaren Themes und Plugins ist der eigentliche Unterschied: Es gibt tausende kostenlose und kostenpflichtige Erweiterungen, dazu einen ausgereiften Markt an Page-Builder-Lösungen wie Elementor, Bricks oder Divi, mit dem Sie fast jedes Layout ohne Entwickler umsetzen. Welche Vorlagen sich in der Praxis bewähren, haben wir in unserer Übersicht der besten WordPress-Themes zusammengetragen.

Für den Online-Handel gibt es mit WooCommerce eine kostenlose Shop-Erweiterung, die von einem Einzelprodukt bis zum Katalog mit tausenden Artikeln mitwächst. Eine Umsatzbeteiligung an das System selbst fällt nicht an, Sie zahlen allein die Gebühren Ihres Zahlungsdienstleisters. Bei Wix ist E-Commerce erst ab dem Core-Tarif enthalten, dafür aber sofort einsatzbereit, ohne dass Sie sich um Steuerklassen-Plugins oder Versandregeln-Erweiterungen kümmern.

Die Schwäche von WordPress ist ehrlich zu benennen, und sie ist der Hauptgrund, warum Wix existiert: Niemand kümmert sich, wenn Sie sich nicht kümmern. Core-Updates, Plugin-Updates, PHP-Versionssprünge, Backups, Sicherheitsüberwachung und gelegentlich ein Plugin-Konflikt nach einem Update sind Ihre Aufgabe oder die Ihrer Agentur. Eine schlecht gepflegte WordPress-Installation mit zwanzig veralteten Plugins ist objektiv das schlechtere Ergebnis als eine saubere Wix-Seite. Wer das nicht abdecken kann und auch nicht abdecken lassen will, sollte kein selbst gehostetes System nehmen. Das ist die Stelle, an der ein Baukasten die vernünftigere Wahl ist.

Ein zweiter Punkt: Die Auswahl selbst ist eine Last. Zwischen Hosting-Tarifen, Themes, Buildern und Plugin-Kombinationen zu entscheiden kostet Zeit, und die Fehler dabei sind teuer. Wer sich hier nicht einarbeiten möchte, kann sich die Website erstellen lassen und die Systementscheidung an jemanden abgeben, der die Folgen kennt.

Der Direktvergleich

Die folgende Übersicht bezieht sich auf WordPress.org mit eigenem Hosting und auf die Wix-Tarife ab der Core-Stufe. Sie ist bewusst funktional gehalten und wertet nicht: Ein Nein ist kein Mangel, solange Sie die Funktion nicht brauchen.

KriteriumWixWordPress.org
Start ohne VorkenntnisseJaBedingt
Hosting im Preis enthaltenJaNein
Updates und Backups automatischJaNur mit Hoster oder Plugin
Template nachträglich wechselbarNeinJa
Vollständiger Export der WebsiteNeinJa
Zugriff auf Dateien und DatenbankNeinJa
Freie Wahl des DienstleistersEingeschränktJa
Erweiterungen (Apps bzw. Plugins)mehrere Hundert Appszehntausende Plugins
MehrsprachigkeitJa, integriertJa, über Plugin
E-CommerceAb Core-TarifWooCommerce, kostenlos
Eigener Code (PHP, Serverlogik)NeinJa
Redaktion mit mehreren RollenJaJa, feiner abstufbar

Die drei Punkte, die erst nach Jahren auffallen

Erstens: Sie können die Vorlage nicht wechseln. Das ist der am meisten unterschätzte Unterschied. Wix hält in seinem eigenen Hilfe-Center fest, dass es derzeit nicht möglich ist, das Template einer bestehenden Website zu tauschen. Sie können jederzeit eine neue Website mit einem neuen Template anlegen und Inhalte, Seiten und Medien übernehmen, aber das ist ein Neubau, keine Umgestaltung. Wer nach drei Jahren einen Relaunch möchte, baut die Seite noch einmal. Bei WordPress tauschen Sie das Theme, behalten Beiträge, Seiten, Mediathek und URLs und arbeiten das Design nach. Der Aufwand ist nicht null, aber er ist eine andere Größenordnung.

Zweitens: Es gibt keinen vollständigen Datenexport. Wix erlaubt Teilexporte: Blogbeiträge als XML, Produktlisten und CMS-Kollektionen als CSV, Kontakte als CSV, Website-Texte als CSV für Übersetzungen. Was Sie nicht bekommen, ist die Website. Layout, Seitenaufbau, Einstellungen und Funktionen bleiben bei Wix. Ein Umzug ist deshalb immer ein Nachbau, bei dem nur die Inhalte mitkommen. Bei WordPress laden Sie Dateien und Datenbank herunter und spielen sie bei einem anderen Anbieter wieder ein, notfalls manuell per FTP. Das ist der Kern dessen, was volle Kontrolle praktisch bedeutet.

Drittens: Der Kostenverlauf ist nicht der Einstiegspreis. Baukästen werben mit dem ersten Jahr. Danach entfallen Aktionsrabatte, die kostenlose Domain wird kostenpflichtig, Geschäftspostfächer und einzelne Apps kommen dazu, und ein Wachstumsschritt bedeutet oft den Sprung in den nächsten Tarif. Nichts davon ist unseriös, es steht in den Preistabellen. Es fällt nur beim Vergleich zweier Startpreise unter den Tisch.

Unsicher, welches System zu Ihrem Vorhaben passt?

Wir schauen uns Ihre Anforderungen an und sagen Ihnen auch dann, wenn ein Baukasten die vernünftigere Antwort ist.

WordPress-Agentur

Was beide Systeme über fünf Jahre kosten

Die folgende Rechnung ist ein Modell zur Orientierung. Sie beruht auf öffentlich einsehbaren Listenpreisen, Stand Juli 2026, und auf einem typischen Szenario: eine Website mit rund zehn bis fünfzehn Seiten, einem Blog, einem Kontaktformular und einer Geschäfts-E-Mail-Adresse. Kein Shop. Die Preise variieren je nach Laufzeit, Aktion und Umsatzsteuerbehandlung, deshalb stehen überall Spannen.

Bei Wix rechnen wir mit dem Core-Tarif, weil der Light-Tarif keine Online-Zahlungen erlaubt und beim Speicherplatz eng ist. Der Listenpreis für Core liegt im deutschen Angebot bei rund 17 Euro pro Monat bei Jahreszahlung und je nach Laufzeit bei bis zu etwa 30 Euro bei monatlicher Zahlung, Business bei rund 29 bis 39 Euro, Business Elite bei rund 159 Euro. Die Domain ist im ersten Jahr enthalten und kostet danach knapp 20 Euro im Jahr, ein Postfach über die Google-Workspace-Anbindung rund 6 Euro pro Monat.

Bei WordPress rechnen wir mit solidem Hosting statt mit dem billigsten Tarif. Einfache Pakete beginnen bei etwa 3 bis 8 Euro pro Monat, managed Hosting mit isolierten Ressourcen, Staging und deutschem Support liegt eher bei 15 bis 35 Euro. Welche Anbieter wir dabei wofür empfehlen, steht im Hosting-Vergleich. Die Wartung ist der ehrliche Knackpunkt: Entweder Sie investieren rund eine bis zwei Stunden im Monat selbst, oder Sie kaufen einen Wartungsvertrag. Beides steht als Zeile in der Tabelle.

Position (5 Jahre)Wix CoreWordPress, selbst gepflegtWordPress mit Wartung
Tarif bzw. Hosting1.020 - 1.800 €180 - 480 €900 - 2.100 €
Domain (Jahr 2 bis 5)ca. 80 €50 - 100 €50 - 100 €
E-Mail-Postfachca. 360 €0 - 360 €0 - 360 €
Theme bzw. Page Builder0 €60 - 400 €60 - 400 €
Apps bzw. Premium-Plugins0 - 900 €0 - 750 €0 - 750 €
Wartung und Updatesim Tarifeigene Zeit1.800 - 6.000 €
Summe ohne Wartung1.460 - 3.140 €290 - 2.090 €1.010 - 3.710 €

Lesen Sie die Tabelle nicht als Sieger-Ermittlung. Sie zeigt drei Dinge. Erstens ist WordPress in der Grundausstattung deutlich günstiger, solange Sie die Pflege selbst übernehmen. Zweitens kippt das Bild, sobald Sie die Wartung einkaufen, und dann ist Wix in der reinen Summe konkurrenzfähig. Drittens ist die Streuung bei WordPress viel größer als bei Wix, weil Sie mehr entscheiden können und damit auch mehr falsch machen können.

Ein Faktor fehlt in jeder Kostentabelle, und er ist meist der größte: der Relaunch. Wenn Sie nach vier Jahren ein neues Design brauchen, ist das bei WordPress ein Theme-Wechsel mit Nacharbeit. Bei Wix ist es ein zweiter Aufbau von vorn. Rechnen Sie diesen Posten ein, bevor Sie zwei Monatspreise vergleichen. Wie das in anderen Baukästen aussieht, haben wir im Baukasten-Vergleich gegenübergestellt.

Für wen welches System die bessere Wahl ist

Wir halten uns hier kurz und deutlich, weil Weichspülerei an dieser Stelle niemandem hilft.

Nehmen Sie Wix, wenn Sie eine einfache Website mit wenigen Seiten brauchen, sie selbst pflegen wollen, kein Budget für Betreuung haben und Ihr Geschäftsmodell nicht von organischer Sichtbarkeit abhängt. Typische Fälle sind Handwerksbetriebe mit voller Auftragslage, Restaurants, Physiotherapie-Praxen, Portfolios von Fotografen und Designern sowie Vereine. Für diese Gruppe ist der Baukasten die vernünftige Antwort, und wir raten regelmäßig dazu. Ob Wix dabei der passende Anbieter ist oder ein anderer Baukasten besser zu Ihrer Branche passt, klärt unsere Übersicht der besten Website-Builder.

Nehmen Sie WordPress, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft: Die Website soll über zwanzig Seiten hinauswachsen. Sie planen einen Blog oder Ratgeberbereich, der ranken soll. Sie brauchen einen Shop, der über einen Handverkauf hinausgeht. Sie müssen andere Systeme anbinden, etwa ein Warenwirtschafts- oder Buchhaltungssystem. Es arbeiten mehrere Personen mit unterschiedlichen Rechten daran. Oder Sie wollen schlicht die Freiheit behalten, den Dienstleister zu wechseln, ohne die Seite neu zu bauen.

Der Test, der die Frage in einer Minute klärt: Stellen Sie sich vor, Sie sind in vier Jahren mit Ihrem Anbieter unzufrieden. Was passiert dann? Bei WordPress ziehen Sie um und behalten alles. Bei Wix fangen Sie an. Wenn dieser Gedanke Sie nicht beunruhigt, weil die Website ohnehin klein und austauschbar ist, ist Wix eine legitime Entscheidung.

Es gibt einen dritten Fall, den beide Lager gern übersehen. Wenn Sie hohen Designanspruch haben, aber keine offene Plattform brauchen, ist weder Wix noch WordPress der naheliegende Weg. Dafür lohnt der Blick auf WordPress und Webflow im Vergleich sowie auf die Gegenüberstellung von WordPress und Squarespace, wo Squarespace bei Gestaltung und Bildsprache objektiv stärker ist als Wix. Und wenn Sie die Systemfrage grundsätzlich klären wollen, liefert unsere Übersicht der WordPress-Alternativen die vollständige Landkarte.

Der Umstieg von Wix auf WordPress

Weil kein vollständiger Export existiert, ist eine Migration von Wix nach WordPress immer ein Nachbau plus Inhaltsübernahme. Das klingt schlimmer als es ist, wenn man es in der richtigen Reihenfolge macht. So gehen wir in Projekten vor.

  1. Bestand aufnehmen. Alle bestehenden URLs erfassen, am besten aus der Sitemap und aus der Google Search Console. Notieren Sie, welche Seiten Zugriffe und Rankings haben. Diese Liste ist später die Grundlage der Weiterleitungen.
  2. Inhalte exportieren, was geht. Blogbeiträge als XML, CMS-Kollektionen und Produkte als CSV, Kontakte als CSV. Texte statischer Seiten holen Sie über den Übersetzungsexport oder kopieren sie manuell. Bilder laden Sie einzeln oder über die Medienverwaltung herunter.
  3. Hosting und Installation aufsetzen. Ein passender Tarif, WordPress installieren, Theme oder Page Builder festlegen. Erst danach kommen Inhalte, sonst bauen Sie zweimal.
  4. URL-Struktur planen. Übernehmen Sie bestehende Pfade dort, wo es sinnvoll ist. Wo Sie ändern, brauchen Sie eine 301-Weiterleitung von alt auf neu. Diese Liste ist der Unterschied zwischen einem ruhigen Umzug und einem Sichtbarkeitsverlust.
  5. Inhalte einpflegen und Struktur nachziehen. Interne Verlinkung, Meta-Titel und Beschreibungen, Bild-Alt-Texte und Überschriftenhierarchie. Vieles davon war bei Wix vorgegeben und lässt sich jetzt sauber setzen.
  6. Domain umziehen und Weiterleitungen scharf schalten. Erst wenn die neue Seite vollständig ist. Danach Sitemap in der Search Console neu einreichen und die Indexierung beobachten.

Realistischer Zeitrahmen für eine typische Unternehmensseite mit fünfzehn Seiten und einem kleinen Blog: einige Tage konzentrierte Arbeit. Am meisten Zeit kosten dabei die Inhalte und die Weiterleitungen. Wenn Sie das nicht selbst machen möchten, übernimmt das unsere WordPress-Betreuung inklusive Weiterleitungskonzept.

Der umgekehrte Weg, also von WordPress zu Wix, ist technisch einfacher, weil Sie ohnehin nur Inhalte übertragen. Er ist in der Praxis aber selten sinnvoll, außer eine Website ist über Jahre so verwahrlost, dass ein Neuanfang mit weniger Pflegeaufwand die ehrlichere Lösung ist. Auch das kommt vor.

SEO: wo die Unterschiede wirklich liegen

Der alte Satz, mit Wix könne man nicht ranken, stimmt nicht mehr. Wix liefert selbstreferenzierende Canonical-Tags, erzeugt Sitemaps automatisch, legt bei URL-Änderungen selbstständig 301-Weiterleitungen an, ergänzt strukturierte Daten für Produkte, Events und Blogbeiträge und hat bei den Core Web Vitals in den letzten Jahren deutlich aufgeholt. Eine sauber gebaute Wix-Seite schlägt eine WordPress-Installation mit dreißig Plugins in der Ladezeit regelmäßig.

Die Unterschiede tauchen weiter unten auf, und sie werden relevant, sobald eine Website größer wird.

SEO-AspektWixWordPress.org
Meta-Titel und BeschreibungenVoll editierbarVoll editierbar
SitemapAutomatischÜber Plugin oder Core
Canonical-TagsAutomatisch, anpassbarFrei steuerbar
301-WeiterleitungenJa, im DashboardJa, auch serverseitig
robots.txtNur eingeschränkt anpassbarFrei
Strukturierte DatenVorgaben plus eigenes MarkupFrei, beliebige Typen
Serverseitige Eingriffe (Header, Caching)NeinJa
Skalierung auf hunderte SeitenMöglich, aber unhandlichVorgesehen
Wahl des ServerstandortsNeinJa

Praktisch heißt das: Für einen lokalen Dienstleister mit zehn Seiten, der über Ortsnamen und Leistungen gefunden werden will, reicht Wix aus. Der Engpass sind dort ohnehin die Inhalte, die Bewertungen und das Google-Unternehmensprofil. Sobald aber eine Seitenstruktur mit Kategorien, Filtern und hunderten Unterseiten entsteht, sobald Sie Ladezeiten gezielt optimieren oder Header und Caching steuern müssen, stoßen Sie bei Wix an eine Wand, hinter der Sie keinen Schalter mehr haben. Was in solchen Fällen zu tun ist, beschreiben wir unter technische SEO.

Ein Detail, das in der Praxis oft unterschätzt wird: Viele vorgefertigte Wix-Templates halten sich nicht an eine saubere Überschriftenhierarchie, setzen Alt-Texte nicht und verlinken intern fast ausschließlich über das Navigationsmenü. Nichts davon ist unlösbar, aber Sie müssen es wissen und nachziehen. Bei WordPress passiert Ihnen der gleiche Fehler mit einem schlecht gewählten Theme genauso, nur können Sie ihn dort auf Template-Ebene beheben.

Beim Thema Domain gilt für beide Systeme dasselbe: Betreiben Sie die Website unter Ihrer eigenen Domain, nicht unter einer Subdomain des Anbieters, und legen Sie fest, ob www oder die Hauptdomain die kanonische Variante ist. Eine kostenlose Wix-Adresse mit Anbieter-Branding ist für ein Unternehmen keine Option, unabhängig davon, wie gut die Seite aussieht.

Häufige Fragen zu WordPress und Wix

Was ist besser, Wix oder WordPress?

Das hängt davon ab, wie lange die Website halten soll und wer sie pflegt. Wix ist besser, wenn Sie eine überschaubare Website schnell selbst erstellen und keine Wartung übernehmen wollen. WordPress ist besser, wenn die Website wachsen soll, wenn Sie einen Blog oder Shop planen oder wenn Sie die Freiheit behalten wollen, Hoster und Dienstleister zu wechseln. Eine pauschale Antwort ohne Kenntnis des Vorhabens wäre unseriös.

Kann ich bei Wix das Template nachträglich wechseln?

Nein. Wix hält im eigenen Hilfe-Center fest, dass sich das Template einer bestehenden Website derzeit nicht tauschen lässt. Sie können eine neue Website mit einem anderen Template anlegen und Elemente, Seiten und Medien übernehmen sowie Paket und Domain umziehen. Das ist ein Neubau. Bei WordPress wechseln Sie das Theme und behalten Inhalte, Mediathek und URLs.

Kann ich meine Wix-Website exportieren?

Nur in Teilen. Sie können Blogbeiträge als XML herunterladen, Produktlisten und CMS-Kollektionen als CSV, Kontakte als CSV und Website-Texte als CSV für Übersetzungen. Das Layout, den Seitenaufbau und die Funktionen bekommen Sie nicht heraus. Ein Umzug auf ein anderes System ist deshalb immer ein Nachbau, bei dem nur die Inhalte mitgehen.

Was kostet Wix pro Monat und was kostet WordPress?

Stand Juli 2026 liegen die Wix-Tarife im deutschen Angebot je nach Laufzeit bei etwa 9 bis 17 Euro für Light, 17 bis 30 Euro für Core, 29 bis 39 Euro für Business und rund 159 Euro für Business Elite. WordPress selbst ist kostenlos, Sie zahlen Hosting und Domain. Einfaches Hosting beginnt bei etwa 3 bis 8 Euro pro Monat, managed WordPress-Hosting mit Staging und Support liegt eher bei 15 bis 35 Euro. Dazu kommen bei Bedarf ein Premium-Theme und einzelne kostenpflichtige Plugins.

Ist WordPress noch zeitgemäß?

Ja, auch wenn der Marktanteil leicht sinkt. WordPress liegt nach den Erhebungen von W3Techs am 27. Juli 2026 bei 41,2 Prozent aller Websites weltweit. Der Block-Editor hat die Bedienung deutlich verbessert, und moderne Setups lassen sich sehr schnell betreiben. Zeitgemäß bleibt WordPress vor allem deshalb, weil es die Inhalte nicht einsperrt. Nicht zeitgemäß ist die Vorstellung, eine WordPress-Website laufe ohne Pflege.

Für wen ist Wix geeignet?

Für Selbstständige, kleine Betriebe, Praxen, Vereine und Kreative, die eine einfache Website mit wenigen Seiten brauchen, sie selbst verwalten wollen und kein Budget für laufende Betreuung haben. Wix nimmt Ihnen Hosting, Updates und Backups ab und liefert Terminbuchung, Newsletter und einfache Shop-Funktionen integriert mit. Weniger geeignet ist Wix, wenn organische Sichtbarkeit Ihr wichtigster Vertriebskanal ist oder die Website stark wachsen soll.

Ist WordPress schwerer zu bedienen als Wix?

Beim Einstieg ja, im Alltag kaum. Installation, Theme-Auswahl und Plugin-Entscheidungen kosten am Anfang Zeit, und dieser Teil ist bei Wix schlicht nicht vorhanden. Steht die Website aber einmal, ist das Pflegen von Seiten und Beiträgen in beiden Systemen vergleichbar einfach. Der Unterschied bleibt in der Verantwortung: Updates und Backups müssen Sie bei WordPress selbst oder über einen Dienstleister sicherstellen.

Was ist der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org?

WordPress.org ist die freie Software, die Sie auf einem Hosting Ihrer Wahl installieren und vollständig kontrollieren. WordPress.com ist ein gehosteter Dienst mit Tarifstufen, bei dem Sie erst in den höheren Paketen eigene Plugins und Themes installieren dürfen. Wer WordPress mit Wix vergleicht, meint in aller Regel WordPress.org. Der Vergleich von WordPress.com mit Wix wäre ein Vergleich zweier Baukästen.

Daan Bachmann
Daan Bachmann
WordPress & Design Lead

Daan verantwortet bei STARK alle WordPress- und Design-Themen. Über 80 WordPress-Migrationen, Divi-Setups und Astro-Headless-Builds in den letzten Jahren.

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